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LEG-Wohnungen in Wickede

Schon ein halbes Jahr hinter Gittern

17.07.2009 | 17:18 Uhr

Wickede. Kein Stuhl blieb frei während der Informationsveranstaltung der Wickeder SPD für die Mieter der LEG-Siedlung. Die Dringlichkeit einer solchen Veranstaltung wurde durch die Erlebnisberichte einzelner Mieter eindringlich unter Beweis gestellt.

Der Hauptadressat der vielen Beschwerden, die LEG selbst, blieb der Veranstaltung fern. Moderiert wurde der Abend von Dirk Sanke, Stadtbezirksvorsitzender SPD. Der machte klar: Seit dem Verkauf der LEG Wohnen an einen Finanzinvestor haben sich die Bedingungen für die Mieter gravierend verändert.

Das ursprünglich zugesagte Investitionsvolumen von 20 Millionen Euro wurde laut Sanke mit dem Besitzerwechsel eingefroren und nur die begonnenen Maßnahmen wurden beeendet. Somit wurden aus 20 nur noch 8 Millionen Euro.

Landtagsabgeordnete Gerda Kieninger machte deutlich, wie schwierig es sei, die Vorgänge um den Verkauf der LEG zu durchleuchten und im Sinne der Mieter zu hinterfragen. Das Ganze gerate zur geheimen Verschlusssache des NRW-Finanzministers Linssen. Kieninger bot den Mietern ihre Hilfe bei Problemen mit der LEG an. Sie werde die Beschwerden in Düsseldorf öffentlich machen und die Mieter über diese Ergebnisse zeitnah informieren.

Viel Unmut kam auf den Tisch. Ein Mieter schilderte seine Erfahrungen mit Vertretern der LEG und deren Verzögerungs- und Verhinderungstaktik bei berechtigten Beschwerden. Die Mieter fühlten sich verraten und verkauft. Viele der anwesenden Mieter wohnen teilweise schon seit 50 Jahren in der Siedlung und fühlen sich aufgrund des zunehmenden Ärgers in ihren Wohnungen nicht mehr wohl. Manche würden lieber heute als morgen ausziehen. Das, was ihnen zur Heimat geworden war, werde vielen zusehends verleidet.

Als besonderes Ärgernis wurde von den anwesenden Mietern die seit Dezember eingerüsteten Hochhäuser genannt. Die Häuser wurden eingerüstet, aber seit dem ist nichts passiert. Für die Betroffenen heisse das: Verlust von Sicherheit, Dreck und kein Tageslicht. An dieser Stelle empfahl Rainer Stücker vom Mieterverein den Betroffenen die Miete um 10 Prozent zu kürzen. Sie befänden sich damit absolut im Recht. Und: Nur geschlossenes Auftreten der Mieter führe zum Erfolg.

Ratsherr Friedhelm Sohn machte deutlich, dass der Rat der Stadt auf Antrag von SPD und Grünen den Verkauf an den Investmentfonds Whitehall kritisiert. Der Rat hält diese Entscheidung für wohnungspolitisch katastrophal und sozialpolitisch verherend. Die Befürchtungen der SPD im Rat, das der Verkauf zu Unsicherheiten bei den Mietern führen und massiven Verschlechterungen in den Wohnquatieren nach sich ziehen werde, hätten sich vollauf bestätigt. Der Rat bat die DOGEWO21, eine Übernahme der 4000 LEG- und der 8000 Ruhr-Lippe-Wohnungen in Dortmund zu prüfen. Die CDU hatte sich laut Sohn dagen ausgesprochen und wollte eine Privatisierung durch Whitehall und auch eine Übereignung der Mieter.

Die Vertreter der SPD versicherten den Anwesenden als Anwalt ihrer Interessen weiterhin auf der politischen Ebene Druck zu machen und die Besitzer nicht aus ihrer Verantwortung zu entlassen. Der Verkauf der LEG an einen Finanzinvestor sei ein schwerer sozialpolitischer Fehler der Landesregierung, so Sanke.

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