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Mit Tempo 300 entspannt durch Deutschland

30.11.2007 | 21:08 Uhr

Ganz entspannt sitzt Axel Fahidi im Führerstand. Brücken und Mauern rasen nur an ihm vorbei. Brigitte Siegmund schaut ihm über die Schulter. "Man merkt garnicht, dass wir 300 km/h fahren. ...

... Auf der Autobahn habe ich bei 160 das Gefühl, dass ich gleich abhebe." Bei der WR-Aktion "Dortmund erleben" hat Siegmund die Fahrt im ICE 3 gewonnen. Keine, die man per Ticket kaufen kann. Die Deutsche Bahn AG hat die Mitfahrt beim Lokführer möglich gemacht. Und nicht nur in einem - gleich in vier Zügen konnte die Gewinnerin Platz nehmen. Schließlich sollte sie die Chance bekommen, das Paradepferd der Bahn in voller Fahrt zu erleben.

Im Ruhrgebiet geht das jedoch nicht. Erst auf der ICE-Neubaustrecke zwischen Frankfurt und Siegburg konnte sie den Kraftprotz in voller Fahrt erleben. Scheinbar mühelos scheint der 42-jährige Lokführer den ICE an die Tempo-300-Marke zu führen. Die Geschwindigkeit nehmen die hunderte Passagiere in dem 400 Meter langen Zug jedoch kaum war. Sie lesen Zeitung, arbeiten, schlafen oder essen.

Damit die Passagiere das können, ist jedoch viel Technik gefragt - und Voraussicht. Denn der Zug ist bei Tempo 300 nicht "mal eben" zum Stehen zu bringen. Um die Passagiere nicht aus den Sitzen zu reißen, müssen bei 300 Stundenkilometern zehn Kilometer Bremsweg eingeplant werden. Ungläubiges Staunen bei Gewinnerin Brigitte Siegmund. Und eine Notbremsung? "Selbst bei einer Notbremsung sind bei dieser Geschwindigkeit drei bis vier Kilometer Bremsweg das Minimum", berichtet Zugführer Friedhelm Hellwig.

Seit 1972 fährt er Züge. Den ICE 3 hat der Kölner schon in der Testphase gefahren. Für ihn ein Traumjob. "Zugfahren hat mich schon immer fasziniert", berichtet Hellwig. Gerade der neue ICE reizt ihn: Die Technik, die Geschwindigkeit. Und man kommt viel 'rum. "S-Bahn-Fahren ist da nicht so prickelnd." Lieber ICE: "Das ist unser bestes Pferd im Stall."

Doch die Geschwindigkeit ist auch ein Problem: Auf Sicht können die Lokführer eben nicht fahren. "Dann könnten wir nicht schneller als 40 Stundenkilometer fahren", weiß der Lokführer. Aber sollte ein Mensch auf den Gleisen stehen? "Wenn ich ihn sehe, ist es schon zu spät", seufzt der 57-Jährige. 35 Jahre sitzt er auf dem Bock. "Zu Glück ist mir das noch nicht passiert." Er denkt lieber an die schönen Seiten des Jobs: Man sehe viel vom Land: Hamburg, München, Stuttgart, Berlin. "Bei Regio käme ich nur nach Düsseldorf oder Essen!", sagt er lachend.

1000 Lokführer werden gesucht

In den Jahrzehnten hat Hellwig viele Veränderungen erlebt. Bei der Technik, aber auch bei der Fortbildung. Beispielsweise das Simulatortraining. "Da gehe ich immer mit Herzklopfen hin", gesteht der erfahrene Lokführer. "Er ist eben nicht mein Freund." Mit ihm werden sich aber die künftigen Lokführer anfreunden müssen. 1000 Stellen hat die Bahn ausgeschrieben - nicht zuletzt, weil der Güterverkehr stark zunimmt.

Die Zugangsvoraussetzungen wurden vereinfacht. Früher mussten die Lokführer technische Berufe gelernt haben, beispielsweise Schlosser oder Elektriker. Heute ist das keine Voraussetzung mehr. "Viel schrauben kannst du heute eh nicht mehr", betont Hellwig. "Heute ist Lokführer mehr ein Überwachungsjob", ergänzt sein Dortmunder Kollege Eugen Grundhöfer. Konzentration ist da eher gefragt als technisches Verständnis.

Von Alexander Völkel

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Kommentare
03.12.2007
01:19
Mit Tempo 300 entspannt durch Deutschland
von ausdortmund2 | #1

Was hat das mit Dortmund erleben zu tun?

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