Thier-Galerie: Finanzierung steht
07.07.2009 | 18:02 Uhr 2009-07-07T18:02:00+0200
Trotz Finanzkrise: Die Finanzierung für die von ECE geplante „Thier Galerie” steht - unter starker lokaler Beteiligung. Baustart soll noch im Juli sein.
300 Millionen Euro schwer ist die geplante innerstädtische Einkaufsgalerie. Wie Projektentwickler ECE gestern mitteilte, sind Hamburg Trust (40%), die ECE/Otto-Gruppe (25%) sowie verschiedene Privatinvestoren (35%) die Eigenkapitalpartner. Sie kommen für 40 Prozent des Invests auf. Das Fremdkapital in Höhe von 180 Millionen Euro wird durch die Hamburger DG Hyp (Deutsche Genossenschaftsbank) als Konsortialführer sowie durch die Dortmunder Volksbank und die Sparkassen Dortmund und Bochum bereitgestellt.
„Der Top-Standort und unser außergewöhnliches konzept haben auf dem Finanzmarkt überzeugt”, so Alexander Otto, Vorsitzender der ECE-Geschäftsführung. Man habe bewiesen, dass ein hochwertige Entwicklung wie das Neue Thier Areal auch in der Finanzkrise verwirklicht werden kann. Das sei nicht selbstverständlich.
„Thier” gehöre somit zu den größten privat finanzierten Projekte in Europa, die mitten in der Finankrise begonnen werden.
Die archäologischen Grabungen sind in wenigen Tagen abgeschlossen, die Bau-Container stehen schon, mit dem Abriss soll noch in diesem Monat begonnen werden. Für das ECE-Projekt „Thier-Galerie” stehen die Signale auf Grün, nach dem gestern auch die Modalitäten der Finanzierung des 300-Millionen-Euro Baus präsentiert wurden.
Sicher: Gesucht wird noch der Termin für den offiziellen Spatenstich. Schwierig in Ferienzeiten.
Vertrauen in
den Standort
Die Hürde Finanzierung ist unterdessen genommen. Alle Partner bekräftigten gestern gegenüber der WR ihr Vertrauen in das Projekt und in den Standort. „Wir glauben an das Vorhaben”, so Jürgen Beissner, stellvertretender Vorsitzender der Dortmunder Volksbank. „Das Projekt zieht Kaufkraft nach Dortmund.” Einen Kannibalisierungseffekt erwartet Beissner nicht.
Ähnlich sieht es Stadtdirektor Ullrich Sierau (SPD). Die Kreditinstitute hätten sich nicht lumpen lassen und Vertrauen in den Standort bewiesen. Allen Spekulationen über den Vollzug sei nun der Wind aus den Segeln genommen. Das Vorhaben sei gleichbedeutend mit einer 300 Millionen starken Sonder-Konjunktur für Dortmund. Sierau sieht auch einen möglichen Effekt für die Mieten und Immobilienpreise in den alten Innenstadtlagen. Durch die „dosierte Flächenausweitung” würde Konkurrenz geschaffen, die sich preissenkend an anderen Stellen auswirken könnte. „Es ist auch eine Chance für Andere, nun in der Dortmunder City anzutreten.”
20 Prozent
vermietet
Bereits vor dem Baubeginn, so ECE-Sprecher Christian Stamerjohanns, gebe es eine Vorvermietungsquote von rund 20 Prozent. Namen werde man zu diesem Zeitpunkt nicht nennen. Die Integration eines größeren Warenhauses, zum Beispiel, sehe das Konzept aber nicht vor. Die Quote beweise allerdings das hohe Interesse, das dem Projekt schon jetzt in der Branche entgegengebracht werde.
Freude herrscht bei ECE über die Beteiligung der lokalen Partner Volksbank und Sparkasse bei der Finanzierung. „Sie kennen den Markt und wissen, was sie tun”, so Stamerjohanns.
Die Sparkasse, zum Beispiel begleitet das Projekt in zweifacher Weise, wie Vorstand Norbert Wolf erläutert. Zum einen auf der Fremdkapitalseite beteiligt, ist die Sparkasse zudem exklusiver Vertriebspartner bei der Platzierung von Immobilienfonds der Hamburg Trust. Anteile können ab Frühherbst gezeichnet werden.
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