Werben um Jungwähler am Beckenrand
31.07.2009 | 13:36 Uhr 2009-07-31T13:36:00+0200Dortmund. Die Demokratie- und Wahlinitiative „Entscheide selbst” informiert Jungwähler in Dortmund jetzt am Beckenrand. Und vermittelt dabei den Jugendlichen und Erstwählern: Es macht Sinn zu wählen.
Wim Thoelke wäre vermutlich das Herz aufgegangen: Wahlen, 60 Punkte. „Was darf man mit dem Stimmzettel nicht machen? A) durchlesen, B) unterschreiben oder C) zusammenfalten.” Der große Preis ist diesmal ein weißes T-Shirt. In magenta-farbener Schrift steht darauf die ursprüngliche Botschaft des Quiz geschrieben: „Entscheide selbst!”
Zwei Wörter, eine Aufforderung, mit der die Demokratie- und Wahlinitiative 2009/2010 in die Sommer-Offensive geht. „Wir wollen Jugendlichen und Erstwählern vermitteln: Es macht Sinn zu wählen”, sagt Stefan Woßmann, Leiter des Respektbüros des Jugendamtes. Gemeinsam mit dem Jugendring Dortmund, dem Ring Politischer Jugend (RPJ) und der Bezirksschülervertretung soll dieses Ziel im Jahr der Kommunalwahl erreicht werden.
Eben jene Überzeugungsarbeit soll nicht in verstaubten Amtsstuben geleistet werden, sondern dort, wo die Jugend an sonnigen Tagen ihre malträtierte Schülerseele baumeln lässt: im Freibad um die Ecke. Die ausgelassene Plantscherei im kühlen Nass kann so rasch zum Sprung ins kalte Wasser des politischen Geschehens werden. „Demokratie am Pool” heißt die Auftaktveranstaltung passend. „Wir wollen auf die Jugendlichen zu gehen, mit ihnen in Kontakt kommen. Viele von ihnen weisen nämlich erhebliche Informationsdefizite auf”, berichtet RPJ-Mitglied Sebastian Neumann.
Einher geht das mit Desinteresse an der Wahl. „Wir wissen nicht, ob wir jemanden mit unserer Aktion überzeugen, wählen zu gehen. Aber Erfolgserlebnisse gibt es dennoch”, sagt Thomas Oppermann vom Jugendring und erinnert sich an eine Situation, die sich erst am vergangenen Donnerstag im Freibad Wellinghofen ereignete: „Als ein ausländischer Mitbürger erfuhr, dass auch EU-Bürger, die in Dortmund wohnen, wählen dürfen, war er ganz schön baff.”
Spiel, Spaß und Information
Spiel, Spaß und Information - das ist die Mixtur, mit der die Organisatoren trumpfen wollen. Daüber hinaus beginnt nach den Sommerferien eine weitere Offensive. Diesmal in den Schulen. Junge Lokalpolitiker stellen sich während der sogenannten „Demokratietagen” den Fragen der Erstwähler.
Je näher die Wahl rückt, desto ausgelassener werden die geplanten Programmpunkte: Am 28. August, 14 bis 18 Uhr, wird etwa unter dem Motto „(D)ein Platz für Politik” an den U-Bahn-Pylon Reinoldikirche gefeiert, ehe es zwei Tage später im Rathaus bei einer Wahlparty zur Sache geht.
„Jugendliche wollen selbstverantwortlich sein”, weiß auch Laines Möller vom Jugendring, „man muss sie nur lassen.” Die Initiative gibt ihnen die Chance dazu.
21:56
@#1:
ich denke mal, das Respektbüro wird ein Projektbüro sein. Macht aber nichts, wir werden uns dran gewöhnen müssen. 300 Redakteure weniger, schon kommt journalistische Qualität ganz von selbst. Erzählt uns Herr Reitz, und der muss es wissen. Vielleicht wird er noch schlauer, wenn er mal in sein eigenes Portal guckt ...
17:27
@4
Zum Glück ist ein Großteil der Erstwähler mit einem Gehirn ausgestattet und entlarvt die Parolen von rechts und links außen als leeres Gebrabbel ohne problemlösenden Ansatz.
Das wird schon, keine Sorge.
14:26
Wenn die Initiatoren der Wahlförderaktion für Jugendliche wüssten, was die Jugend - so sie denn wählen geht - auf dem Stimmzettel ankreuzt, dann würden sie die Partys vermutlich absagen.
Die Jugend ist derzeit besonders von der steigenden Arbeitslosigkeit (WAZ-Berichte) betroffen und ob der grundsätzlichen Probleme sehen immer größere Teile der Jugend ihre Zukunft als gefährdet an.
Da wird dann verständlich, dass der Anteil der rechts wählenden Jungwähler besonders hoch - und - im Steigen begriffen ist. Aber - vor der Stimmabgabe kann mensch ja noch mal eine ordentliche Pool-Party machen.
11:55
Wieso macht es Sinn, korrupte Politiker zuwählen, die sich ständig auf Kosten des malochers bereichern? Der Malocher wird in HARTZ4 geschickt und drangsaliert mit Leiharbeit zu Niedriglöhnen und selber fahren die Herrschaften mit Chaffeur und Dienstwagen in den Urlaub und lassen sich ihn dann auch noch klauen.
Für wie doof haltet ihr die Menschen eigentlich ???
10:56
Eben, das macht (...pardon..., ergibt) keinen Sinn.
10:26
Man ist ja schon einiges gewöhnt an abstrusen Begriffen aus der Verwaltung. Aber der ist neu. Kann mich bitte mal jemand aufklären, was sich hinter dem Respektbüro des Jugendamtes verbirgt? Deren Homepage kennt den Begriff nicht.