Midge Ure – mit Gitarre und (zu) viel Technik
27.10.2010 | 12:14 Uhr 2010-10-27T12:14:00+0200
Dortmund. Was hatte dieser Mann für Hits! Über drei Jahrzehnte pendelte Midge Ure zwischen Hard Rock und Elektropop. Jetzt ist er auf Tour. Nur mit seiner Gitarre – und jeder Menge Technik. So war das Konzert im Piano nicht so ganz überzeugend.
Wer den Namen Midge Ure hört, denkt unweigerlich an die Band Ultravox oder Hits wie „If I was“ oder „Breathe“. Ures Musik war stets opulent produziert. Umso interessanter war es, den Schotten einmal nur in Begleitung seiner akustischen Gitarre zu hören. Doch unplugged war das nicht, was der 57-Jährige auf der Bühne des Musikclubs Piano zelebrierte.
Zu viel Technik war im Spiel
Zu viel Technik war im Spiel, um Ures Stimme den gewohnten echoähnlichen Charakter zu verleihen. Sein Gitarrenspiel wirkte zu verfremdet, die Stimme oftmals zu verzerrt, es schlich sich beinahe der Verdacht ein, Ure sänge hier zum Playback. Tat er aber nicht.
So führte der Schotte 75 Minuten lang durch einen bunten Mix aus eigenen Hits und Cover-Versionen. Das erste Highlight ganz klar: Ures Visage-Hit „Fade to Grey“, der eindrucksvolle Beweis, dass ein guter Song ein guter Song bleibt, ganz gleich, wie er instrumentiert wird. Gleiches gilt für die Akustik-Versionen von „Breathe“ oder insbesondere auch „Vienna“. Ganz im Gegenteil zum technisch überfrachteten 80s-Knaller „Dancing with tears in my eyes“, den Ure mit viel zu viel Hall, Echo und sonstigen Finessen unnötig aufgepeppt hat. Das passte so gar nicht zu dem kleinen glatzköpfigen Mann, der da nur mit Gitarre ausgestattet auf der Bühne stand.
Weniger Effekte wären schön gewesen
So bleibt am Ende ein gemischtes Fazit. Ure hat einerseits gezeigt, dass er ein sehr guter Sänger und Gitarrist ist und Songs komponiert, die einfach immer funktionieren. Andererseits wäre ein sparsamerer Umgang mit Effekten wünschenswert gewesen, um den Songs noch mehr Raum zu geben.
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