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Im Nordosten

Neue Straße tötet Tiere

29.06.2012 | 17:30 Uhr
Neue Straße tötet Tiere
Natur- und Tierschützer Heinz Heitland in Aktion: „Das verstehe, wer will.“ Foto: Jochen Linz

Im Nordosten. Seit 20 Jahren kümmern sich Naturfreunde ehrenamtlich um den Schutz von Greifvögeln, Amphibien und anderen Tieren im Nordosten. Allein für Turmfalken gibt’s es 20 künstlich angelegte Nistkästen an Strommasten oder in hohen Gebäuden, die Hälfte davon in Wickede und Asseln. Inzwischen reicht die Dortmunder Population bis weit nach Unna, Kamen und Lünen. Der Bau der geplanten Umgehungsstraße L 663n würde die ehrenamtliche Arbeit weitgehend zunichte machen.

Das jedenfalls meint Heinz Heitland, der sich seit Jahrzehnten um Greifvögel und Amphibien im Verein „Arbeitsgemeinschaft Amphibien und Reptilienschutz“ (AGARD) kümmert. Mit Blick auf die Verlängerung der L 663n sagt Heitland: „Die Lust, ehrenamtlich tätig zu sein, tendiert gen Null.“

Das Stück Landesstraße, das Asseln und Wickede umgehen soll, hält Heitland für fatal. „Die aufgebaute Greifvogelpopulation würde mindestens erheblich reduziert - wenn nicht ausgelöscht.“ Viele Vögel würden dabei überfahren, wenn sie totgefahrene Tiere von der Straße holen wollen. „Sie würden ebenfalls den Verkehrstod sterben. Dieses Phänomen ist allgemein bekannt und wurde auf dem Abschnitt zwischen Brackel nach Asseln der L 663n schön häufig beobachtet“, sagt Heitland. Der Freiraum sei für die Futterbeschaffung der Greife „unverzichtbar“.

AGARD-Mitglied Heitland hat nicht nur die Greifvögel im Blick. Auch mehrere tausend Frösche, Kröten und Molche seien gerade im grünen Nordosten beheimatet, habe eine Zählung ergeben. Außerdem zählte die AGARD 2008 21 Laichgewässer vorwiegend im nördlichen Teil des Stadtgebiets. Nicht berücksichtigt die zahlreichen Feuchtbiotope, die im Sommer austrocknen aber häufig besiedelt sind (Bachkolke im Wickeder Holz), Wassergräben in der Feldflur, stau- und sumpfnasse Stellen im und am Wickeder Holz. „Hier handelt es sich um einen besonders sensiblen Bereich, weil die geplante Straße unmittelbar das Naturschutzgebiet berühren würde.“ Wichtig für die Tiere sei aber, dass sie ungefährdet wandern könnten (Erdkröte bis zu 2 000 Meter). Der gesamte Bereich zwischen Südrand Kurl-Husen und Nordrand Asseln-Wickede gehöre zum Lebensraum der Amphibien. Eine Straße durch diesen Bereich in Ost-West-Richtung würden die Populationen „durch Straßentod mindestens erheblich schwächen, ja in bestimmten Bereich wie dem Ostholz fast völlig auslöschen“, so AGARD-Heitland.

Der Naturschützer hält den Straßenbau-Befürwortern einen Anachronismus vor: Jahrelang förderten sie mit Steuergeldern den Greifvogel- und Amphibienschutz; nun wollen sie eine Straße, die alles wieder zunichte macht.

Heitland: „Das verstehe, wer will.“

Alexander Ebert

Kommentare
30.06.2012
11:52
Neue Straße tötet Tiere
von Frankfurter | #1

Da fragt man sich doch wieso "Naturschützer" überhaupt Nistkästen in Nähe der zukünftigen L 663 aufbauen. Es ist doch seit Jahrzenten bekannt das die...
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1 Antwort
Neue Straße tötet Tiere
von sl74 | #1-1

Und was ist mit unserer Umwelt?? Dortmund ist bereits die 6. lauteste Stadt in Deutschland. Duch die L663n-Weiterführung würden von der A1 noch mehr LKW durch die Ortsteile fahren. Haben die Menschen, die aktuell dort Wohnen kein Anspruch auf "Ruhe"??

Außerdem bringt die L663n keine Hellweg-Entlastung. Das haben die Verkehrszählungen der Stadt Dortmund doch gezeigt! Aktuell fahren 15.000 pro Tag auf dem Hellweg. Mit der L663n wären es immer noch 10.000 bis 11.000. Das ist keine Entlastung (die zudem noch mehr als 10 Mio. € kosten würde). Wenn man dann noch bedenkt, dass auf der Weiterführung der L663n bis zu 25.000 PKW/LKW fahren sollen, dann ist es keine Entlastung, sondern eine erhöhte BElastung.

Die Mehrheit in Dortmund-Wickede, Asseln und Husen wollen diese Strasse nicht. Vielleicht kommt die SPD ja mal bald zur Besinnung....

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2012-06-29 17:30
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