Westspiel soll Casino-Betriebsräte gekauft haben
15.05.2010 | 18:54 Uhr 2010-05-15T18:54:00+0200
Dortmund. Schwere Vorwürfe gegen den Betriebsrat des Casinos Hohensyburg: Einige Mitarbeiter werfen zwei Betriebsräten vor, sie hätten sich vom Casinobetreiber Westspiel kaufen lassen. Statt der üblichen Abfindungen seien bei ihrem Ausscheiden weit höhere Summen gezahlt worden.
Unter dem Dach des Casinos rumort es erneut - diesmal aus ganz anderen Gründen . Teile der Belegschaft werfen ihrem Betriebsrat vor, er habe sich von Westspiel kaufen lassen. Tatsache ist, dass der Betriebsratsvorsitzende Albrecht Harmsen und auch sein Dortmunder Nachfolger Sascha Tiefenbach Aufhebungsverträge unterschrieben haben. Wie andere Mitarbeiter auch - nur zu anderen Bedingungen.
Wie es bei solchen Verträgen üblich ist, wurde über die Höhe der Abfindung Stillschweigen vereinbart. Allerings sickerten Summen in Höhe von etwa 300 000 Euro durch. Und das wäre das Vier- bis Fünffache der Summe, die beispielsweise Tiefenbach erhalten hätte, wäre er nach dem ansonsten geltenden Freiwilligenprogramm ausgeschieden.
Aus Spielbankenabgabe Abfindung gezahlt?
Der Zorn richtet sich auch gegen Westspiel, das Unternehmen habe sich mit Steuermitteln eines in den Jahren zuvor unbequemen Betriebsrats entledigt. Und zwar weil die Spielbankenabgabe, die bis 2009 etwa 65 Prozent des Bruttospielertrags betragen hätte, vom Land NRW eigens auf 25 Prozent abgesenkt worden wäre, um einen Personalabbau und eine Neuorientierung des Unternehmens zu ermöglichen.
Auf den Vorgang angesprochen, streitet Westspiel-Sprecherin Katrin Koch besondere Kondition für die Betriebsräte ab. „Sie haben das Freiwilligenprogramm angenommen”, sagte sie gestern, „und zwar zu den gleichen Konditionen wie die anderen.” Allenfalls die für Personalvertreter längeren Kündigungsfristen hätte ihren Niederschlag gefunden.
Das Vorgehen wird gemeinsam abgesprochen
Der ehemalige Betriebsratsvorsitzende Sascha Tiefenbach bestätigte, dass er einen Aufhebungsvertrag unterschrieben habe. „Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es allerdings von mit keinen weiteren Kommentar dazu”, meinte er weiter.
Die zuständige Gewerkschaft Verdi hingegen möchte das Ganze nicht kommentarlos hinnehmen, hält sich aberderzeit noch bedeckt. Der zuständige Gewerkschaftssekretär Andreas Elbracht sagte, er wolle das Vorgehen erst noch mit dem neuen Betriebsratsvorsitzenden abstimmen.
Unglücklich sei jedenfalls, „dass beide so kurz hintereinander gegangen sind. Und wenn sie unter anderen finanziellen Bedingungen gegangen sind, wäre das unfair den anderen Mitarbeitern gegenüber.”
08:20
Der Staat kassiert doch schön mit bei der ganzen Sache.
08:19
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
19:05
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
13:09
Sie können mir schwerlich unterstellen, dass ich in der Zeit meiner Kandidatur ihre querulatorische Penetranz freundlicher beurteilt hätte als davor.
Darüber hinaus wollte ich mit meiner Kandidatur etwas für Freiheit und Demokratie in Deutschland tun, also etwas für mein Land, eine weitere Karriere brauch nicht wirklich. Aber das werden Sie mir nicht glauben, weil Sie immer allen Menschen nur die allerniedrigsten Beweggründe unterstellen.
Die Vermutung muss erlaubt sein, dass Sie das tun,weil Sie aus Ihrem eigenen Inneren keine anderen Beweggründe kennen...
12:32
Och schwatzbart, wird es jetzt nichts mehr mit der Politikerkarriere und Sie müssen zurück in die dunkle Niederung der Pöbel-Kommentare?
11:42
Vaikl wie immer: Alle Menschen sind schlecht, nur Vaikl durchblickt alles und steht WEIT darüber. Ihre anmaßung schlägt mühelos ihre maßlose Besserwisserei - obwohl man das kaum für möglich hält.
00:48
In den Betriebsrat wollten alle, weil sie als Kandidaten vor den Wahlen praktisch unkündbar sind.
Das stellt einen Missbrauch des Kündigungsschutzes dar und eröffnet dem AG alle Möglichkeiten, die Wahldurchführung anzufechten. Außerdem sind Wahlvorstand und Wahlbewerber nur sicher vor ordentlichen Kündigungen. Außerordentlich kann der AG mit entspr. Begründung auch nach einer Wahl innerhalb des 6-Monatsschutzes kündigen.
Dieses Kasperltheater war also von vorn herein nur als Show gedacht.
23:42
In den Betriebsrat wollten alle, weil sie als Kandidaten vor den Wahlen praktisch unkündbar sind.
Was Sie hier zwischen den Zeilen einfließen lassen ist leider nicht nur tendentiös, es ist schlichtweg falsch.
20:08
Der zuständige Gewerkschaftssekretär Andreas Elbracht sagte, er wolle das Vorgehen erst noch mit dem neuen Betriebsratsvorsitzenden abstimmen.
Was gibt es denn da abzustimmen? Unter welchem Märchen man dieses unsägliche Geschacher nun verkaufen will?
Zumindest scheint klar zu sein, warum im Januar fast alle Mitarbeiter in den Betriebsrat wollten. Und ver.di sollte sich auf die Betriebsräte konzentrieren, die ihre Aufgaben auch pflichtgemäß wahrnehmen.