Cassandra Steen live besser als auf CD
05.10.2009 | 19:24 Uhr 2009-10-05T19:24:00+0200
Glashaus, Freundeskreis und Bushido hat sie schon ihre Stimme geliehen und auch auf Solopfaden wandelt sie in vorderen Chartregionen: Cassandra Steens Stimme ist derzeit in aller Ohren. Bei ihrem Auftritt im FZW bewies sie, dass ihr balladesker Pop, live um einiges druckvoller daherkommt.
Das liegt auch an ihren spielfreudigen Musikern, die sich langsam eingrooven. Das Publikum klatscht sich warm. Der Boden ist bereitet. Cassandra Steen erscheint, die schwarze Mähne streng zurückgesteckt - los gehts mit „Darum leben wir". In ihrer tiefen, dunklen Stimme schwingt immer Melancholie mit. Die Band liefert den tanzbaren Rhythmus. So stellt die aktuelle Single gleich den Schalter auf Bewegung um. Dass der Innenraum nur halbvoll ist, stört weder Musiker, noch Fans. Denn die stehen auch bei „Fallen nach oben” nicht still. Nicht nur an Körpergröße überragt Cassandra Steen ihre Mitmusiker, auch ihre voluminöse Stimme setzt sich mühelos gegen E-Gitarre und Schlagzeug durch.
Der rauere und druckvollere Live-Sound tut ihren Songs richtig gut, die als Studioproduktion etwas zu glattgebügelt und gefällig daherkommen.
Auch ein Selig-Cover passt ins Bild
Da passt auch das Selig-Cover „Ohne Dich” gut ins Bild, bei dem die Theatralik durch das übertriebene Posen des Gitaristen gebrochen wird. Solche selbstironischen Einlagen sorgen dafür, dass die Melancholie nicht überhand nimmt. Obwohl die Grundstimmung ihrer Songs balladesk und die Texte nachdenklich sind, sorgen Cassandra Steen und ihre Band dafür, dass alles tanzbar bleibt. Selbst der Schmachtfetzen „Wie du lachst”, verfügt da über einen treibenden Rhythmus, zu dem sich die Sängerin lasziv über die Bühne bewegt.
„Hammer”, wie eine junge Zuschauerin meint. Aber etwas fehlt: „Stadt” rufen die Zuschauer. „Wir bauen sehr gerne eine Stadt mit euch”, antwortet Cassandra Steen, bevor es mit der Hitsingle noch mal richtig abgeht und die Zuschauer ihrem Drang nach Bewegung und Gesang nachgeben. Statt des „Ich + Ich” Sängers Adel Tawil steht Fatsum als Duettpartner auf der Bühne, der auch das Vorprogramm bestitt.
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