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Konzerterlebnis voller Superlative am Mallinckrodt-Gymnasium

04.05.2008 | 15:10 Uhr

Zwei Nationen, 67 Musiker und vier Uraufführungen. Eine Gleichung, die beim Gemeinschaftskonzert des Dortmunder Blockflöten-consorts mit dem Scottish Recorder Orchestras einen besonderen Musikgenuss voller Superlative ergab.

Ein besonderes Konzerterlebnis bescherten das Dortmunder Blockflötenconsort und das Scottish Recorder Orchestra gestern im Mallinckrodt-Gymnasium. (Bild: Knut Vahlensieck)

"Wir sind alles Amateure", betonte Alexandra Terhoff. Großes Understatement, das die Organisatorin schon vor dem ersten gemeinsamen Konzerts des Dortmunder Blockflötenconsorts mit dem befreundeten Scottish Recorder Orchestra ertönen ließ. Denn sowohl "ihre" Truppe unter der Leitung des deutschlandweit gerühmten Blöckflöten-Dirigenten Dietrich Schnabel als auch die Gäste stehen in der Klassik-Szene für Einzigartigkeit.

Die Dortmunder feiern im nächsten Jahr ihr 15-jähriges Bestehen. Ein älteres Blockflötenensemble gibt es nur noch in Berlin. "Das reicht vom Klang aber nicht an uns heran", sagte Terhoff dann doch mit Selbstbewusstsein. Angebracht war es am gestrigen Sonntag in der Aula des Mallinckrodt-Gymnasiums allemal. Denn auf dem ersten Gemeinschaftskonzert der befreundeten Dirigenten Schnabel und Eileen Silcocks wurden nicht weniger als vier Uraufführungen intoniert. 67 Musiker trugen dazu bei.

Kompositionen eigens für diesen Anlass

Selbst die Uraufführungen bewiesen in sich noch einmal Zündkraft. So komponierte Silcocks extra für dieses Konzert eine "Serenade für Solisten", Schnabel kreierte als erster Kontinaleuropäer überhaupt eine Symphonie für ein reines Blockflöten konzert. "In Großbritannien haben Flötenensembles größere Tradition, hier hat sich noch niemand an symphonische Kompositionen gewagt."

Zusätzlich steuerte der weltberühmte britische Komponist Steve Marshall eigens für das Sonntagskonzert zwei brandneue Kompositionen bei. Die vierte, die gestern als überraschende Zugabe gespielt wurde, kam quasi direkt aus seinem Drucker. Zwei Tage vor dem Konzert hatte Marshall das Zusatzstück per Mail geschickt, während des langen Wochenendes probten Schotten und Deutsche gemeinsam. "Wir wollten zwei Solisten noch zusammen spielen lassen", erklärte Schnabel das Zusatz-Stück.

Bei so vielen Superlativen "wurde sogar ich etwas nervös", bekannte Schnabel. "Aber mit dem ersten Ton verwandelte sich der Zustand in ,freudig erregt'." Dass das der Wahrheit entsprach, sah man ihm an - und man hörte es am eindrucksvollen Klangerlebnis dieses tatsächlich einzigartigen Konzertes.

Von Bernd Peters

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