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Politiker in Dortmund nutzen Facebook vorsichtig

14.12.2011 | 09:00 Uhr
Politiker in Dortmund nutzen Facebook vorsichtig
Facebook wird für die Politiker – hier Dieter Klein, Marco Bülow, Michael Kauch, Claudia Middendorf, Torsten Behrendt, Ulrich und Langhorst – immer wichtiger. Montage: Knut Vahlensieck

Dortmund.  Facebook spielt auch für die Lokalpolitik eine immer größere Rolle. Politikerinnen und Politiker sind mit eigenen Profilen vertreten und nutzen das soziale Netzwerk als Kommunikaktionsmittel. Ein Allheilmittel ist es aber nicht.

Es sind nicht nur Jugendliche, die sich auf der Internet-Plattform Facebook tummeln, längst hat auch die Politik das soziale Netzwerk entdeckt. Laut einer Studie des digital intelligence institute sind 40 % der Bundes- und Landtagsabgeordneten dort aktiv. Und auch immer mehr Dortmunder Politiker sind dabei.

Marco Bülow (SPD):
Der Bundestagsabgeordnete nutzt sein Profil regelmäßig, informiert über seine politische Arbeit und schätzt das Portal vor allem auch zur eigenen Information: „Ich kann mich dort selbst gut informieren und bekomme viele, politische Diskussionen mit“, so Bülow. Auch innerhalb der Dortmunder SPD nutzten immer mehr Politiker Facebook. Vor allem parteiintern bekomme er auf diesem Weg viele Reaktionen auf seine Äußerungen und politischen Papiere. „Bei allem Positiven sollte man aber auf den Datenschutz achten“, gibt er zu bedenken.

Michael Kauch (FDP):
Die FDP hat auf ihrem jüngsten Kreisparteitag über eine Facebook-Strategie diskutiert, bestätigt der Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Michael Kauch. „Es ging darum, eventuell Schritte als ganze Partei zu gehen“, sagt er. Er selbst habe übrigens kein Facebook-Profil, sondern nur eine Fanpage. Dort informiert Kauch über politische Inhalte, stellt Fotos dazu. So könne man einen „lebendigen Eindruck“ von politischer Arbeit vermitteln – und regelmäßig Rückmeldungen bekommen. „Facebook ist wichtig, um bestimmte Zielgruppen direkt anzusprechen“, sagt er. Die FDP habe zum Beispiel ein Forum für gleichgeschlechtliche Paare, in dem rege diskutiert werde. Warum er kein Facebook-Profil hat? Man müsse das Abgeordnetensein und die Freunde klar trennen, sagt Kauch. „Manche Freunde im Netz sind Feinde.“

Claudia Middendorf (CDU):
Die ehemalige Landtagsabgeordnete und stellvertretende Kreisvorsitzende nutzt Facebook nicht mehr. Im Landtag gehöre ein Profil bei Facebook „halt dazu“, sagt sie. Doch seitdem sie keine Abgeordnete mehr sei, habe sie ihr Profil wieder gelöscht. „Das ist mir zu gläsern“, sagt sie. Eigene Daten möchte sie da lieber nicht preisgeben. Innerhalb der Dortmunder CDU nutzten vor allem die jungen Politiker Facebook. Steffen Kanitz sei zum Beispiel sehr aktiv und im Wahlkampf kämen Internetkanäle wie Facebook und Twitter immer wieder zum Einsatz.

Ulrich Langhorst (Die Grünen):
Der Grünen-Ratsmann bleibt nüchtern, was Facebook angeht: „Man sollte sich dort als Lokalpolitiker nicht in Szene setzen“, ist seine Devise. Allerdings habe das Netzwerk einen „gewissen Stellenwert“ – vor allem, um Informationen schnell verbreiten zu können. „Man sollte es schon nutzen“, so Langhorst, der auch selbst ein Profil besitzt. Privates solle man aber eher heraushalten. Zu viel müsse über den Datenschutz bei Facebook diskutiert werden. „Das erscheint mir nicht ganz koscher“, sagt Langhorst. Vor allem auf Fraktionsebene sei er aber für eine Facebook-Nutzung. Facebook-Freaks hält er entgegen: „Was bringt es, Facebook zu überfrachten? Unnötige Informationen sollte man lieber weglassen.“

Torsten Behrendt (Die Linke):
Auch bei der Linkspartei habe der Kreisverband über Facebook diskutiert, berichtet der Fraktionsgeschäftsführer der Linken im Rat. Man gehe aber sehr vorsichtig mit dieser Art von Öffentlichkeit um, nicht zuletzt nach den zwei Anschlägen auf das Parteibüro. Behrendt selbst hat kein Facebook-Profil. Er habe einfach zu viele Datenschutz-Bedenken. „Ich habe nicht die Zeit und Muße, zu kontrollieren, wer wann wo etwas bei Facebook schreibt“, sagt er.

Dieter Klein (Piratenpartei):
Der Sprecher der Dortmunder Piraten hält Facebook für „sehr, sehr wichtig“. „Wer Interessierte mit einbeziehen will, kommt nicht um Facebook herum“, sagt er. Die Bedeutung sei noch gestiegen, seitdem Google Facebook-Seiten prominent als Suchergebnisse aufliste. Allerdings warnt Klein davor, zu viele Informationen an Facebook zu geben: „Diese Riesen-Datenkrake ist sehr gefährlich.“ Nicht zuletzt, seitdem sich das Unternehmen über den Umweg nach Schweden auch den Mitschnitt des Datenverkehrs erlaube. Dementsprechend kontrovers werde die Facebook-Nutzung auch bei den Piraten diskutiert. Ein Drittel der Mitglieder seien Facebook-Verweigerer, so Klein. Er selbst habe ein Profil, nutze es aber nur privat. Erst in einem politischen Amt würde er sich auch ein öffentliches Profil zulegen.

Andreas Eichhorn



Kommentare
15.12.2011
00:50
Politiker in Dortmund nutzen Facebook vorsichtig
von vaikl2 | #1

"sehr, sehr wichtig“, "kommt nicht um Facebook herum“, "gewissen Stellenwert", "Facebook ist wichtig, um bestimmte Zielgruppen direkt anzusprechen", "Ich kann mich dort selbst gut informieren" etc. blabla...

Eine Bankrotterklärung selbsternannter Wichtigtuer, die ihre eigene Medienkompetenz selbst nur aus dem allseits bekannten Hype um Facebook abschreiben. Fast so treffend wie "Des Kaisers neue Kleider". Man muss ja irgendwie "dabeisein", hat aber null Ahnung über den eigentlichen Mehrwert einer solchen Klatsch-Plattform.

Der ist ebenso gleich Null.

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