Dorstfelder kämpfen gegen Rechts
27.04.2008 | 16:57 Uhr 2008-04-27T16:57:54+0200Dorstfeld. Etwa dreißig Neonazis vom harten Kern zählt der Staatsschutz in Dortmund. Ein Großteil von ihnen lebt in Dorstfeld. Der Ortsteil ist ein braunes Nest, gegen das die Sozialdemokraten mit ihrem Arbeitskreis "No Go Area für Rechte" ankämpfen. ...
... "Aufklärung ist dabei ganz wichtig", sagt Hans Urbaniak, Ortsvereinsvorsitzender im Oberdorf. Die Mitglieder des Arbeitskreises und Interessierte ließen sich Freitag im Vinzenzheim über die Verbreitung von braunem Gedankengut in Deutschland informieren. Dazu begrüßte Urbaniak einen hochkarätigen Gast aus Berlin: Dr. Dietmar Molthagen von der Friedrich-Ebert-Stiftung. Und die ist der Demokratie verpflichtet. Der Namensgeber war erster demokratisch gewählter Reichspräsident - damals in der Weimarer Republik.
Molthagen stellte eine Studie über rechtsextreme Einstellungen und ihre Einflussfaktoren in der Bundesrepublik vor. Das Erschreckende: "Rechtsextreme Einstellungen sind durch alle gesellschaftlichen Gruppen und in allen Bundesländern gleichermaßen hoch vertreten. Wir haben festgestellt, dass der Begriff ,Rechtsextremismus' irreführend ist, weil er das Problem als ein Randphänomen beschreibt. Es ist aber ein politisches Problem in der Mitte der Gesellschaft", sagt Molthagen. Es gäbe dabei unterschiedliche Stufen, die von Fremdenfeindlichkeit bis hin zur rechten Gewalt reichen.
4872 Menschen wurden bei der Studie befragt, völlig anonym. Darunter gingen 3876 Westdeutsche und 996 Ostdeutsche aus allen Altersgruppen in die Untersuchung mit ein. "Ausländerfeindlichkeit und Chauvinismus fanden die höchsten Zustimmungswerte. Es folgt der Antisemitismus als ein sehr bedeutsames Merkmal rechtsextremer Einstellung, das immerhin von fast jedem zehnten Deutschen geteilt wird", weiß der Experte. So verwundere es auch nicht, dass sich Menschen mit rechtsextremen Einstellungen bei allen erfragten Gruppen wiederfinden lassen, darunter Anhänger aller Parteien, Gewerkschaftsmitglieder und Kirchenangehörige. Hinsichtlich der Bildung und auch des Geschlechts ließen sich Unterschiede machen. So stimmten Befragte mit hohem Bildungsabschluss den rechstextremen Aussagen auf dem Fragebogen in der Regel seltener zu, wie auch Frauen seltener als Männer rechtsextremen Aussagen zustimmten.
Eine Frage der Bildung
Der Arbeitskreis "No Go Area für Rechte" machte Freitag nochmals deutlich, welche Ausmaße der Rechtsextremismus in den letzten Jahren angenommen habe. "Wir müssen unsere Jugend aufklären, aufklären, aufklären", waren sich die Anwesenden einig. Denn immer öfter machen es sich so genannte "Rattenfänger" zur Aufgabe, an Schulhöfen und in Diskotheken das Vertrauen von Jugendlichen zu erschleichen, um sie nach und nach für die Szene zu gewinnen. "Unsere Kinder müssen gegen solche Angriffe resistent sein."
"Rechtsextremismus ist ein politisches Problem in der Mitte unserer Gesellschaft"
Dietmar Molthagen, Projektkoordinator Rechtsextremismus der Friedrich-Ebert-Stiftung
07:23
Es ist ja toll, wenn Sozialdemokraten die Symtome einer sozialdemokratischen Politik der sozialen Kälte und Ungerechtigkeit bekämpfen. Sollte man das nicht lieber mit den Ursachen tun.
07:09
Rechtsextremismus wird aus einem ungebildetem Geist mit fehlender emotionaler Intelligenz heraus geboren. Das Versagen ist in erster Linie Eltern/ Kindergärten und Schulen zuzuschreiben. Ein Junge der gelernt hat, Mitgefühl zu empfinden und nicht als Egoist erzogen wurde, kann sehr wohl unterscheiden zwischen Richtig und Falsch und dies auch zu artikulieren.
23:23
Da kann ich Dietmar Molthagen nur widersprechen.
Rechtsextremismus ist nicht ein politisches Problem in der Mitte unserer Gesellschaft, sondern resultiert immer aus Unzufriedenheit und Verdruß !
Das Problem sind unsere unfähigen Politiker, vernünftige Politik mit gesundem Menschenverstand zu betreiben.
Dietmar Molthagen hat nichts aber auch gar nichts verstanden !
Aufklärung an Jugendlichen ist zwar wichtig, sollte aber nicht das Hauptaugenmerk sein.
Den Politikern ihre No Go Politik zu verdeutlichen wäre meines Erachtens vorrangig.