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Anlieger aus Löttringhausen in Sorge: Krank durch Elektrosmog?

25.01.2010 | 18:00 Uhr

Löttringhausen. Sorgt eine Hochspannungsleitung in Nähe von Wohngebieten für erhöhte Gesundheitsrisiken? Die Nachbarschafts-Initiative Schneiderstraße/Wildbannweg treibt diese Frage um – jetzt auch bei einem Infoabend mit dem BUND-Referenten Bernd Rainer Müller.

Und dass die Verunsicherung groß ist, wurde im Gemeindehaus St. Norbert in Löttringhausen ganz deutlich. Die Anrainer der Hochspannungsleitung südlich der Schneiderstraße in Kirchhörde haben den Eindruck, dass Beeinträchtigungen in ihrem Wohnbereich häufiger auftreten als anderswo. Von Schlafstörungen, nervlichen Erkrankungen und einem erhöhten Krebsrisiko ist die Rede. Statistisch belegt ist das hier zwar nicht, wie auch die Initiative einräumt. „Leider gibt es für unseren Bereich keinen Krebsatlas”, bedauerte etwa Reinhard Wegener, der vergangenen Freitag neben Thomas Guth als Sprecher der Anwohner auftrat. Aber: „Es gibt auch keine öffentliche Diskussion zum Thema. Man hat fast den Eindruck: Hier wird organisiert verschwiegen”, sagte Wegener vor rund 40 Zuhörern.

Kritik an „mangelnder

Aufklärung”

Dass es einen Zusammenhang zwischen elektromagnetischer Strahlung durch Hochvolt-Leitungen und Krankheitsrisiken gebe, wollte auch der Ingenieur und BUND-Elektrosmogexperte Bernd Rainer Müller nicht ausschließen. Er bemühte sich zwar um Sachlichkeit, doch im Kern war sein Referat als deutliche Kritik an mangelnder Aufklärung und Transparenz zu verstehen – von Seiten der Energieversorger ohnehin, aber auch seitens staatlicher Stellen. Das Bundesamt für Strahlenschutz etwa gehe davon aus, dass erst ab einem Grenzwert von 100 Mikrotesla ein relevantes Gesundheitsrisiko durch Hochspannungsleitungen zu vermuten sei. Dies basiere aber, so Müller, auf Studien und Empfehlungen einer Expertenkommission, die „einseitig besetzt” sei: „Transparenz ist nicht gegeben.”

BUND-Referent Müller verwies auf internationale Studien, die Langzeitrisiken für Menschen in Nähe von Hochspannungsleitungen vermuteten. Ein Beispiel: So sei etwa eine in Kalifornien durchgeführte Studie u.a. zu dem Ergebnis gekommen, dass sich für Kinder, die dauerhaft einer Belastung von mehr als 0,4 Mikrotesla ausgesetzt seien, das Risiko einer Leukämie-Erkränkung bereits verdoppele (genannte Quelle: British Medical Journal, Nr. 330, 2005).

Und insbesondere diese Aussage verstärkte bei einigen Anwesenden die Verunsicherung - zum Beispiel bei einem Familienvater, in dessen Haus ein Mikrotesla-Wert von 0,5 gemessen worden sei. Die Empfehlung von BUND-Referent Müller: Wenn ein Auszug nicht in Frage komme, solle der Vater seine „Kinder sehr genau beobachten”.

Christian Chmel

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