Das aktuelle Wetter Dortmund 11°C
Siebter Übergriff auf das...

Taranta Babu erneut Ziel von Vandalen

06.03.2009 | 21:14 Uhr

Das Literaturcafe Taranta Babu an der Wilhelmstraße ist erneut Ziel von Vandalen geworden. ...

Ziemlich ratlos: Hasan Sahin betreibt das Literaturcafe bereits seit 30 Jahren. Allein seit Ende 2007 hat es sieben Anschläge auf das Geschäft gegeben, deren Folgen den Verein bereits 2800 Euro gekostet haben. (Foto: Knut Vahlensieck)

... Bislang Unbekannte warfen in der Nacht von Donnerstag auf Freitag wieder mal eine Schaufensterscheibe ein - der siebte Anschlag auf das Cafe , das in der Vergangenheit schon häufiger das Ziel rechter Übergriffe war.

Schmierereien an Hauswänden, zerborstene Scheiben, ein Buttersäureanschlag aufs Geschäft - Hasan Sahin ist inzwischen einiges gewohnt. "Ich bin ziemlich ratlos", sagt der 61-Jährige, der das Geschäft seit 30 Jahren betreibt. Seit 40 Jahren lebt der gebürtige Türke in Dortmund, und er ist auch nicht gewillt, seine Arbeit und seinen Anspruch ans Zusammenleben verschiedener Kulturen aufzugeben.

Fassadenfarbe steht griffbereit im Keller Aber genervt ist er schon. "Ich bin zugegebenermaßen ratlos", sagt er. So ratlos, dass er um ein Gespräch mit Polizeipräsident Hans Schulze gebeten hat, um zu erörtern, was man machen könnte.

Es waren Übergriffe, die er natürlich angezeigt hat. "Aber das Einzige, was danach gekommen ist, waren die Mitteilungen, dass die Verfahren eingestellt worden sind", sagt er. Die Beamten tun, was sie können, "aber sie können ja schließlich nicht 24 Stunden hier vor der Tür stehen", meint er. Wenn man keine Täter hat, kann man keine festnehmen - dennoch ist er genervt.

Er geht noch nicht mal jedes Mal zur Polizei, wenn er Hakenkreuze und Sprüche an der Hauswand findet. Sahin hat die Fassadenfarbe griffbereit im Keller stehen, die Schmie-rereien sind schnell überstrichen. Und die Male, die er rechte Jugendliche provokativ grölend und mit Hitler-Gruß an seiner Bücherei vorbeiziehen sieht, die zählt er schon gar nicht mehr.

Er schätzt, dass der angeschlossene Verein "Taranta Babu" bereits 2800 Euro für die Beseitigung der Schäden aufbringen musste, "weil eine Versicherung für Vandalismusschäden nicht aufkommt".

Hasan Sahin wünscht sich eines: Dass Dortmund das Problem mit den Neonazis ernst nimmt, und dass nicht immer die Gleichen den Alltag der Stadt von der Rechtsabbiegerspur aus bestimmen. "Ich muss mich nicht schützen, die Bürger Dortmunds müssen sich schützen", meint er.

Von Dirk Berger

Empfehlen
Kommentare
Facebook
 
Kommentare
07.03.2009
14:42
Taranta Babu erneut Ziel von Vandalen
von khecki | #5

Richtig den Polizeipräsidenten kann man nicht direkt Wählen, was man aber kann ist die dafür verantwortlichen die ja ihre Pfründe behalten oder bekommen wollen, zu befragen was Sie gegen der hinterhältigen und feigen Bande unternehmen wollen und ob die Polizeiführung die richtige ist.
Demnächst stehen Sie ja alle an jeder Ecke und verteilen Kulis und Fähnchen.Fragen wir Sie

07.03.2009
13:05
Taranta Babu erneut Ziel von Vandalen
von jcm | #4

Herr Pol.-Präs. SCHULZE muss es natürlich heissen...

07.03.2009
13:00
Taranta Babu erneut Ziel von Vandalen
von jcm | #3

Ich frage mich weiterhin, wann die Arbeit der Pozilei-Spitze in Sachen brauner Aufmärsche juristisch aufgearbeitet wird. Die letzten Massnahmen mit den weitflächigen Innenstadt-Absperrungen sind nun auch schon wieder Moonate her - sollen Verfahren nicht zeitnah an die Verfehlungen (so sie feststellbar sind) stattfinden?

Ausgerechnet Hilfe beim Pozilei-Präsi suchen zu müssen - das muss dann doch das Höchstmaß an Frustration nach sich ziehen. Wer will schon den Bock als Gärtner haben?!
Wie auch immer: aus purem Zufall heraus haben sich die braunen Dumpfbacken nicht nach und nach in DO eingenistet, Herr Pol-Präs. Schulz!
Besten Dank für diese Flöhe im Fell!

07.03.2009
11:15
Taranta Babu erneut Ziel von Vandalen
von Tommi70 | #2

Wir wählen aber leider nicht den Polizeipräsidenten, so weit mir bekannt ist. Und genau bei dem müsste man doch ansetzen. Man erinnere sich: Die Polizei hat schon mal Nazis zu ihrer Demo in einem Bus gekarrt. Toller Service für Feinde der Demokratie, die ja eigentlich von der Polizei geschützt werden soll.
Und was jedes Jahr bei den Naziaufmärschen so passiert, ist ja auch kaum noch auszuhalten. 2008 wurde ich z.B. von der Polizei aktiv daran gehindert, meinen Stadtteil (Körne) zu verlassen und musste mir dann die dumm grinsenden feixenden Kollegen dessen, der mich hinderte, ansehen.
Andere werden angezeigt wegen absoluten Nichtigkeiten.
Wenn es je ein 4. Reich geben wird, könnte ich mir sehr gut vorstellen, dass das in Dortmund gegründet werden wird. :-(

07.03.2009
11:01
Taranta Babu erneut Ziel von Vandalen
von khecki | #1

Dies braune Brut ist wie allgemein bekannt in Dortmund relativ sicher.
Aufmärsche ,Überfälle und Gruppierungen wie der Nationalen Front Eving werden mehr oder weniger geduldet
Man kann nur Entsetzt sein über das jahrelang stetige Verharmlosen der Neonaziaktivitäten
Diese dümmlich stumpfen feigen nur in der Gruppe starken Kreaturen können es sich wie so oft schon in Dortmund erlebt, scheinbar alles erlauben bevor eingeschritten wird. Wenn ich mir die Schmiererein in Brechten (Schallschutzwände A2) ansehe, muss man sich fragen, ist Dortmund auf einem Auge immer noch BLIND?
Aber wir haben ja bald Wahl...

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/850697/create

UMFRAGE

Sollen Stehplätze in Fußballstadien abgeschafft werden?

 
Aktuelle Fotos und Videos
Layla Zoe in Dortmund
Bildgalerie
Piano
Hitze am Phoenix-See
Bildgalerie
Wetter
Achtung, Dortmund — hier droht Bußgeld!
Bildgalerie
Bußgeld-Katalog
Aus dem Ressort
Wohnraum für Arme: Knapp und schlecht saniert
Soziales
Auf dem Wohnungsmarkt haben Menschen mit wenig Geld das Nachsehen. Zum einen gibt es immer weniger Sozialwohnungen. Zum anderen lassen privater Finanzinvestoren günstige Wohnungen verkommen.
Aus Amerika direkt nach Hörde
Germany's next Topmodel
Model Diana hätte Germanys next Topmodel werden können, Model-Mama Heidi Klum rechnete ihr große Chancen fürs Finale aus. Diana aber entschied sich gegen die Show und schied aus familiären Gründen freiwillig aus. Mit ihrer Familie ist die 17-Jährige nach ihrem Ausstieg von Hagen nach Hörde gezogen.
Foto