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1. Brackeler Kulturnacht

Kein Platz für Nazis

13.05.2009 | 19:43 Uhr
Kein Platz für Nazis

Brackel. Bunt statt Braun, Vielfalt statt Deutschtümelei. Mit der 1. Brackeler Kulturnacht will das Stadtbezirksmarketing ein machtvolles Zeichen gegen den Rechtsradikalismus setzen.

Vom 4. bis 6. September, dem Wochenende des geplanten Nazi-Aufmarsches in Dortmund, zeigt der ganze Stadtbezirk, dass es auch anders geht als tumb.

Sie wollen den Rechten keinen Zentimeter Boden schenken, keinen Raum geben für Springerstiefel und Parolen. Wie vor zwei Jahren. Schon als die Nazis am 1. Mai 2007 durch Brackel und Körne ziehen wollten, machte der Marketingkreis mobil. Am Ende blieb der Nordosten vom Mob verschont.

Nach den Jagdszenen bei der DGB-Maikundgebung vor zwei Wochen sind die Brackeler jetzt erneut zum Handeln entschlossen. „Die extralange Kulturnacht soll zeigen, wie bunt und vielfältig unser Stadtbezirk ist. Und sie wird beweisen, dass wir alle Plätze, Straßen und Einrichtungen selbst brauchen und gar keinen Platz haben für braune Aktionen”, sagt Christel Matthes.

Sie hatte die Idee zu der Veranstaltung. Und sie hat vorgesorgt: Für alle wichtigen Punkte und Plätze in Brackel sind bei der Stadt Genehmigungen beantragt. Somit wird die Kulturmeile zur Bannmeile für ungebetene Gäste.

Bunt statt Braun.

„Als der Termin für den Nazi-Aufmarsch feststand, haben wir gesagt: Da halten wir gegen – mit Leben, Kultur und offenen öffentlichen Räumen”, sagt Bezirksverwaltungschef Werner Nowack. Ein fröhliches Fest soll es werden, eines, das zeigt, was der Stadtbezirk alles kann. Einige Aktionen stehen schon fest, etwa das Lichterfest der evangelischen Kirchengemeinde am Freitag, 4. September. Dazu Ausstellungen, Konzerte, ein großes Kinderfest. Weitere Vorschläge sind erwünscht – gerne auch schrägere Ansätze, die Publikum ziehen.

Eine Idee sieht Bezirksbürgermeister Karl-Heinz Czierpka in der Hauptrolle. Der würde gern Brecht-Texte lesen – „nachts, im Schein einer Stehlampe, vielleicht im Aufzug des Brackeler S-Bahnhofs?” Geistig Verirrte dürften ihm ruhig zuhören.

Ursprünglich sei die Aktion „nicht gegen Braun, sondern für Bunt” adressiert gewesen, so Czierpka. „Aber da war der 1. Mai noch nicht. Der hat unsere Sichtweise verändert.”

Ein Vorbereitungstreffen findet am Donnerstag (25.), 19 Uhr, im kath. St. Clemens-Gemeindezentrum, Flughafenstraße 50, statt. Wer sich beteiligen möchte, ist dort willkommen.

Klaus Brandt

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