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Marketing lenkt Weg zu den Stolpersteinen

27.04.2009 | 17:37 Uhr

Eving. Gerne hätten sie am Dienstag den nächsten Termin zur Verlegung von Stolpersteinen angekündigt, die Frauen und Männer vom Stadtbezirksmarketing Eving. Doch für den 2. Juni, der Tag, der vorgesehen war, sagte Gunter Demnig ab.

So wurde die zweite Nachricht eine erste: Im Oktober erscheint ein Flyer mit allen Standorten der bereits verlegten und noch zu verlegenden Stolpersteine in Eving und den entsprechenden Lebensläufen der von den Nazis ermordeten Menschen.

An vier Stellen erinnern bereits die zehn mal zehn Zentimeter großen Steine mit Namen sowie Geburts- und Sterbedaten an die Frauen und Männer, die einst in Eving lebten. Sechs weitere Stellen sollen noch Denkmal werden. Sie tragen die Namen von Gustav Budnik, Bergmann und KPD-Mitglied, im April 1945 im Rombergpark erschossen; von Friedrich Rapior, Anstreicher und vermutlich KPD-Sympatisant, nach einer tätlichen Auseinandersetzung mit einem Nazi zum Tode verurteilt; von Hans Voit, Bergmann und KPD-Sympatisant, wegen der selben Anklage wie Rapior zum Tode verurteilt; von Max Schild, Textilhändler, in der Gaskammer in Auschwitz ermordet; von Levi und Cornelia Sternberg, sie starb 1939, er kam 1942 in Theresienstadt ums Leben.

Alle Standorte auf einem Weg zu besuchen, ist nicht nur weit, sondern auch zuviel an Information, meint Magdalene Strugholz, die vor allem mit ihrer Mitstreiterin Monika Berg in der Bürgerinitiative „Gesicht zeigen gegen rechts” über das Leben der genannten Menschen recherchiert hatte.

„Man kann sich Schwerpunkte setzen”, regte sie an und empfahl einen Rundgang in Eving, einen in Lindenhorst und einen in Eving. Außer den Stolpersteinen erinnern Denkmäler und Tafeln an Orte, an denen sich das Schicksal von Menschen im Nationalsozialismus entschied wie am Eckeystadion.

Wenn das Faltblatt dann in der Serie „Wege im Stadtbezirk Eving” im Herbst erscheint, haben viele Frauen und Männer viel daran gearbeitet wie die Mitglieder im Heimatverein Holthausen, Evinger Geschichtsverein, der Naturfreunde und der evangelischen Kirchengemeinde Brechten.

Susanne Schulte

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