Banner gegen Rechts gestohlen
26.10.2009 | 17:24 Uhr 2009-10-26T17:24:00+0100Wellinghofen. Pfarrer Niels Back von der evangelischen Gemeinde Wellinghofen ist entsetzt: In der Nacht vom 22. auf den 23. Oktober wurde am Gemeindehaus in Wellinghofen ein Banner gegen Rechtsextremismus gestohlen.
Das vier mal ein Meter große Banner trägt die Aufschrift: „Nächstenliebe verlangt Klarheit. Evangelische Kirche gegen Rechtsextremismus."
Die Gemeinde Wellinghofen hatte das Banner vor gut einem Jahr anlässlich des 70. Jahrestages der Pogromnacht am 9. November 2008 aufgehängt. Die Kirchengemeinde wollte damit gegen Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus ein Zeichen setzen, erinnert Back. Das Banner sei fest mit Ösen verankert gut sichtbar an der Straßenfront des Gemeindehauses an der Overgünne angebracht gewesen.
„Offenbar war diese Stellungnahme einem oder mehreren Tätern ein Dorn im Auge”, vermutet Back. Der Vorgang zeige, „wie notwendig es weiterhin ist, öffentlich gegen Rechtsextremismus Stellung zu beziehen und sich starkzumachen für ein tolerantes und nachbarschaftliches Zusammenleben mit Menschen aus anderen Religionen und Kulturen”.
Die ev. Gemeinde Wellinghofen werde auch in Zukunft dem Auftrag des Evangeliums folgen und klar und deutlich zum Ausdruck bringen, dass Rechtsextremismus in der Stadt keinen Platz haben darf. „Nächstenliebe verlangt Klarheit – auch in Zukunft”, betont Pfarrer Niels Back.
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Niels hat vielleicht vergessen, die Bezeichung Islamfaschismus auf sein Transparent zu setzten. Man darf gespannt sein, wie die Solidarität von Niels gegenüber seinem Bochumer russisch-orthodoxem Amtskollegen aussieht, der über fünf (!) Jahre hinweg von türkisch-islamistischen Jugendlichen wegen seiner Religion bis hin zur direkten körperlichen Gewalt terrorisiert wurde. Die Öffentlichkeit entrüstete sich erst als es zu spät und die Familie des russisch-orthodoxen Priesters weggezogen war. Während die Medien über denrechtsextremen Terror gegen die Dorstfelder Familie Engelhard zurecht breit informierten, blieb die Berichterstattung im Hinblick auf die skandalösen Bochumer Ereignisse auffallend dünn. Möglicherweise scheuten sich die Medien mit einer Darstellung des Falles implizit ein liebgewonnenes aber realiter nicht funktionierendes gesellschaftliches Konzept in Frage zu stellen. Das entbehrt nicht einer brisanten politischen Pikanterie!
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