Sozialticket in Dortmund wird teurer und schlechter
06.12.2009 | 21:00 Uhr 2009-12-06T21:00:00+0100
Dortmund. Die Nutzer des Sozialtickets müssen sich in Dortmund auf deutlich schlechtere Konditionen gefasst machen. Der Abo-Preis steigt um das Doppelte, zudem gibt es Veränderungen bei der zeitlichen Gültigkeit. Stadtwerke und Verwaltung sehen sich wegen klammer Kassen zu diesem Schritt gezwungen.
Auf rund 24.000 Nutzer des 15 Euro teuren Sozialtickets für Bus und Bahn kommen massive Verschlechterungen zu: Nicht allein, dass der Abo-Preis für die Fahrkarte nach einem entsprechenden Ratsbeschluss auf 30 Euro verdoppelt wird. Mehr noch: Konnte das Sozialticket (es entspricht einem Ticket 1000) bislang vor 9 Uhr genutzt werden, dürfen Kunden mit ihrer Billigfahrkarte künftig erst ab 9 Uhr in Busse und Bahnen steigen. Das gab Stadtwerke-Verkehrsvorstand Hubert Jung den Mitgliedern des Aufsichtsrates am Samstag bekannt.
Zuvor hatte es ein Treffen in kleiner Runde gegeben, bei dem der städtische Interims-Kämmerer Jörg Stüdemann die neue Linie der Stadt knallhart vorgezeichnet hatte. Für Stüdemann geht es vor allem ums Sparen. Denn: Durch die Verdopplung des Preises und die für Betroffene deutlich verschlechterten Konditionen wird die Stadtkasse spürbar entlastet. Zum Vergleich: Bislang ist das Sozialticket ein Zuschussgeschäft für die Verwaltung, auch fürs Jahr 2009 wird die Stadt rund 3,8 Mio. Euro in die Stadtwerke-Kasse überweisen müssen. Mit Blick auf die neuen Konditionen verringert sich der Zuschussbedarf auf rund 300.000 Euro.
Abos gelten noch bis Januar 2010
Hintergrund: Das alte, noch bis Ende Januar 2010 laufende Sozialticket kostet im Abo 50,48 Euro; bleiben abzüglich des Großkundenrabatts von 16 % rund 42 Euro. 15 Euro haben Bedürftige bezahlt, den Rest steuerte die Stadt bei. Die neue Regelung sieht jetzt das 9-Uhr-Ticket vor, das als Abo mit 36,81 Euro zu Buche schlägt. Abzüglich des Großkundenrabatts sinkt der Tarif weiter - und liegt nur noch knapp über dem neuen Verkaufspreis von 30 Euro.
Nutzer haben jetzt nur die Möglichkeit, ihr bisheriges Abo zu kündigen und es im Januar auslaufen zu lassen oder sich mit den schlechteren Konditionen zu arrangieren. Die Stadt hätte damit ihre geplante „Haushaltsneutralität” fast erreicht - der Protest von Initiativen und Verbänden dürfte aber gewiss sein.
09:41
Wenn die Stadt jetzt durch geschicktes Verhandeln inklusive Großkundenrabatt auf einen Einkaufspreis unter EUR 30 kommen würde, ließe sich mit dem Sozialticket vielleicht noch der Haushalt sanieren?
Warum heißt das denn eigentlich Sozialticket, wenn man es für den Preis auch schon so bekommen kann?
14:21
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