Mit 20 Pferdestärken für mehr Sicherheit
20.11.2009 | 18:57 Uhr 2009-11-20T18:57:00+0100
Nervös beben die Nüstern, als plötzlich ein großer, roter Ball über den Lehmboden auf ihn zurollt. So etwas hat der 'Feine Kerl' noch nicht gesehen. Mit einem Schnauben springt das Pferd kurz zur Seite. Aber nur kurz.
„Das ist auch in Ordnung. Sie dürfen gucken, dürfen zucken, aber müssen dann wieder funktionieren", sagt Kersten Klophaus. Er ist Leiter der Landesreiterstaffel Westfalen, die an der Strobelallee auf dem Gelände des Reitvereins Dortmund untergebracht ist.
Hier trainieren 25 Polizisten und 20 Pferde für ihre Einsätze in ganz NRW. Vier bis sechs sind es im Schnitt pro Woche. Bei Fußballspielen, Demonstrationen und auch bei Volksfesten sorgen Ross und Reiter der Polizei für Sicherheit. Dazu kommen noch Unterstützungsaufgaben in den Behörden: Streifendienst zur Bekämpfung von Wohnungseinbrüchen oder Straßenkriminalität. Es ist die bloße Präsenz der großen Tiere, die auf der Straße ein Sicherheitsgefühl vermitteln soll – aber auch Respekt einflößt im Einsatz.
Rückblende: Beim vergangen Revier-Derby zwischen Borussia Dortmund und dem FC Schalke im September beobachten die Polizisten vom Sattel aus, in über drei Metern Höhe, das Geschehen. Aus dieser Perspektive sind die Beamten im Vorteil zu ihren Kollegen am Boden, können Tendenzen in der Masse besser erkennen.
»Dann kann ein Pferd auch mal durchgehen«
Nach Spielende versammeln sich etwa 300 zum Teil mit Eisenstangen bewaffnete Gäste-Fans und weigern sich, den Weg Richtung U-Bahn anzutreten. Ganz langsam setzen sich die Reiter in Bewegung. In einer Reihe kommen sie dem Mob entgegen und stellen so in Zusammenarbeit mit einer Hundertschaft sicher, dass die Fans nicht ausbrechen, sondern in den Bahn-Waggons verschwinden.
Doch die Gegenseite weiß, wie sie die ruhige Phalanx der Reiter in ein wildes Chaos verwandeln kann. Mit knisternder Alu-Folie oder scheppernden Dosen versuchen Demonstranten und Fußball-Randalierer die Pferde zu beunruhigen. „Es ist auch mal passiert, dass dann ein Pferd durchgeht und die anderen ansteckt”, erinnert sich Kersten Klophaus. Deshalb trainieren Ross und Reiter zusammen täglich diese Situationen. In der Reithalle, auf Außenplätzen oder in Industriebrachen.
An diesem Morgen liegen ein roter Teppich und eine blaue Plastikfolie auf dem Boden der Reithalle. Für die Hufe ein ungewohntes Terrain, für die sensiblen Ohren der Pferde ein neues Geräusch. Deshalb reiten die Polizisten ihre Tiere immer wieder über die farbigen Flächen, um ihre natürliche Scheu, den Fluchtinstinkt zu überlisten. Zum selben Zweck müssen die Pferde ihre Köpfe von Fahnen bedecken lassen, sich offenem Feuer aussetzen und Kersten Klophaus hinterhertraben, obwohl der mit dieser gold und silber blinkenden Folie fiese Töne verursacht. 'Falco' und 'Focus' nehmen 'Feiner Kerl' in die Mitte. Er war ein paar Wochen verletzt und muss nun wieder behutsam an die Arbeit herangeführt werden. „In solchen Fällen oder bei neuen Pferden rahmen wir sie bei Einsätzen immer mit erfahrenen Tieren ein”, sagt Kersten Klophaus.
Und diese Einsätze können richtig lange dauern. Bei der Sicherung des Castor-Transports sitzen die Polizisten – zwar mit Unterbrechungen – zehn bis zwölf Stunden im Sattel. Selbst, wer gern reitet, hat danach erst einmal genug von Pferden.
00:01
Warum hat man es nicht bei dem Beschluß von 2005/2006 belassen.
Weg mit allen Reiterstaffeln.
Absolut sinnlose Geldausgabe.
14:40
Nein, die, die überall hinkacken, das sind Hunde, respektive deren Herrchen.
11:32
Sind das die, die überall hinkacken?
09:52
Ein Witz !
Wir hatten mal eine gut funktionierende Reiterstaffel. Die Pferde und Reiter waren super trainiert. Dann haben wieder irgendwelche hohen Herren vorgerechnet das die Pferde zu teuer sind und um 2005-2006 wurden alle Reiterstaffeln geschlossen. Zur WM wurden dann ploetzlich neue Reiterstaffeln eroeffnet mit neuem Personal und billigen LEASING-Pferden. Und das Ergebnis sieht man hier : Immer noch am trainieren. Kosten wurden gesenkt aber das Ergebnis geht auf Kosten der Sicherheit fuer die Buerger.
Kleiner Rechercheansatz fuer den Westen........