Vorschläge für einen SC Husen-Kurl der Zukunft
15.01.2010 | 14:05 Uhr 2010-01-15T14:05:00+0100Husen/Kurl. Ist ein neuer Sportplatz für den SC Husen-Kurl realistisch angesichts städtischer Geldnot? Nein, meint Nachbar Ralf Kassemeier. Ihm liege die Zukunft des Vereins am Herzen - „aber man muss die Fakten nüchtern betrachten.”
Kassemeier schreibt: "Liebe Fußballfreunde, auch mir liegt die Zukunft des SC-Husen-Kurl am Herzen - auch wenn manche es nicht glauben wollen - aber man muss die Fakten nüchtern betrachten. Heute fehlen dem SC ca. 10.000 Euro pro Jahr, um seinen Spielbetrieb halbwegs zu finanzieren - auch mit dem neuen Sportplatz wird das Defizit nicht geringer ausfallen. Wie viel Turniere wollt ihr denn veranstalten? Um dieses Defizit zu verringern, muss an jedem Wochenende High-Life stattfinden. Das führt aber auch dazu, dass sich die Kosten erhöhen und langfristig keine Besserung der finanziellen Situation ins Haus steht.
Der SC-Husen-Kurl ist ein sogenannter Einspartenverein - während bei anderen großen Sportvereinen eine große Anzahl von Mitgliedern in den verschiedensten Abteilungen für eine solide Finanzierung sorgt, kann der SC hierauf nicht zugreifen. Alleine die Mitglieder der Sparte Fußball müssen diesen Verein finanzieren. Auch mit dem neuen Sportplatz, der allen Bürgern tief in die Tasche greift, kann das Defizit mittel- bis lang-fristig nicht erwirtschaftet werden. Zum Vergleich, bei Baukosten vom 1,5 Mio Euro betragen alleine die Finanzierungskosten ca. 6.250 € im Monat. Hinzu kommen die Betriebskosten, die sicherlich auch im vierstelligen Bereich liegen werden - ein Fiasko für die Stadt bzw. für uns Bürger.
Zuschuss günstiger?
Die Frage ist hier erlaubt, wäre es nicht günstiger, die Stadt würde dem SC-Husen-Kurl mit monatlich 850 € finanzieren? Sarkastisch gesehen ist ja für alles Geld da in unserem Staat, für notleidende Banker.
Der SC-Husen-Kurl braucht eine gesicherte Zukunft und nicht ein Leucht-turmprojekt, dessen Scheinwerfer aus Kostengründen nicht eingeschaltet werden dürfen. Die aktuellen politischen Antworten der großen Parteien füh-ren den Verein in den weiteren Ruin.
Als Betriebswirtschaftler und Bilanzbuchhalter (die Leute sagen ja alle Erbsenzähler dazu) bin ich eher für eine andere Lösung. Die Vereine und Gruppierungen im Ort müssen sich bewegen - denn wer sich nicht bewegt, kann in Zukunft nichts mehr be-wegen. Da ich kein Schönredner bin, möchte ich hier verschiedene Alternativen prä-sentieren, über die nachgedacht werden sollte.
Husen-Kurl ist einer der schönsten Ortsteile von Dortmund - viele Freiflächen und Wälder, viele Spazier- und Radwege vor der Tür. Wir müssen diese schönen Dinge doch nur zum Wohle unseres Ortes nutzen. Zum Wohle unseres Ortes gehört es auch, Freiflächen zu erhalten und nicht zu bebauen, wie es in den südlichen Stadtteilen er-folgt ist. Freiflächen sind Wohnqualität -
Wäre es nicht schön, wenn wir eine naturnahe zentrale Einbindung der sportlichen Spielstädten in unserem Ortsteil hätten - wäre es nicht schön, wenn wir die vorhande-nen Ressourcen richtig nutzen würden und zum Wohle alle entwickeln würden?
Die neuen Standorte (Zeche Kurl-Gelände bzw. grüne Wiese) sind für Kinder ohne Be-gleitung eigentlich nicht zu erreichen - an der Kurler Straße fehlt eine Ampel, ebenso ist die Entfernung vom Ortskern ein Problem. An der Husener Straße fehlt das Geld zur Restrukturierung der Zechenfläche - wer möchte schon auf Dioxin-verseuchtem Gelände Sport treiben!!!
kurzfristige umsetzbare Maßnahmen
- Die vorhandenen Ressourcen auf dem Fußballplatz werden nicht optimal genutzt - hier die Bitte an den SC Husen-Kurl, Trainer zu verpflichten, die bereits ab 14:00 Uhr ein Training für Kinder anbieten können. In Anbindung an „Schule von 8 - 1“ wäre das ein gelungener Übergang in den Sportverein.
- Das Training der Hobby-Mannschaften in Absprache mit den Nutzern des Werim-boldsportplatzes auf diesen Sportplatz verlegen.
- Bei Spielen, Turnieren oder Training sollte überlegt werden, ob der ehemals von der Firma Deilmann genutzte Parkplatz an der Husener Straße für den SC Husen-Kurl nutzbar gemacht werden kann. Die Fahrzeuge wäre dort besser geschützt als auf den Straßen rund um den Sportplatz. Nicht beteiligte Mannschaften könnten die Organisation des Parkens übernehmen und die Gäste um eine kleine Spende bitten.
mittelfristige Maßnahmen
- Den Sportplatz an der Werimboldstraße wieder so herrichten, dass ein richtiges Fußballtraining ohne Verletzungen durchgeführt werden kann. Die Betonung liegt auf Training und nicht auf Spiel.
- Auf diesem Sportplatz können ohne weiteres Hobbyturniere oder „Spaß an der Freud“ Turnier stattfinden, die den Verein erst einmal finanziell helfen, den Spiel-betrieb und die Jugendabteilung zu unterstützen.
langfristige Maßnahmen
- Umbau des vorhandenen Aschenplatzes in einen Rasenplatz. Dieser Punkt dürfte auch nicht so teuer werden, da vor einigen Jahren erst eine komplett neue Draina-ge verlegt wurde. Der Sportplatz würde so aufgewertet und die Staubbelästigung der Anwohner würde auf ein Minimum reduziert.
- Aufstellen von Lärmschutzelementen an der Ost- und Westseite des Sportplatzes. Wiederaufforstung mit Büschen und Sträuchern am Sportplatzzaun.
Um ein Zuhause für alle Sportler möglich zu machen, sollten weiterhin folgende Mög-lichkeiten geprüft werden:
- Ausbau der „neuen Turnhalle“ zur Dreifachturnhalle mit Unterkellerung des neuen Teils.
- Anbau eines Cafe-Bistro mit einem Cafe-Garten bzw. Biergarten zur Körne hin.
Sport im Verein plus spielende Mannschaften können sich heute nur noch Großvereine bzw. gesponserte Vereine erlauben. Selbst den Bundesligavereinen steht das Wasser bis zum Hals - wie soll es erst den kleinen Vereinen gehen. Dortmund ist hoch verschuldet und hat kein Geld für voluminöse Einzelbauten - also müssen Alternativen geschaffen werden, die bei mittel- und langfristiger Betrachtung ein Cashback ermög-lichen und die laufenden Erhaltungs- und Betriebskosten tragbar gestalten. Hier möchte ich folgende Vorschläge unterbreiten:
- Ausbau der neuen Turnhalle zur Dreifachturnhalle
Hier können nun auch die Mannschaften des TVE Husen-Kurl ihre Handballspiele durchführen und das ewige Reisen hätte ein Ende. Ebenso kann die Halle in drei Teile geteilt werden und kann so zur Rush-Hour von drei Teams gleichzeitig ge-nutzt werden. Eine wesentliche Verbesserung und Erleichterung auch für den Schulsport, ebenso für die sportlichen Aktivitäten in der Fußball-Winterpause!
- Kellerbereich der „neu erbauten Turnhalle“
Der Keller sollte so geplant werden, dass eine Lichtfront in Richtung Körnebach zeigt. In diesem Keller sollte ein Drittel der Nutzfläche als Fitness-Raum eingerichtet wer-den. Einmal können diese Räume tagsüber von den Fitness-Gruppen im Ort (Schwangerschafts-Gymnastik, Rückbildungsgymnastik, Herzsport etc.) genutzt werden - abends können regelrechte Power-Fitness-Kurse stattfinden [Step-Aerobic, BBP (Bauch, Beine, Po), Pilates®, Spinning, etc.]. Aus eigenen Erfahrung sind solche Kurse profitabel und bringen Geld in die Kasse der Vereine.
Weiterhin sollten neben den Dusch- und Umkleidebereichen noch ein Taktikraum geplant werden. Das Taktiktraining gehört in vielen Vereinen bereits zum Grund-training dazu.
- Cafe-Bistroanbau mit Außenbereich
Hier stelle ich mir ein kleines Bistro mit Cafe-Charakter vor. Es sollte auch ein Au-ßenbereich geplant werden - hier können sich die Spaziergänger zu einem Cafe mit Kuchen hinsetzten, die Sportler können nach dem Training gepflegt ein Bier trinken und die Radfahrer können auch eine Pause einlegen
Ich denke, dass diese vorgeschlagenen Maßnahmen dem Ort gut zu Gesicht stehen und allen Sportlern damit genüge getan wird. Mit den Einnahmen aus Vermietung bzw. Verpachtung des Bistro kann die Stadt einen Teil der Betriebs- und Finanzie-rungskosten erwirtschaften. Die Vereine bekommen durch die Nutzung der Kellerräu-me und Erweiterung ihrer sportlichen Aktivitäten neue Mitglieder und Kursteilnehmer - sicherlich können die Fitness-Kurse nicht für 6 Euro im Monat angeboten werden - Fit-ness-Studios nehmen für solche Kurse 30 - 50 Euro im Monat!. Bestimmte Kurse sind sogar bei den Krankenkassen abrechnungsfähig."
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