Nach Überfall muss Neonazi in Haft
15.04.2008 | 20:24 Uhr 2008-04-15T20:24:47+0200Wieder einmal hatten sich Neonazis die Linken-Szene-Kneipe "Hirsch-Q" in der Brückstraße vorgeknöpft. Der Überfall in der Nacht zum 2. September 2007 brachte gestern einen der beiden angeklagten Rechten hinter Gitter.
Wegen gemeinschaftlichen Landfriedensbruch und gemeinschaftlicher Körperverletzung verurteilte das Schöffengericht Markus N. (25) zu einer Haftstrafe von einem Jahr. Er gilt als Anführer jener Gruppe, die auf die "Hirsch-Q" losstürmte. Kurz vor jenem Überfall ist er bereits wegen Körperverletzung verurteilt worden. "Sie haben sich nicht als bewährungswürdig gezeigt", begründetet Amtsrichter Ulrich Esken kurz und eindeutig die Entscheidung. Anders sah es mit dem zweiten rechten Gesinnungsgenossen aus: Dietrich S. (24) hatte bisher nur Geldstrafen kassiert - er bekam noch einmal eine Chance. Das Urteil: vier Monate Bewährungsstrafe und 1000 Euro Geldbuße.
Die Nacht zum 2. September, Stunden nach den Demonstrationen zum Antikriegstag. Die Stimmung auf beiden Seiten: noch immer aufgeheizt. Als es gegen zwei Uhr nachts unten in seiner Kneipe schepperte, wusste der Wirt der "Hirsch-Q" in der darüberliegenden Wohnung sofort Bescheid. "Ich bin gleich 'raus, etwa 15 Leute standen im Halbkreis vor der Kneipe." Und wieder einmal sah er Flaschen fliegen, Pflastersteine. "Ich bekomme schon Rabatt beim Glaser, so oft brauche ich eine neue Scheibe", sagte der Wirt trocken. Etwa 2000 Euro koste eine Scheibe im Normalfall. "Ich zahle nur noch 1000 Euro." Jener Neonazi, der jetzt ins Gefängnis muss, hatte auch gestanden, einen schweren Werbeständer in die Scheibe gedonnert zu haben.
Damals überschlugen sich die Ereignisse: Pfefferspray wurde in die "Hirsch-Q" gesprüht. Gäste der gegenüberliegenden Kneipe, die ahnungslos die laue Sommernacht genossen, bekamen eine Ladung ab. Ein Passant hatte das Pech, zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein: Er erlitt eine Schädelprellung, als ihm die Gruppe entgegen gerannt kam.
Der Wirt der "Hirsch-Q" fackelte damals nicht lange, heftete sich sofort an die Fersen der Rechten. An der Coronita-Bar kam schon die alarmierte Polizei, konnte die Angeklagten festnehmen. Der Wirt der "Hirsch-Q", er war der wichtigste der gestern gehörten acht Zeugen. In jener Nacht hatte er gegenüber der Polizei vom "Dicken" und dem "Kleinen" gesprochen. Als Amtsrichter Esken die Angeklagten aufforderte aufzustehen, war sich der Zeuge sicher: "Ja klar, das ist der Dicke, das der Kleine."
11:35
Einen wirklich detaillierten Prozessbericht findet man übrigens hier : http://de.indymedia.org/2008/04/214172.shtml
09:52
#1
Tja, Pech gehabt, müssen sie wohl in eine jener No-Go-Areas geraten sein, von denen weiter oben der GdW-Pozilist nebulös zu berichten weiß!
Aber es muss wohl so sein, geht es doch um unser aller Zukunft. Denn, wie heisst es so schön weiter im Text des Pozilisten: Die Rechten besetzen sozialpolitische Themen, auf welche die Politik keine Antwort findet. Na, der Mann muss es ja wissen - in einer Stadt, wo man wahrlich das Gefühl vermittelt bekommt, die Pozilei ist auf dem rechten Auge blind...
00:18
Man sollte dazu sagen, dass an diesem Abend eine Privatparty in der Hirsch Q statt gefinden hat. Von den Beteiligten hat niemand etwas mit Antifa o.ä. zu tun gehabt. Trotzdem wurden die Leute mit Flaschen beworfen...