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„Unsozialticket” soll brennen

15.02.2010 | 22:30 Uhr
„Unsozialticket” soll brennen

Dortmund. Mit einer Kundgebung auf dem Friedensplatz will das Bündnis „Hände weg vom Sozialticket” am Donnerstag ab 14.30 Uhr gegen das „Unsozialticket” demonstrieren – 30 Minuten vor der Ratssitzung.

Die Hoffnung, dass sich die Mehrheiten dort noch einmal – gegen die 30-Euro-ab-9-Uhr-Version – verschieben, ist gering. „Dennoch ist es wichtig, noch einmal öffentlich deutlich zu machen, dass hier eine unsoziale Entscheidung getroffen wird, die viele Dortmunder von der Grundmobilität ausschließt”, sagt Heiko Holtgrave.

"Verstecken ist bequemer"

Die Aufregung um den Protest gegen das Ticket zeige, wie unangenehm es vor allem den SPD-Vertretern sei, „wenn man ihnen bei ihren Geschäften allzu sehr auf die Finger schaut”, meint Holtgrave mit Blick auf die jüngste Aktion im Rathaus.

Dort hatte das Bündnis die Abstimmung mit Ferngläsern beobachtet und das Votum jedes einzelnen Sozialausschussmitglieds auf einer Stellwand dokumentiert – was Ausschusschef Michael Taranczewski zu der Bemerkung veranlasste, dies seien „Nazi-Methoden” (wir berichteten). „Es ist viel bequemer, sich hinter der Fraktion zu verstecken, als mit Namen öffentlich für unpopuläre Maßnahmen einzustehen”, resümiert Holtgrave.

"Sozial-Ausschuss-Wand" im Einsatz

Die nach „Sozial” und „Ausschuss” getrennte Foto-Wand soll auch auf dem Friedensplatz zum Einsatz kommen. Aber nicht nur sie. Als optischer Höhepunkt der Kundgebung soll eine überdimensionale Abbildung des „Unsozialtickets” verbrannt werden, erfuhr unsere Zeitung gestern.

Die öffentliche Versammlung wurde bereits bei der Polizei angemeldet – als „Mischung aus politischer Kundgebung und Spektakel”. Die Losung des Protests: „Das ist nicht das Ticket, was wir meinen.”

Klaus Brandt


Kommentare
17.02.2010
12:57
„Unsozialticket” soll brennen
von Fragender Frager | #17

Jawohl selbst Schuld. Ich bin auch selbst schuld an meinem Schichtdienst.Muss los...

17.02.2010
12:05
„Unsozialticket” soll brennen
von Olli79 | #16

@13&14 von Fragender Fragender:

Ich glaube sie beziehen sich auf mich.
Intelligenztechnisch scheinen Sie in Sphären zu schweben in die ich wohl nie vordringen werde. Von daher werde ich wohl auch nicht nachvollziehen können wie Sie auf den Gedanken kommen ich sei Ossi. Des weiteren kann ich Ihnen sagen, dass die 79 in meinem Nick mein Geburtsjahr ist (kann man drauf kommen, muss man aber nicht).
Aber Sie haben schon richtig geraten. Ich bin 89 nicht auf die Straße gegangen. Dass ich damals 10 Jahre alt und in Dortmund war, kann man auch nicht als Entschuldigung gelten lassen. Von daher: Asche auf mein Haupt.

Und Sie haben natürlich auch recht, dass ich binnen Sekunden antworten muss wenn Sie nach Mitternacht einen Beitrag schreiben. Das ist echt feige von mir. Auch hier habe ich keine Entschuldigung für mein Verhalten. Schlafen um heute arbeiten zu gehen ist sicher keine. Bin ich ja auch selbst Schuld, dass ich arbeiten gehe.

Ihre herausragende Intelligenz ist sicher auch der Grund warum Sie hier Werbung für die Linke machen, zumal mit einem Artikel der nicht wirklich zum Thema passt. Aber vermutlich bin ich einfach nicht schlau genug die Zusammenhänge zu verstehen.

16.02.2010
23:42
„Unsozialticket” soll brennen
von Fragender Fragender | #15

Nachtrag: Die Antwort bleiben Sie schuldig! Warum eigentlich ? Kein ***** in der Hose, wie 89? Als viele auf die Straße gegangen sind aber Sie nicht?

16.02.2010
23:40
„Unsozialticket” soll brennen
von Fragender Fragender | #14

@9
vielleicht nicht der ganze Betrag aber ein Ansatz:


Die Fraktion Die Linke im Rat will Ex-Oberbürgermeister Gerhard Langemeyer als RWE-Aufsichtsrat abwählen lassen.

Laut Antrag der Linken soll die Stadt Langemeyer auffordern, sein Aufsichtsratsmandat bei RWE abzugeben. Nach seinem unrühmlichen Ausscheiden als Oberbürgermeister seien aus dem gesamten politischen Lager entsprechende Stimmen zu hören gewesen, so die Linken.

Langemeyer habe erklärt, sein Mandat bei RWE bis 2011 ausüben zu wollen. Mit dem Mandat seien Gelder in erheblicher Größenordnung verbunden, so die Linken. So solle Langemeyer für seine Tätigkeit bei RWE rund 200 tausend Euro im Jahr erhalten.

Ein Verbleib Langemeyers im RWE-Aufsichtrat schade dem Ansehen Dortmunds erneut, so die Linken.

Quelle: http://www.radio912.de/index.php?page=nachrichten_lokal

Haben Sie jetzt endlich mal gefragt, warum Millionen für Phoenix-See, U-Turm und Flughafen übrug sind, aber kein Cent für ein Sozialticket??
Oder trauen Sie sich nicht als Ossi?

16.02.2010
16:03
„Unsozialticket” soll brennen
von Heiko Holtgrave | #13

Wer nachschauen möchte: Die aktuelle Aufstellung ist unter http://www.erwerbslos.de/images/stories/dokumente/a-info/aktuelle_ausgabe/a-info130.pdf zu finden, dort auf Seite 4
Nach der vom BVerfG verlangten Überarbeitung des Berechnungsverfahrens wird es sicherlich hier und da leichte Verschiebungen geben. Dass unter dem Strich allerdings wesentlich mehr herauskommt, ist nach den ersten Äußerungen verschiedener Politiker eher unwahrscheinlich. Das Volk soll darben, wenn es denn für Ausbeutungszwecke nicht mehr benötigt wird.

Heiko Holtgrave, AKOPLAN

16.02.2010
15:50
„Unsozialticket” soll brennen
von Heiko Holtgrave | #12

Woher #7 die 70 Euro nimmt, bleibt sein Geheimnis. In der Regelleistung für einen Erwachsenen nach Hartz IV bzw. Grundicherung stehen seit 1.7.2009 monatlich genau 31,48 € für technische Kommunikation (Telefon, Fax, Internet etc.) zur Verfügung, für Paare, Kinder und Jugendliche entsprechend weniger. Zuzüglich b16,06 € für Verkehr, darunter 11,49 € für den ÖPNV.
Wir sind bei Interesse gerne bereit, dazu auch noch die entsprechende Aufstellung (bzw. einen Link) zu liefern.

Heiko Holtgrave, AKOPLAN

16.02.2010
15:43
„Unsozialticket” soll brennen
von Heiko Holtgrave | #11

Es ist zumindest eine leicht beweisbare Tatsache, dass die Dortmunder Stadtwerke (DSW21) am Dortmunder Sozialticket in den 2 Jahren gut verdient haben, die Zuzahlungen der Stadt mithin überhöht waren. Gleichwohl wird von den DSW 21 - wie auch von anderen Verkehrsunternehmen in der Region - mit der größten Selbstverständlichkeit weiter mit den 12,5 Mio. € zuschussbedarf argumentiert.

Da wir nicht in jedem Sozialticket-Nutzer drinstecken, wir mithin auch nicht wissen können, wieviele Fahrten er/sie zuvor mir Busbahn unternommen hat, wieviel dafür ausgegeben wurde und wie viele Fahrten schwarz unternommen wurden, hat das Sozialforum schon frühzeitig verlangt, dass eine entsprechende Begleitstudie vergeben wird. Wie sie z.B. in Köln vorgenommen wurde. Der Stadtrat in Dortmund hat dies abgelehnt. Und zahlte lieber... die bewußten 12,5 Millionen.

In diesem Zusammenhang schlicht von Parolen zu reden, ist deshalb u.E. unredlich und ungerecht. Für die miese Datenlage können die Befürworter des Sozialtickets nun wirklich nichts.

Heiko Holtgrave, AKOPLAN - Institut für soziale und ökologische Planung e.V.

16.02.2010
15:16
„Unsozialticket” soll brennen
von Olli79 | #10

@6 und 8: und wo sind die belastbaren Zahlen, dass keine Mehrkosten entstehen?

Außer irgendwelchen einfachen Parolen, die bei schlichten Gemütern natürlich auf fruchtbaren Boden fallen, gibt es da doch auch nichts.

16.02.2010
14:38
„Unsozialticket” soll brennen
von Das Herz schlägt links | #9

#5 - Umgekehrt wird ein Schuh draus: Die Stadtwerke sind bisher jeden Nachweis schuldig geblieben, dass ihnen tatsächlich durch das Sozialticket für 15 EUR Mehrkosten entstanden sind. Eine Behauptung alleine reicht da nicht ! Tatsächlich hat die Zahl der Fahrgäste massiv zugenommen und auch die Bilanz der Stadtwerk im Bereich ÖPNV hat sich nach Einführung des Tickets verbessert. Der Vergleich mit anderen Kommunen wie Unna oder Köln zeigt hingegen, dass bei den dortigen Tickets nicht solche Phantasiesummen anfallen, wie in Dortmund behauptet.

16.02.2010
14:35
„Unsozialticket” soll brennen
von DoBiDo | #8

Im Hartz Regelsatz sind auch 70 Euro für Kommunikation veranschlagt - meine Internet und Telefon-Flatrate kostet 19,90 Euro.

Von der Differenz von 50 Euro plus der ohnehin vorgesehenen 15 Euro kann man sich also auch das normale VRR Ticket locker leisten. Es bleiben sogar noch 20 Euro übrig. Wo ist das Problem?

Ansonsten ist der Hinweis auf die Grundmobilität durch Laufen und der Tip mit dem 20 Fahrten-Ticket für 20 Euro doch auch zielführend. Wer soll denn sonst das alles bezahlen? Die wenigen Doofen, die noch arbeiten gehen?

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