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Schach

Kramnik ist Dortmunds Schachkönig

13.07.2009 | 12:16 Uhr
Kramnik ist Dortmunds Schachkönig

Dortmund. Ein Rekord mit Partien voller Schönheit und Effektivität. Wladimir Kramnik wurde im Rathaus zum neunten Mal als Schachkönig von Dortmund gekrönt.

Er erreichte damit eine Bestmarke für das Guinness-Buch der Rekorde und vielleicht auch für die Ewigkeit.

«Zehnmal zu gewinnen, das habe ich mir als Ziel gesetzt«

Noch nie zuvor in der Schachgeschichte hat ein Großmeister ein derart hochkarätiges Turnier so oft für sich entschieden.

„Zehnmal zu gewinnen", das habe ich mir als Ziel gesetzt”, sagte der glückliche Sieger hinterher. Inzwischen Senior des Feldes, bewies der russische Exweltmeister auch diesmal erneut seine Ausnahmestellung. Bislang konnte noch kein anderer Denksportler Wladimir Kramnik in dessen Wohnzimmer, dem Dortmunder Schauspielhaus, das Wasser reichen.

Erstaunlich war wiederum, mit welch effektiven Mitteln der Wahl-Pariser das Turnier dominierte. Kramniks Kritiker werfen ihm gern Minimalismus und zu wenig Kampfeslust vor. Seine Anhänger verweisen hingegen darauf, dass er im entscheidenden Moment seine Schach-Genialität aufblitzen lässt und die „Big Points” macht. So geschehen vor fünf Jahren im WM-Kampf gegen Peter Leko, als er die letzte Partie unbedingt gewinnen musste und „auf Bestellung” siegte. Bei diesem Chess-Meeting war es der achte Spieltag, an dem Kramnik auf unnachahmliche Art den ersten entscheidenden Punkt gegen Magnus Carlsen holte, als die meisten schon an den Turniersieg des jungen Norwegers glaubten.

Wladimir Kramnik absolvierte in seinen zehn Turnierpartien insgesamt viel weniger Züge, als zum Beispiel sein Landsmann Dmitri Jakowenko, der mit 81 Zügen gegen Etienne Bacrot auch die längste Partie des Turniers spielte. Kampfgeist allein hilft mitunter jedoch nicht, wenn man auf einen Gegner trifft, der top vorbereitet ist und die kleinsten Fehler brillant ausnutzt, wie Kramnik es zweimal gegen Naiditsch tat.

In der Hinrunde zauberte er mit Schwarz am Königsflügel ein sehenswertes Mattfinale aufs Brett. Auch gestern mit Weiß begeisterte er durch seinen ideenreichen Angriff. Die drei Gewinnpartien des Seriensiegers werden vor allem in Erinnerung bleiben, wenn man an den Schach-Jahrgang 2009 in Dortmund zurückdenkt.

Dagobert Kohlmeyer

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