Neonazi muss für Ohrfeige 500 Euro zahlen
16.10.2007 | 13:23 Uhr 2007-10-16T13:23:44+0200Der Mann ist ein bekennender Rechter. Dass ihn ein Dortmunder aus der linken Szene im Streit als "Scheiß Neonazi" bezeichnete, damit könne er wohl leben. Als der Andere allerdings näher kam, "da wollte ich schon ein Zeichen setzen."
Das "Zeichen" brachte ihn jetzt wegen Körperverletzung auf die Anklagebank des Amtsgerichtes. Den Weg hätte sich der bullige Mann sparen können, wenn er gleich den Strafbefehl in Höhe von 500 Euro gezahlt hätte. Demnach hat er seinem Widersacher am 28. April auf dem Bahnhofsvorplatz mit der flachen Hand einen Schlag in den Nacken versetzt, was der Neonazi vor Gericht zunächst leugnete: "Ich habe ihn wohl ein bisschen geschubst, wollte ihn zur Rede stellen", behauptete der Mann, der von zahlreichen Gesinnungsgenossen ins Gericht begleitet wurde. Monate nach dem Vorfall wusste nur noch, dass sich eine junge Dame mutig zwischen die Streithähne warf. "Die Sache war für mich erledigt." Bei der Polizei hatte der mit 1,9 Promille betrunkene Mann dagegen etwas anderes gesagt. Nämlich, dass er sehr wohl geschlagen habe, der Schlag aber harmlos gewesen sei. Tatsächlich wurde sein Kontrahent nicht verletzt, kam auch als Zeuge nicht ins Gericht. Dennoch: "Hauen darf man nicht. Wir leben in einem Rechtsstaat", sagte Amtsrichterin Nicole Altemeier und riet dem Angeklagten, seinen Einspruch gegen den Strafbefehl nochmal zu überdenken - ein Urteil könnte teurer werden. Hilfesuchend sah der Mann zu seinen Begleitern im Zuschauerraum, holte sich kurz auf dem Gerichtsflur Rat und sagte dann schweren Herzens: "Okay, ziehe den Einspruch zurück." Die 500 Euro kann er jetzt in Raten abstottern.
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