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Staatsschutz bildet BVB-Ordner zur Abwehr von Neonazis aus

19.02.2013 | 14:52 Uhr
Der polizeiliche Staatsschutz sensibilisiert die Ordner der BVB für die Symbolik der Neonazis, die sich vor allem auf der Südtribühne des Signal Iduna Parks positionieren.Foto: Thomas Nitsche

Dortmund.  Die Stadion-Ordner von Borussia Dortmund sollen Nazis beim Einlass besser erkennen. Darum werden sie jetzt durch den polizeilichen Staatsschutz geschult. In Workshops lernen sie, Symbole und Parolen rechtsradikaler Gruppen schnell zu identifizieren.

Der polizeiliche Staatsschutz Dortmund schult jetzt die Stadion-Ordner des BVB. Sie sollen rechtsradikale Fans dadurch schneller identifizieren können. Wenn Fans Mitglieder einer radikalen Gruppe oder bereits in der Vegangenheit negativ aufgefallen sind, macht die Borussia von ihrem Hausrecht Gebrauch: Der Fan muss draußen bleiben. Bisher haben die Stadion-Ordner an vier Workshops des Staatsschutzes teilgenommen. Es soll bald weitere geben.

Wenn rechtsextreme Fans bei der Einlasskontrolle auffallen, dürfen sie das Stadion nicht betreten. So steht es in der Stadion-Ordnung. Durch die Schulungen des Staatschutzes soll das Verfahren in der Praxis jetzt verbessert werden.

Verein und Verwaltung sprechen sich deutlich gegen jegliche diskriminierenden Tendenzen aus. Es heißt in der Ordnung weiter wörtlich: "Der Veranstalter behält sich daher vor, von seinem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, (a) die links- und/oder rechtsradikalen Parteien, Vereinigungen oder Organisationen angehören und/oder (b) eindeutig der links- und/oder rechtsradikalen Szene zuzuordnen sind und/oder (c) bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische, diskriminierende, gewaltverherrlichende, diffamierende oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren, von dieser auszuschließen und/oder - auch im Vorfeld - ein örtliches Stadionverbot auszusprechen." (§ 6a Abs. 1)

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Für rechtsradikale Symbolik sensibilisieren

"Die Ordner werden insbesondere für die Symbolik der Neonazis sensibilisiert", erläutert Wolfgang Wieland, Sprecher der Polizei Dortmund. Auch Parolen und rechtsradikale Äußerungen gehören dazu. "Das Hakenkreuz ist noch das leichteste, was man erkennen kann", so Wieland in Bezug auf die komplexe Bildsprache der Szene.

Die Ordnerschulungen seien Teil der Netzwerkarbeit im Kampf gegen Rechts des Staatsschutzes. "Die Ordner kommen als erste mit rechtsradikalen Fans in Kontakt", sagt Wieland. Sie agieren so quasi als Filter.

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Die rechtsradikale Gewalt hatte beim Champions-League-Spiel gegen Schachtar Donezk in der Ost-Ukraine einen neuen Höhepunkt erreicht. Neonazis aus dem eigenen Verein hatten zwei Fanbeauftragte der Borussia - Thilo Danielsmeyer und Jens Volke - attackiert und verprügelt. Danielsmeyer sei auf der Toilette in den Rücken getreten und ins Gesicht geschlagen worden, berichtete der Nachrichtendienst sid. Die Angreifer sollen zudem seinen Kopf gegen die Wand geschlagen haben. Ein BVB-Fan habe Danielsmeyers Hilferufe gehört und ihm geholfen.

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Die Täter - insgesamt drei - sollen schon vor dem Spiel aufgefallen sein, weil sie rechtsradikale Parolen gerufen haben, teilte der Verein mit. Als sich der Fanbeauftragte Volke ein Bild von der Situation machen wollte, wurde er von ihnen angegriffen und ins Gesicht geschlagen. Ukrainische Ordner griffen ein.

Der deutsche Meister sprach gegen die mutmaßlichen Gewalttäter bundesweite Stadionverbote aus. Einer vom ihnen soll BVB-Mitglied sein, gegen ihn wurde ein Ausschlussverfahren eingeleitet. "Die Handlungen waren niederträchtig und stellen einen absoluten Tabubruch dar", sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke.

HSV-Fans randalieren im Zug

 

Christina Heße

Kommentare
20.02.2013
19:01
@WattNuh | #3
von vaikl2 | #4

Das ist völlig schlimm. Und da wir hier so komische Sachen wie z.B. "Gesetze" haben, stehen wir eigentlich alle schon ab Geburt unter...
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2013-02-19 14:52
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