Sparda-Bank: Kein Konto für Antifaschisten
24.06.2008 | 18:40 Uhr 2008-06-24T18:40:50+0200Zweifel am Demokratieverständnis einer Genossenschaftsbank kommen dem Antifaschistischen Förder- und Bildungsverein "Bündnis gegen Rechts". Denn die "Sparda-Bank West eG" verweigerte die Einrichtung eines Vereinskontos.
Der Vereinsvorstand war bei der Filiale am Freistuhl mit Satzung und Vereinseintrag vorstellig geworden. Beim Gespräch zeigte sich die Bank zunächst entgegenkommend, versagte dann aber das Vereinskonto. Die Begründung: "Unser Verein sei ihnen zu politisch. Wenn wir Kaninchen züchten oder eine Schule fördern wollten, so wäre dies etwas anderes", berichtet Vereinsvorstand Stefan Nölleke über das Gespräch. Gerne richte man Vereinen ein Konto ein. Aber zum Klientel der Privatkundenbank (Zielgruppen sind u.a. Arbeitnehmer und der öffentliche Dienst) - passten die Ziele dieses Vereins nicht.
"Nach unserem Hinweis, man möge doch erst die Satzung des Vereins lesen, da sich dieser ,am antifaschistischen Auftrag des Grundgesetzes orientiert', wurde uns entgegnet, dass das alles keine Rolle spielt", so Nölleke. Auf Nachfrage unserer Zeitung betonte die Filiale, dass man generell keine Konten für Vereine eröffne. Für einen schulischen Förderverein ja, wenn dies ein Privatkunde wünsche.
Allerdings keine Vereinskonten, die großen Aufwand wie Mitgliederverwaltung, Lastschrifteinzug und ähnliches bedeuten, betonte die stellvertretende Geschäftsstellenleiterin Andrea Fehrmann.
Bei einer Nachfrage unserer Zeitung "als Privatkunde" bei der Zentrale der Sparda-Bank West wurde allerdings deutlich, dass sehr wohl klassische Vereinskonten für Kunden eröffnet werden. Doch dies liege im Ermessen der Geschäftsstelle vor Ort. "Dieses Verhalten der Bank finde ich empörend", ärgert sich Nölleke. "Bei der Sparkasse gab es diese Probleme nicht, im Gegenteil. Nicht nur, dass uns ohne Umschweife sofort ein Konto eingerichtet wurde, obendrein wünschte man uns viel Erfolg für unser wichtiges Engagement." (alex)
09:54
Man muss diesen Bericht sicher differenziert sehen, wobei ich als Sparda-Kundin sehr wohl darüber nachdenke, mein Konto dort zu schließen.
Verbindlich kann ich aber sagen, dass die Sparkasse (von der ich sicher kein Fan bin und bei der ich mein neues Konto auch sicher nicht eröffnene werde) am Konto eines gemeinnützigen und besonders förderungswürdigen Vereins nichts verdienen wird, da in solchen Fällen keinerlei Gebühren berechnet werden.
Im Übrigen möchte ich anmerken, dass die meisten Antifaschisten weder schwarz gekleidet noch vermummt sind sondern vielmehr ganz einfach gegen Faschismus sind.
13:43
Grundsätzlich ist es sehr peinlich, dass verschiedene Mitarbeiter der Sparda-Bank so unterschiedliche Aussagen tätigen. Dass diese Bank das Konto wegen der politischen Ausrichtung nicht haben wollte, glaube ich allerdings nicht. Die Sparkasse hingegen hat natürlich sofort und gerne zugesagt, da der Verein für (fast) jede Kontobewegung dort Gebühren berechnet bekommt und es sich somit für die Sparkasse gut rechnet. Die Sparda allerdings hat wohl nur gebührenfreie oder sehr kostengünstige Konten (lt. deren Homepage), wo der Arbeitsaufwand bei Vereinskonten sicherlich auch in Betracht gezogen werden muss. Also sollte nicht so getan werden, als ob die Sparkasse das Konto nur aus sozialen Aspekten eröffnet hat!
Ich bin im übrigen KEINE Sparda-Kundin, finde die Berichterstaattung aber trotzdem unfair.
17:02
Nun ja, mein Onkel ist als Mitglied der Solidarnosc in Polen verhaftet worden, weil er für solche Dinge wie Meinungs- und Pressefreiheit eingetreten ist.
Auf Grund dieser Tatsache bin ich wirklich immer wieder schockiert, wie sich die gleichen Leute heute hier in Deutschland als die großen Demokraten aufspielen können. Zumal ihre Einstellung zur Meinungsfreiheit ja in der Regel ein geworfener Pflasterstein o.ä. ist. Besonders fällt mir immer wieder auf wie blind die Deutschen auf dem Linken Auge sind, obwohl Sie ja eigene Erfahrungen gemacht haben (siehe 17.06.53 oder die Mauerschützen).
Aber vermutlich wissen Sie nicht einmal was die Solidarnosc ist. Ihr Kommentar und die Tatsache, dass sie unliebsame Meinungen direkt der Bild-Zeitung zuordnen sagt eine Menge über Sie aus und wessen Geistes Kind Sie offensichtlich sind.
Ich verbleibe ebenfalls mit freundlichen Grüßen und der Hoffnung, dass Sie vielleicht mal Solidarnosc bei Wikipedia nachgucken,
Olli
15:14
Sie sollten doch lieber bei der Bild-Zeitung bleiben.
Ihr Kommentar passt genau in dieses Weltbild.
Dennoch mit freundlichen Grüßen
grüdi
12:23
Hmm, Antifaschisten sind doch diese schwarz vermummten Gestalten, die bei jeder Gelegenheit Scheiben einschlagen, Autos demolieren und Feuer auf Gleisen legen. Und das alles mit dem Hinweis sich politisch gegen rechts zu betätigen.
Aber Nein, das sind ja nur Randerscheinungen, von denen sich das Bündnis gegen Rechts natürlich aufs Schärfste distanziert.