Das aktuelle Wetter Dortmund 11°C
Wirtschaft

„Kultur-Revolution“ bei RWE bedroht Arbeitsplätze

31.07.2012 | 18:25 Uhr
„Kultur-Revolution“ bei RWE bedroht Arbeitsplätze
Der RWE-Konzern in Dortmund wird vermutlich in Zukunft Stellen abbauen.Foto: Vossgraff

Dortmund. Es gibt (noch) rund 2000 Mitarbeiter innerhalb des RWE-Konzerns , die in Dortmund arbeiten. Und eigentlich sind diese Arbeitsplätze sicher: Denn bevor vor zwölf Jahren die Fusion der Dortmunder VEW AG und der RWE AG (Essen) erfolgte, wurde die Zahl der künftig RWE-Beschäftigten in Dortmund festgeschrieben - in einem Überleitungsvertrag. Nun bedroht eine „Kultur-Revolution“ im RWE-Konzern die Abmachung, die sichere Arbeitsplätze garantieren sollte und soll.

Der neue RWE-Konzernchef Peter Terium will nicht zurückblicken, er will Stellen in großem Umfang konzernweit abbauen, Arbeitsfelder ausgründen (in preiswertere Unternehmen) und auch Aufgaben ins Ausland verlagern. So ist denkbar, dass Rechnungen, die vom Konzern verschickt werden, künftig nicht mehr in Deutschland erstellt, bearbeitet und versandt werden, sondern beispielsweise von der tschechischen Tochtergesellschaft in Brünn. Seine Vorstellungen hatte Terium 300 Führungskräften bei einem Treffen in Istanbul zu vermitteln versucht.

Großes Potential für sozialverträglichen Stellenabbau

Von langfristigen Zusicherungen, betriebsbedingte Kündigungen auszuschließen, hält Terium nichts, wie auch bei den gestern stattgefundenen - und vertagten - Tarifverhandlungen mit der Gewerkschaft Verdi klar wurde. Insider gehen davon aus, dass RWE ein großes Potenzial hat, um Mitarbeiter in den nächsten zehn Jahren sozialverträglich über Altersteilzeit abzubauen. Doch diese Option dürfte ohne harte Verhandlungen kaum erreichbar sein.

Die Stadt Dortmund und insbesondere deren Oberbürgermeister , der im Aufsichtsrat der RWE AG sitzt, haben zwei Möglichkeiten, für Dortmunder Interessen einzutreten. Die schlagkräftigste dieser Optionen ist, genauestens darauf zu achten und darauf zu pochen, dass der im Jahr 2000 geschlossene Überleitungsvertrag VEW/RWE eingehalten wird. Die zweite Möglichkeit hat die Stadt inklusive der Stadtwerke in ihrer Funktion als Aktionär. Insbesondere im Verbund mit den kommunalen RWE-Aktionären, die im Pool über 15 Prozent der Aktien halten, kann massiv Einfluss auf die Konzernspitze ausgeübt werden. Geschehen ist dies nach Wissen der WAZ bisher noch nicht.

Klaus Buske



Kommentare
31.07.2012
23:31
Aktien-Logik
von vaikl2 | #1

Natürlich werden die Kommunen nicht mit ihren Anteilen drohen, denn der Aktienmarkt wird solche Einflussnahme mit noch stärkerem Kursverlust abstrafen und die Kommunen dürfen dann ihre Dividende, die in Dortmund ja vieles am Laufen hält, in den Sand schreiben.

Und auch 15 Prozent dürften im Aufsichtsrat nicht ausreichen, um Altverträge zu retten, deren Inhalt das Konzernergebnis in der jetzigen Krise noch weiter schmälern kann.

Es tritt nun ein, was man solchen kommunalen Beteiligungen vorhergesagt hatte: Solange der Konzern rund läuft, ist alles in Butter. Aber wehe, der Motor kommt ins Stottern...

Aus dem Ressort
Fünf Fakten über die Sprengung des Kohleturms
Kokerei Kaiserstuhl
75 Meter ist der Kohleturm der ehemaligen Kokerei Kaiserstuhl hoch, bald soll er nur noch ein Haufen Trümmer sein: Am Samstagmorgen (23. 8.) soll der alte Stahlwerksbau gesprengt werden. Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um den lauten Abriss
Dortmunder Tiger gut im neuen Heim angekommen
Sita und Kara
Die beiden Tigerdamen Sita und Kara haben am Montag den Dortmunder Zoo verlassen. Ihre neue Heimat ist der Tierpark in Cottbus. Am Donnerstag präsentierten sich die Raubkatzen zum ersten Malin ihrer neuen Umgebung.
Mordkommission ermittelt nach Messer-Attacke in Dortmund
Messerattacke
An einem Café in der Dortmunder Nordstadt ist es in den frühen Morgenstunden zu einem versuchten Tötungsdelikt gekommen. Aktuell arbeitet die Spurensicherung in dem Café, die Mordkommission ermittelt. Zwei Männer wurden verletzt, einer davon wurde notoperiert. Der Täter ist flüchtig.
So will Dortmund der Kommunalaufsicht entwischen
Haushalt
Um den städtischen Haushalt in der Spur zu halten, hat Dortmunds Kämmerer die erste Sparrunde nach der Sommerpause eingeläutet. Die Ämter haben noch mal 12,5 Millionen Euro zusammengekratzt. Dramatische Einsparungen soll es nicht geben. Einige "Bewirtschaftungsmaßnahmen" hat der Kämmerer benannt.
Urteil könnte Plan der Dortmunder Rechten durchkreuzen
Rat
Ein aktuelles Urteil des Oberverwaltungsgerichts Münster könnte die Absicht der beiden rechtsextremen Vertreter von NPD und "Die Rechte" im Dortmunder Rat vereiteln, als Ratsgruppe 42.540 Euro zu kassieren. Aber auch Die Linke & Piraten müssen um ihren gemeinsamen Fraktionsstatus bangen.
Fotos und Videos
Abbau der Kokerei Kaiserstuhl 2003
Bildgalerie
Fotostrecke
BVB-Profi Neven Subotic besucht Marie-Reinders-Realschule
Bildgalerie
Fotostrecke
High-Heels-Workshop in Hörde
Bildgalerie
Fotostrecke
Tedi-Cup
Bildgalerie
Fotostrecke