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Klau-Kids

Klau-Kids tricksen Passanten am Geldautomaten aus

23.07.2012 | 14:34 Uhr
Klau-Kids tricksen Passanten am Geldautomaten aus
Eine nachgestellte Szene: Während ein Jugendlicher eine Bankkundin ablenkt, schlägt eine zweite Trickdiebin zu.

Soest/Lippstadt/Dortmund.   Kinder-Diebe oder auch Klau-Kids zieht es mittlerweile auch aufs Land. Die Jungen und Mädchen, die bis zu 30 Diebstähle pro Tag begehen, werden von organisierten Banden nach Deutschland eingeschleust. Ihre „Tatorte“ sind Fußgängerzonen, Volksfeste und Bahnhöfe.

Klein, schlank, schwarze Haare. So stehen die beiden Kinder plötzlich vor der 59-jährigen Lippstädterin, als sie an der Postbankfiliale ihre PIN-Nummer in den EC-Automaten tippt. Das Mädchen hält der überrumpelten Frau eine „Spendenliste“ vor das Gesicht. Der Junge zupft an der Kleidung der Postkundin, schiebt sie zur Seite. Nur mit großer Mühe wird die Frau das aufdringliche Duo los. Um ungestört Geld abheben zu können, wechselt die 59-Jährige in den Schalterraum der nahen Bank am Lippertor. Hier bemerkt sie dann, dass die Kinder 1000 Euro von ihrem Konto abgehoben haben.

Für die Polizei im Kreis Soest sind das 13-jährige Mädchen und der 11-jährige Junge, die höchstwahrscheinlich aus Rumänien kommen, keine Unbekannten. Polizeipressesprecher Winfried Schnieders: „Nach unseren Erkenntnissen gehören die beiden Minderjährigen zu einem Clan, der sich überwiegend im Ruhrgebiet aufhält.“ Einige Spuren führten in die Stadt Dortmund. Bei ihren „Aktivitäten“ im Kreis Soest werden die 13- und der 11-Jährige von zwei „größeren Mädchen“ beaufsichtigt, die beim Eintreffen der Polizei flüchten.

Täter schweigen

Winfried Schnieders: „Die beiden Kinder sind seit März 2012 in vielen Städten des Sauerlandes, in Ostwestfalen, im Münsterland und im Ruhrgebiet bei Trickdiebstählen in Fußgängerzonen und an Geldautomaten aufgefallen. Obwohl die Polizei ihnen „mehrere Diebstähle und Diebstahlsversuche “ nachweisen kann, schweigt das Duo bei seiner Befragung beharrlich. Nur ihr angebliches Alter geben sie preis. Keine Angaben zu den Eltern, zum Aufenthalts- oder Wohnort. Auch das Handy, das die Kinder bei sich haben, bringt die Beamten nicht weiter. Wenn die Kripo die Nummern auf dem Handy anwählt, ist nur immer die Stimme eines rumänischen Anrufbeantworters zu hören.

Nach der Polizeibefragung nimmt sich das Jugendamt der beiden strafunmündigen Kinder an und bringt sie in eine Jugendschutzeinrichtung. Noch am selben Tag verschwinden sie spurlos. Am Sonntag greift die Bundespolizei die 13- und den 11-Jährigen im Intercity von Dortmund nach Münster auf. Wieder werden sie in einem Wohnheim untergebracht, flüchten aber auch hier nach wenigen Stunden. Winfried Schnieders: „Wir müssen davon ausgehen, dass die Kinder bereits wieder unterwegs auf Diebestour sind.“

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Kommentare
23.07.2012
21:01
Klau-Kids tricksen Passanten am Geldautomaten aus
von WaddeHaddeDuddeDa | #42

Tja. Und wenn man denen im Affekt eine klatscht, weil sie einen das Geld klauen wollen, macht man sich selber noch strafbar... das ist auch paradox.

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2012-07-23 14:34
Klau-Kids,Diebstahl
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