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Hörder kehrten ins Mittelalter zurück

06.10.2008 | 16:58 Uhr

Hörde. (ost/PiLi) Ins tiefe Mittelalter kehrte die Hörder Altstadt am Wochenende zurück. Viele hundert Besucher kamen zum diesjährigen Erntemarkt - manche gar in historischen Kostümen. ...

"Baumeister" Harald Vidrik demonstrierte beim Erntemarkt am Fuße der Schlanken Mathilde den Bau von Fachwerkhäusern. Diese Art der Lehmbauweise war schon vor über 11 000 Jahren bekannt. (Fotos [2]: ost/PiLi)

... Nur die Schlanke Mathilde wollte an diesen drei Tagen nicht so recht ins Bild passen. "Nee, so ein hübscher Uhrenkandelaber ist mit diesen Werkzeugen nicht zu machen", grinst "Pan", der mittelalterliche Schmied, und zeigt auf Amboss und Hammer. Mit seiner Feldschmiede ist er jedes Wochenende im Jahr unterwegs - auf Bauernmärkten und Mittelalterveranstaltungen. Dort zeigt er, wie im 13. Jahrhundert geschmiedet wurde. "Ein Feldschmied hat sich einst um alles gekümmert, was das Ritterlager unterwegs brauchte. Schwerter, Messer, Gabeln", zählt er auf. Aber auch Gürtelhaken, um Waffen und Besteck am Lederriemen befestigen zu können. So einen macht er gerade. Dafür heizt er die Steinkohle mit Hilfe eines Blasebalgs vor und legt einen Eisenstift in die 1200 Grad heiße Glut. Das glühende Metall kann er mit kräftigen Hammerschlägen auf dem Amboss zurechtbiegen. "Pan" weiß, was er tut. Schon vor zwölf Jahren hat er sein Hobby zum Beruf gemacht.

Mit der Feldschmiede auf Wanderschaft

Locker geht es am Stand der Siedlergemeinschaft Am Sommerberg/Am Winterberg zu. In historischen Kostümen bieten sie den Marktbesuchern ein ganz edles Tröpfchen an: "Den Seetropfen haben wir aus Hessen mitgebracht. Passend zum Phoenixsee", grinst der Vorsitzende Detlev Lachmann, der in seinem Kostüm einen mittelalterlichen Händler darstellt. Ebenso wie die anderen Siedler. "Für den Kräuterlikör haben wir für Hörde extra ein eigenes Etikett erstellen lassen", erklärt der Vorsitzende.

Zwischen den vielen Ständen haben der Aktivkreis und das Stadtbezirksmarketing für zeitgenössische Dekoration gesorgt: Kinder standen staunend vor Schweinen und Schwänen in ihren Holzställen. Kürbisse und Strohballen sorgten fürs Ambiente.

Kalkputz schützt vor Niederschlag

"Baumeister" Harald Vidrik demonstrierte am Fuße der Schlanken Mathilde den Bau von Fachwerkhäusern. "Die Lehmbauweise ist bereits seit 9000 vor Christus bekannt. Unsere ältesten Fachwerkhäuser stammen aus dem 16. Jahrhundert", erklärt er.

Der Freiraum zwischen den stützenden Eichenbohlen wird mit Hilfe eines Geflechts aus Weidenrouten ausgefüllt, das dem anschließend aufgetragenen Lehm Halt gibt. "Verputzt wird das Ganze mit Kalk, der als Schutzschicht vor Niederschlag dient", sagt der Fachmann.



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