Das aktuelle Wetter Dortmund 11°C
Dortmund

Seit gestern gilt das Brummi-Nachtfahrverbot für die B 1

06.02.2008 | 20:17 Uhr

Angekündigt und vollzogen: Seit gestern, 22 Uhr, ist die nächtliche B 1 zwischen den Autobahnkreuzen Dortmund-West und Dortmund-Unna für durchfahrende Lkw über 7,5 Tonnen tabu.

Es war eine illustre Runde, die sich gestern bei Nieselregen nahe des Oespeler Indu-Parks ihren Weg zur B1-Auffahrt bahnte. An der Spitze: Norbert Südbröker und sein Kollege Michael Fischer vom Landesbetrieb Straßen.NRW, leuchtende Warnwesten und eine Leiter über die Schulter geklemmt. Dahinter im Gänsemarsch: Regierungspräsident Helmut Diegel und Polizeipräsident Hans Schulze, gefolgt von einem Tross an Fotografen. Anlass der außergewöhnlichen Zusammekunft: das Entfernen von Klebestreifen an insgesamt 18 neuen Verkehrsschildern, die seit gestern eine neue Ära für die B1 ankündigen: das Nachtfahrverbot für Lkw ab 7,5 Tonnen auf dem Abschnitt zwischen dem Autobahnkreuz Dortmund-West und Dortmund-Unna. Ab sofort ist die Strecke für den Lkw-Transitverkehr von 22 Uhr bis 6 Uhr morgens gesperrt. Ein Tribut an die B1-Anlieger, die sich in einer Initiative zusammengeschlossen und seit Jahren für ihre Nachtruhe gekämpft hatten. Die Stadt wollte das Fahrverbot nicht. Sie musste aber klein beigeben, als die Richter am Verwaltungsgericht Gelsenkirchen sie verpflichtete, im Sinne der Anwohner zu entscheiden. Vollends geschlagen gaben sich die Stadtspitzen, als die Münsteraner Oberverwaltungsrichter im Juli 2007 eine Berufung ablehnten - die Stadt trat den Rückzug an und bat Diegel, das Nachtfahrverbot anzuordnen. Einer "Bitte", der Diegel gestern pflichtgemäß nachkam.

Von "Pflicht" sprach auch Polizeipräsident Hans Schulze. Ja, man habe die Pflicht, das Verbot zu kontrollieren, "und das wollen wir auch tun." Auch, wenn die Polizei "dann andere Dinge natürlich nicht machen könne, wie Schulze listig formulierte. Und so durch die Blume sagte, was die Polizei schon bei anderer Gelegenheit ausgeführt hat: Die personellen Kapazitäten sind endlich - kommen neue Aufgaben, müssen andere liegenbleiben. Schulze. "Unsere Kräfte sind nicht beliebig vermehrbar."

Wer erwischt wird, ist mit einem eher bescheidenen Bußgeld von 20 Euro dabei. Was den Brummifahrern mehr weh tun könnte, ist die verlorene Zeit. Denn: Wenn man schon kontrolliere, so Schulze schmunzelnd, "dann richtig." Das könne bis zu einer dreiviertel Stunde dauern. Betroffen vom Fahrverbot für den Transitverkehr sind rund 2200 Lkw pro Nacht. Die sind nun gezwungen, auf den Autobahnring um Dortmund ausweichen. Was die Fahrzeit um zehn Kilometer und gerade 8 Minuten verlängert.

Von Gregor Beushausen

Facebook
 
Kommentare
07.02.2008
14:53
Seit gestern gilt das Brummi-Nachtfahrverbot für die B 1
von Gies | #4

Aber was wird jetzt mit den Anwohnern angrendzend an die B1, die durch den Umweg der LKWs jetzt auch noch nachts mehr belastet werden. Diese hat keiner gefragt!

07.02.2008
14:15
Seit gestern gilt das Brummi-Nachtfahrverbot für die B 1
von siggy | #3

Die Entfernung vom BAB-Kreuz DO-West bis zum BAB-Kreuz Dortmund/Unna verlängert sich allerdings von knapp 19 auf knapp 43 km. Selbst ganz schnelle LKW werden etwas maehr als 8 Minuten für den Umweg von 24 km brauchen.
Und zusätzlich werden bei 2200 LKW jede Nacht zusätzlich 18000 Liter Diesel verbraucht.
Das hilft besonders der Umwelt.

07.02.2008
11:06
Seit gestern gilt das Brummi-Nachtfahrverbot für die B 1
von peter | #2

@JR
Nun ja, was vor 10 oder 20 Jahren erträglich war ist heute ganz anders.
Was den Schwerlastverkehr betrifft, gibt es nur eine Aussage, es wird von Jahr zu Jahr mehr.
Dann muss halt auch mal eine Kommune handeln, um ihre Bewohner zu schützen.
Wenn sie es nicht freiwillig tut, muss man sie halt dazu rechtlich zwingen, wie hier geschehen.

07.02.2008
09:10
Seit gestern gilt das Brummi-Nachtfahrverbot für die B 1
von JR | #1

Was ein Schwachsinn. Da stellt sich doch die Frage was zuerst da war:
Die B1 mit ihrem Straßenverkehr oder
Die Anwohner, die jetzt geklagt haben?
Wer an eine viel befahrene Straße zieht, muss dich nicht wundern, wenn es dort lauter ist, als an normalen Straßen.

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/1617586/create

UMFRAGE

Sollen Stehplätze in Fußballstadien abgeschafft werden?

 
Aktuelle Fotos und Videos
Layla Zoe in Dortmund
Bildgalerie
Piano
Hitze am Phoenix-See
Bildgalerie
Wetter
Achtung, Dortmund — hier droht Bußgeld!
Bildgalerie
Bußgeld-Katalog
Aus dem Ressort
Wohnraum für Arme: Knapp und schlecht saniert
Soziales
Auf dem Wohnungsmarkt haben Menschen mit wenig Geld das Nachsehen. Zum einen gibt es immer weniger Sozialwohnungen. Zum anderen lassen privater Finanzinvestoren günstige Wohnungen verkommen.
Aus Amerika direkt nach Hörde
Germany's next Topmodel
Model Diana hätte Germanys next Topmodel werden können, Model-Mama Heidi Klum rechnete ihr große Chancen fürs Finale aus. Diana aber entschied sich gegen die Show und schied aus familiären Gründen freiwillig aus. Mit ihrer Familie ist die 17-Jährige nach ihrem Ausstieg von Hagen nach Hörde gezogen.
Foto