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Pohlmann über Hengstenberg: "Eine Katastrophe!"

07.02.2010 | 22:09 Uhr
Pohlmann über Hengstenberg: "Eine Katastrophe!"

Dortmund. Joachim Pohlmann, OB-Kandidat von CDU und FDP, fährt schwerstes Geschütz auf – gegen Frank Hengstenberg, Fraktionschef der CDU. „Ihr Vorgehen ist schlicht eine Katastrophe – für die Politik im Allgemeinen, aber auch für Dortmund im Besonderen”, erregt sich Pohlmann in einem offenen Brief.

Ausgerechnet Hengstenberg! Derjenige, der „immer wieder und völlig zu Recht” den „roten Filz“ beklagt habe – „ die Vergabe von Posten und Pöstchen, die in Ansehung des Parteibuches erfolgte, manchmal mit, manchmal ohne die entsprechende Kompetenz”, so Pohlmann. Und jetzt das. „Man kann niemandem vorwerfen, beruflich vorankommen zu wollen”, meint der OB-Kandidat. Möglicherweise sei Hengstenberg auch „geeignet für diese Tätigkeit”. Doch: „Das spielt im Ergebnis gar keine Rolle!”

Der Fraktionschef hätte „dieses Angebot nicht annehmen dürfen”, legt sich Pohlmann fest und hebt den Zeigefinger: „Es ist nicht alles legitim, was legal ist. Man kann nicht gegen Filz kämpfen und der erst besten Verlockung erliegen. So, wie es gelaufen ist bleibt der Ruch der Mauschelei, des Filzes und nicht zuletzt fragt man nach der Gegenleistung” – nicht Hengstenbergs persönlicher, „sondern der der Partei oder der Fraktion.”

Pohlmann fragt konkrete Möglichkeiten ab: „Ist es eine künftige Leistung, z. B. bei der Besetzung demnächst frei werdender Stellen? Ist es eine solche der Vergangenheit, ohne dass wir das wissen? Ist es die Wahl des Kämmerers, die in einigen Tagen ansteht?”

Unter Beschuss aus den eigenen Reihen: Frank Hengstenberg (CDU).

Ob es eine Gegenleistung gebe oder nicht, spiele letztlich „aber gar keine Rolle – entscheidend ist der verheerende Eindruck, es könnte eine solche geben”. Deshalb habe Hengstenberg „der Partei und all denen, die für einen Aufbruch, einen Neuanfang kämpfen einen Bärendienst erwiesen”, rügt Pohlmann. „Transparenz sieht für mich und viele andere deutlich anders aus. Politik muss schon jeden Eindruck von Seilschaft, von Filz, von Mauschelei vermeiden – nur dann werden sich die Menschen wieder vertrauensvoll an die Politik und die Politiker wenden”, betont der verstimmte Kandidat.

Seine eindringliche Empfehlung an Hengestenberg: „Sie sollten es überdenken.”

Klaus Brandt

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