Das aktuelle Wetter Dortmund 10°C
Pyrotechnik

Polizei zeigt, wie gefährlich Pyrotechnik tatsächlich ist

09.08.2012 | 17:48 Uhr
In Sekundenschnelle dringt die Seenot-Fackel durch den Stoff.Foto: Knut Vahlensieck

Dortmund.  Zerfetzte Hände, klaffende Wunden bis auf den Knochen im Oberschenkel oder Knalltraumata: "Bengalos sind lebensgefährlich", sagt Polizeioberkommissar Oliver G. von der Entschärfergruppe der Bundespolizei. Das zeigen die Beamten in einer beeindruckenden Vorführung in Dortmund.

Keine Frage: Die pyrotechnischen Inszenierungen im Fußballstadion sehen schön aus, farbenprächtig. „Doch sie sind lebensgefährlich“, betont Polizeioberkommissar Oliver G. von der Entschärfergruppe der Bundespolizei aus Düsseldorf. Zerfetzte Hände, klaffende Wunden bis auf den Knochen im Oberschenkel oder Knalltraumata durch die Detonation von ohrenbetäubenden Böllern seien die Folge.

In einer eindrucksvollen Vorführung haben Beamte der Bundespolizei auf einem Freigelände an der Treibstraße demonstriert, welche immensen Gefahren von solcher Pyrotechnik und solchen Böllern ausgehen. „Zu den negativen Erscheinungsformen im Zusammenhang mit dem Fußballs zählt auch das Abbrennen von Pyrotechnik und das Zünden und Werfen von Feuerwerkskörpern“, sagte Polizeioberrat Oliver Humpert, Chef der Bundespolizeiinspektion Dortmund. Und das nicht nur in den Stadien, „sondern in Zügen, Bahnhöfen und Tunnelbereichen.“ Und dadurch komme es immer wieder zu schweren Verletzungen von Fußballfans, von Unbeteiligten, aber auch von Beamten der Bundespolizei. „Die Einsatzzahlen liegen in diesem Bereich gleichbleibend auf auf einem relativ hohen Niveau“, erklärte Oliver Humpert.

Video
Dortmund, 09.08.2012: Die Gefahr die von legalen- wie auch illegaler Pyrotechnik ausgeht erklärte die Bundespolizei in Dortmund sehr eindrucksvoll.

Thorsten L., ebenfalls Entschärfer bei der Bundespolizei, demonstriert, wie schnell einfaches Schwarzpulver abbrennt. Stopft man es in handelsübliches Schreibmaschinenpapier und zündet es an, dann explodiert es förmlich.

Mit Wasser nicht zu löschen

Kein Vergleich allerdings zur Seenot-Fackel, „die jeder ab 18 Jahren kaufen kann“, so Oliver G.. Hell gleißend das Licht, nachdem der Bundespolizist die Fackel angezündet hat. 2000 Grad heiß und weder durch Wasser noch durch Sand zu löschen. Das Feuer geht durch Kleidung, hinterlässt von einer Fleecejacke nur noch einen Flickenteppich. „Derjenige, der diese Seenotfackel in der Öffentlichkeit zündet, begeht eine Straftat“, erläutert der Experte der Bundespolizei.

Landgericht
Mutter wegen Missbrauch an 3-jähriger Tochter vor Gericht
Mutter wegen Missbrauch an 3-jähriger Tochter vor Gericht

Was dieser Mutter (29) und ihrem Lebensgefährten (30) vorgeworfen wird, klingt ungeheuerlich: schwerer sexueller Missbrauch eines Kleinkindes – der dreijährigen leiblichen Tochter der Angeklagten.

Von November 2011 bis zu ihrer Festnahme Mitte Februar 2012 sollen sie das kleine Mädchen in einer Weise missbraucht haben, wie es selbst die leidgeprüfte Große Jugendschutzkammer des Landgerichtes selten zu hören bekommt.

Dreijährige lebt inzwischen in einer Pflegefamilie

Die Staatsanwaltschaft spricht von „beischlaf-ähnlichen Handlungen“ in fünf Fällen, die in der angeklagten Tatzeit in der Wohnung des Paares in Hörde geschehen sein sollen. Die Mutter hat sich laut Anklage teilweise aktiv an den scheußlichen Übergriffen beteiligt, in einigen Fällen soll sie danebengestanden und die Übergriffe ihres Freundes auf die kleine Tochter tatenlos mitangesehen und geduldet haben.

Und damit nicht genug: Beide sollen die angeklagten widerlichen Handlungen an dem wehrlosen Kind auch gefilmt haben – was dem Leidensweg der Dreijährigen letztlich ein Ende bereitete.

Der Vater fand DVD und alarmierte das Jugendamt

Der leibliche Vater der Kleinen hatte die Aufnahmen in der Wohnung des Paares in Hörde entdeckt und sofort das Jugendamt alarmiert. Das kleine Mädchen kam in eine Pflegefamilie, die beiden Angeklagten sitzen seitdem in Untersuchungshaft. Insgesamt hat die Angeklagte vier Kinder, die beiden älteren leben beim leiblichen Vater, die jüngeren in Pflegefamilien. Der Lebensgefährte ist, was Kinderpornografie betrifft, kein unbeschriebenes Blatt. Die Kammer überlegt daher, ein weiteres Verfahren gegen ihn zu verbinden.

Gestern zum Prozessbeginn wurde nur die Anklage verlesen. Ab dem nächsten Verhandlungstag, dem 29. August, wollen sich beide äußern. Der Prozess ist bis Ende Oktober terminiert.

Gerade in Menschenmengen, in denen das Abfackeln nicht mehr zu kontrollieren sei, wenn derjenige, der sie in der Hand hält, strauchelt oder zu Fall kommt, „ist das Anzünden für alle im Umfeld lebensgefährlich “, berichtet Oliver G.. Schwerste Verbrennungen können die Folge sein, an denen die Opfer ein Leben lang zu leiden haben.

Ebenso lebensgefährlich sind die so genannten „Polen-Böller“, die hier nicht zugelassen sind, aber immer häufig gezündet werden. „Die Kollegen beim Fußballeinsatz sind mittlerweile mit speziellen Helmen und Gehörschutz gesichert“, so Humpert. Besonders gefährlich, wenn Böller in einem Tunnel gezündet werden und sich die Knallwirkung noch verstärkt.

Welche gefährlichen Verletzungen solche Böller hervorrufen können, wenn sie in der Hand explodieren, demonstrierten die Beamten anhand einer Schweinepfoten. Sie wurde regelrecht von einem Böller zerfetzt. „Schwerste Verletzungen hat es gegeben, die auch die Muskulatur am Unterarm zerstört hat“, berichtet Oliver G.

Polizei spielt mit Feuer
BVB-Fans jubeln am U-Turm

Andreas Winkelsträter



Kommentare
10.08.2012
17:39
Polizei zeigt, wie gefährlich Pyrotechnik tatsächlich ist
von supercreep | #6

Der Inhalt des Artikels und die Vorführung der Polizei ist so schwachmatisch und populistisch, dass sogar Schwachmaten aller Lager dies durchschauen sollten. Ich bin aber für ein generelles Verbot von Feuerwerkskörpern und Pyrotechnik an Silvester. Denn in jeder mittleren Kleinstadt Deutschlands gibt es an diesem Tag mehr Verletzte durch den unsachgemäßen Umgang, als in sämtlichen Stadien Deutschlands der letzten 50 Jahre.

Übrigens ist das zünden einer Seenotfackel oder ähnlicher Feuerwekskörper in der Öffentlichkeit, mitnichten eine Straftat. Auch wenn man es noch hundert Mal liest...

10.08.2012
17:15
@#4: Nehmen Sie mal die Scheuklappen ab, die Realität sieht leider anders aus!
von ExilDortmunder | #5

Ich hab mal kurz gegooglet. Da gibt es eine Menge Vorfälle. Nachfolgend nur das im Zusammenhang mit Fußball, worüber DerWesten dieses Jahr berichtet hat:
http://www.derwesten.de/region/kind-durch-bengalisches-feuer-bei-public-viewing-verletzt-id6798436.html
http://www.derwesten.de/staedte/castrop-rauxel/fussball-fan-verbrennt-sich-am-bengalischen-feuer-id6750130.html
http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/bvb-fan-wegen-pyrotechnik-bei-meisterspiel-dortmund-frankfurt-angeklagt-id6322019.html

Alleine die letzte Meldung macht deutlich, daß es im Gedränge einer Stehtribüne sehr schnell gehen kann: „Ich wollte ganz bestimmt niemanden verletzten, das alles tut mir total leid“, sagte der 23-Jährige zerknirscht. Damals, so erzählte er, habe ihn von hinten jemand auf die Schulter getippt. „Ich habe mich dann umgedreht, dabei muss das wohl passiert sein.“

Ein paar Unverbesserliche suchen die Schuld aber hartnäckig bei Polizei und DFB - traurig, traurig.

10.08.2012
10:28
Polizei zeigt, wie gefährlich Pyrotechnik tatsächlich ist
von ManniS | #4

"Und dadurch komme es immer wieder zu schweren Verletzungen von Fußballfans"

Achja? Wirklich? Bei Böllern sind wir uns einig, dass die sinnlos sind. Aber Verletzungen durch Bengalos? In meinen über 500 Fußballspielen ist noch nie jemand durch Pyro verletzt worden und der einzige Fall von dem ich jemals gehört habe war der Zwischenfall in Bochum bei dem mehr als dämlich mit den Dingern hantiert wurde! Also mal halblang! Die Polizei ist auf einem Kreuzzug gegen Pyrotechnik und bedient sich dabei gerne Mitteln wie Angst, Perfidität, Populismus und der platten Unwahrheit!

2 Antworten
Polizei zeigt, wie gefährlich Pyrotechnik tatsächlich ist
von mith | #4-1

Pyro gehlört nicht ins Stadion. Und wenn ich mich mit über 80.000 in Dortmund zum Fußball treffe, wünschen auch 79.900 keine Pyro im Stadion. Warum begreifen das die paar wenigen Randalierer nicht? Fast wünscht man sich, dass der BVB beim nächsten Zwischenfall eine drastische Strafe in Form eines Spiel ohne Zuschauer erhält. Vielleicht hilft das.

Polizei zeigt, wie gefährlich Pyrotechnik tatsächlich ist
von calibraturbo | #4-2

Können Sie nicht lesen?

"Derjenige, der diese Seenotfackel in der Öffentlichkeit zündet, begeht eine Straftat."

Die Ultras oder wie immer sie sich nennen, stehen also über den Gesetzen, oder wie?
Im Übrigen macht die Polizei die Gesetze nicht, sondern setzt sie nur durch. Aber beim Thema Gewaltenteilung war ja offensichtlich die Mehrzahl aus Nord-, Ost-, Süd- oder Westkurve in der Schule nicht mehr dabei.

10.08.2012
05:45
@Omei Omei
von ModemHamster | #3

Natürlich erreicht man damit keine Schwachmaten, aber sinnlos ist die Aktion trotzdem nicht. Ich vermute, es gibt genügend Leute, die Pyrotechnik neutral oder passiv-positiv gegenüberstehen, "lass die doch machen, sieht doch hübsch aus". Und die gilt es zu überzeugen.

10.08.2012
00:25
Polizei zeigt, wie gefährlich Pyrotechnik tatsächlich ist
von kerzenlicht | #2

Ich finde die Aktion gut, manchen ist vielleicht gar nicht bewusst wie gefährlich die Dinger in einer dicht gedrängten Menschenmenge sind. Und diesen orangen Rauch möchte ich ganz bestimmt nicht inhalieren.

09.08.2012
21:47
Polizei zeigt, wie gefährlich Pyrotechnik tatsächlich ist
von OmeiOmei | #1

Der Inhalt dieses Artikels und die Vorführungen der Polizei - und wenn es in jedenm Stadion dieser Republik wäre - interessiert die Schwachmaten mit ihrer "Pro-Bengalo"-Forderung einen Sch..dreck.
Die meinen doch alle, man kann Fußball nur mit Bengalos ausleben.
Jeder Appell an deren Vernunft und Einsciht ist überflüssig.

1 Antwort
Polizei zeigt, wie gefährlich Pyrotechnik tatsächlich ist
von calibraturbo | #1-1

Sie haben vollkommen Recht. Diese Leute wird man mit Argumenten nicht erreichen.

Wohl doch nur mit juristischen Konsequenzen, aber die Bengalofraktion will es ja nicht anders haben.

Aus dem Ressort
Dortmunder Thier-Galerie wegen Feuerwehrübung evakuiert
Alarm
Alarm in der Dortmunder Thier-Galerie: Ein lauter Signalton dröhnte am Dienstagvormittag gegen 10.15 Uhr über die Silberstraße und den westlichen Westenhellweg. Das Einkaufszentrum an der Shoppingmeile wurde evakuiert. Die Feuerwehr gab jedoch Entwarnung: Alles nur eine Übung.
Vom schwierigen Umgang mit den Rechtsextremen im Rat
Stadträte
In Dortmund sitzen gleich zwei Rechtsextremisten im Rat: Dennis Giemsch von der Neonazi-Partei "Die Rechte" und Axel Thieme von der NPD. Doch überall in NRW stehen Lokalpolitiker vor dem Problem, wie sie mit Rechtsextremen in Räten und Kreistagen umgehen sollen. Einfache Rezepte gibt es nicht.
Folgen des Kalten Kriegs nagen an Dortmunder Tiefgarage
Atombunker
Die Tiefgarage unter dem Rathaus muss nach 30 Jahren saniert werden. Der Beton ist porös, Risse klaffen in der Fahrbahn. Schuld ist salziges Tauwasser — und der Kalte Krieg. Wir erklären in unserem Fragen und Antworten, was es mit den Schäden auf sich hat und wie viel die Sanierung kosten wird.
Beatsteaks und Casper - "Westend"-Tickets fürs FZW gewinnen
Festival-Verlosung
Zum 25. Geburtstag des Dortmunder Musikmagazins Visions geben sich nicht nur Kraftklub und Thees Uhlmann in der Westfalenhalle die Ehre. Auch Casper und die Beatsteaks kommen nach Dortmund. Wir verlosen Tickets für das dreitägige Westend-Festival im FZW.
Dortmunds beliebteste Schildkröte stirbt überraschend
"Nummer 68" im...
Erst seit kurzem war sie die beliebteste Schildkröte Dortmunds - jetzt ist sie überraschend gestorben: "Nummer 68", die Mississippi-Höckerschildkröte des Tropenhauses im Rombergpark, ist tot. Das kleine Tier war Mitte August bei einer Schildkröten-Abgabeaktion bekannt geworden. Nun wird "Nummer 68"...
Fotos und Videos
Wasserfontäne an der Bremer Straße
Bildgalerie
Fotostrecke
Oldtimer-Traktoren in Hombruch
Bildgalerie
Fotostrecke
Auto überschlägt sich auf der Rheinischen Straße
Bildgalerie
Fotostrecke
Jahrmarkt in Scharnhorst
Bildgalerie
Fotostrecke