"Die richtige Lösung ist die schnelle"
06.05.2009 | 18:07 Uhr 2009-05-06T18:07:00+0200Scharnhorst. Jetzt ist die Suche nach einem neuen Sportplatz für den SC Husen-Kurl ein politischer Vorgang. Die Mitglieder der Scharnhorster Bezirksvertretung stimmten am Dienstag mehrheitlich dafür, diesen auf dem Grundstück der ehemaligen Zeche Kurl anzulegen.
Gleichzeitig soll die Stadtverwaltung prüfen, ob der alte Sportplatz an der Werimboldstraße wieder hergerichtet werden kann.
Mehrere Dutzend junge Fußballer und deren Eltern waren mit Plakaten zur Sitzung gekommen, um dem Gremium klar zu machen, wie wichtig ihnen der Sport ist, den sie nach Anwohnerbeschwerden nur noch eingeschränkt an der Husener Eichwaldstraße ausüben können. Die Bezirksvertretung konnte nicht mehr machen, als die Sache nun in Gang zu bringen. „Wir haben das Problem nicht zu verantworten”, so Bezirksbürgermeister Heinz Pasterny. „Wir haben es serviert bekommen und haben es nun vor der Haustür liegen.”
Udo Wortmeier (CDU) meinte zur Verwaltungsgerichtsentscheidung zum Lärmschutz der Sportplatz-Anwohner: „Ungeheuerlich, wie hier vorgegangen wurde.” Man könne es nicht dulden, dass jeder, der sich gestört fühle, einen Sportbetrieb lahm legen könne. Andreas Edelstein, Vorsitzender des Vereins, hatte zuvor in der Einwohnerfragestunde gesagt: „Wir werden uns einer Verlegung nicht widersetzen, halten uns aber aus der Standortdebatte heraus. Die richtige Entscheidung ist in diesem Fall die schnelle.” Ein paar Monate, so hatte Edelstein in früheren Gesprächen betont, könne man überbrücken. Man müsse aber eine Perspektive haben.
Die schnelle Lösung, wie der Verein sie fordert, könnte aber auch die hässlichste sein. Wie Ratsmitglied Ulrike Matzanke anmerkte, werde selbst die schnellste Lösung mindestens ein Jahr dauern und das sei dann der Bau einer sieben Meter hohen Lärmschutzwand rund um den Sportplatz. Was die Fußballer vielleicht nicht stören mag, aber die Anwohner.
Mit 500 Mitgliedern ist der SC Husen-Kurl der größte Fußballverein im Stadtbezirk. 300 Kinder sind hier aktiv. Wie aktiv, das zeigte die Unterschriftensammlung am vergangenen Wochenende. Bislang setzten sich 1500 Menschen auf dem Papier dafür ein, dass der Verein eine neue Bleibe bekommt. Die Listen übergab am Dienstag nach der Debatte der SC-Jugendspieler Sebastian Zwick an den Bezirksbürgermeister. Pasterny versprach den Vereinsmitgliedern: „Was wir tun können, darauf können Sie sich verlassen, das tun wir auch.”
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