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Menschenkette gegen Rechts

15.12.2009 | 18:44 Uhr
Menschenkette gegen Rechts

Dorstfeld. Schüler und Lehrer Hand in Hand: Das Reinoldus- und Schiller-Gymnasium setzt Mittwoch ein Zeichen gegen Rechtsradikalismus, mit einer Menschenkette rund um das Gebäude an der Hallerey. Eine symbolische Aktion mit einer glasklaren Botschaft: „Wir schützen unsere Schule. Hände weg vom RSG!"

„Es ist an der Zeit. Denn das rechtsradikale Gedankengut wird immer offensichtlicher, in und um Dorstfeld.” Das sagt Jochen Kreilos, Vorsitzender des Lehrerrates und Betreuer der Amnesty-Gruppe an der Schule. Die beherbergt auch das CourAGe-Projekt, eine Arbeitsgemeinschaft gegen Rechts.

"Es ist an der Zeit": Lehrer Jochen Kreilos.

Manchmal sind braune Auswüchse sichtbar am RSG. Etwa gelegentliche Schmierereien mit Nazi-Symbolen auf der Außenfassade. Oder Hunderte von Papierschnipseln, die auf dem Schulhof statt im Altpapiercontainer verstreut wurden – bedruckt mit Internet-Adressen rechtsradikaler Gruppen. Solche Rattenfänger-Köder sind für das Reinoldus-Schiller ein Motiv, sich zu wehren.

"Gerade hier muss man sich positionieren"

Ein anderes: „Das Schicksal der Dorstfelder Familie, die nach dem Nazi-Terror ihr Zuhause verlassen hat, berührt viele hier”, so Kreilos. Als Reaktion darauf hatte die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit dem Gymnasium nahegelegt, am nächsten Runden Tisch für Toleranz und Verständigung in Dorstfeld teilzunehmen. Die Zusage kam prompt. „Gerade hier in Dorstfeld muss man sich positionieren, als Einheit, auch als ganze Schule”, betont RSG-Leiterin Sabine Neuser.

Ursprünglich sollte die heutige Menschenkette vom Gymnasium bis an den Wilhelmplatz im Zentrum reichen. 1100 Pennäler während der Unterrichtszeit außerhalb des Geländes – dieses Vorhaben stieß allerdings an schulrechtliche Grenzen.

Also bilden Schüler und Lehrer am Mittwoch einen menschlichen Wall um die Schule. Der formiert sich nach der vierten Stunde, ab 10.40 Uhr. Die Installation soll 45 Minuten dauern, eine Schulstunde also.

Offensives Zeichen gegen das Schweigen

Zunächst wollte das Kollegium die Menschenkette anonym bilden, ohne vorherige Ankündigung in der Presse – aus Sorge um mögliche Provokationen von Rechts. Nach kurzer, intensiver Diskussion entschied man sich dann aber dafür, genau das Gegenteil zu tun. „Als ganz offensives Zeichen dafür, dass wir die Entwicklungen in Dorstfeld nicht ignorieren, nicht billigen und auch nicht totschweigen”, so Jochen Kreilos.

Klaus Brandt

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Kommentare
25.12.2009
22:03
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von James.Brunt | #18

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18.12.2009
21:00
Menschenkette gegen Rechts
von Schüler | #17

Ich bin einer dieser Schüler, die sich ja soooo rege
an den ganzen Rechtsradikalen interessiert haben.
Eins kann man euch mit gutem Gewissen sagen,
undzwar, dass das bestimmt nicht so war!
Im Großen und Ganzen haben alle Kritiker dieser
Aktion mit mindestens einem Standpunkt recht.
Ich muss auch mal sagen, dass ich es schon
belustigend fand, dass unsere Schulleiterin es zu
gefährlich fand diese Kette zum Marktplatz zu
geleiten, was erst stattfinden sollte, dann aber
die kleinen 5.-Klässler an so einer Aktion
teilnehmen lässt. Das finde ich ehrlich gesagt
einfach nur bescheurt, denn ich glaube nicht,
dass irgendjemand von denen kapiert hat, worum
es dort ging. Aber naja, die hätten uns
wahrscheinlich zum Kette schließen gefehlt.
In dem 2. Bericht der WE über unsere
Gegen Rechts-Aktion steht von jemanden
der Beitrag: Warum nur gegen rechts? Was
ist mit den linken, deren Gewalt viel stärker
ist, oder den Islamisten? Frage - berechtigt,
aber auch leicht zu erklären.
Wie der 1. Beitrag hier schon sagt, ist Dorstfeld
der Punkt, der in Deutschland die größte
Nazi-Anzahl hat. Also, warum nicht demonstrieren
dagegen? Selbst im Unterricht sprachen wir
über unsere Aktion, oft kam die Reaktion, dass
sie unnützlich war und ich denke auch, dass
wir vielmehr solche Beschmierungen sogar noch
gefordert haben, aber wir können doch wohl
mal unseren Standpunkt vertreten! Um nochmal
auf die 5.er zurückzukommen: Es gab auch
wesentlich ältere Schüler bei der Aktion, die
genau wussten was geschieht.

17.12.2009
22:57
Blockierter Kommentar.
von Matthias.Kiesel | #16

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17.12.2009
18:16
Blockierter Kommentar.
von Matthias.Kiesel | #15

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17.12.2009
15:03
Blockierter Kommentar.
von rene.bogdanski | #14

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17.12.2009
14:51
Menschenkette gegen Rechts
von DoBiDo | #13

Solche inhaltlosen Aktionen sind doch eher Wasser auf die Mühlen der Nazis. Was soll denn die Menschenkette bringen? Wer wird denn dadurch motiviert sich politisch zu engagieren? Die Flugblätter von Rechts sind doch erst interessant, wenn sie verboten werden und wenn ohne Begründung ein großer Aufmarsch veranstaltet wird.

17.12.2009
11:35
Menschenkette gegen Rechts
von EKSOM | #12

Verharmlosung von Rechtsradikalen und deren Attaken haben dazu geführt, dass eine mutige dortfelder Familie über nacht umziehen musste, weil der Rechtsstaat sie vor rechter Gewalt nicht schützen konnte (eher wollte!) und vor allem gegen die Nazis nichts unternehmen konnte (wollte).
Mit Kränze niederlegen an Mahnmalen und Kerzenanzünden für die Opfer kommt man bei den Nazis nicht weiter.

17.12.2009
00:31
Blockierter Kommentar.
von miriam.lessmann | #11

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16.12.2009
21:24
Menschenkette gegen Rechts
von Iris1310 | #10

@jcm
Zum Thema Inzucht hab ich doch da was ganz Interessantes gefunden.
Aber hat nichts mit Nazis zu tun.

http://blog.rbb-online.de/roller/kontrasteblog/entry/die_cousine_als_ehefrau_behinderte

Das wird uns in Zukunft größere Probleme bereiten als ein paar angebliche Nazis.

16.12.2009
19:12
Menschenkette gegen Rechts
von Iris1310 | #9

Oh mein Gott, in Dorstfeld hat man 5 Nazis gesichtet. Das ist wirklich erschreckend. Da muß man doch was tun. (Ironie aus)
Was im Sudan und in Darfur tagtäglich passiert, interessiert hier keinen. Nein, wir sind die Guten, wir kämpfen aufrecht gegen jeden Nazi.
Wenn es nicht so traurig wäre, müßte ich mich jetzt halbtot lachen.

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