Kapellenwiese an der Münsterstraße wurde Kulturgarten
17.08.2008 | 19:56 Uhr 2008-08-17T19:56:58+0200Ihre Idee ist flippig, aber sympathisch. Genau wie ihr Name. Der Verein "Labor für sensorische Annehmlichkeiten" will ausgerechnet auf der Kapellenwiese zwischen Bahnhof und Münsterstraße einen Permakulturgarten errichten. ...
... Gemeinsam mit der polnischen Partnerstadt Olsztyn, als Kunstwerk zur Kulturhauptstadt 2010. Erst drei Wochen steht ihr Bauwagen auf der Kapellenwiese und schon wurde eingebrochen. "Drei kleine Jungs haben versucht, unsere Pfandflaschen zu klauen, die hab ich erwischt", sagt Thomas Enbergs, Videokünstler und Vorstandsvorsitzendes des gemeinnützigen Vereins, der seit ein paar Wochen die Wiese belebt. Den "kleinen Zwischenfall" aber findet er gar nicht wichtig. Wichtiger sei das Gesamtprojekt, ein öffentlicher Garten mitten in der Stadt. "Der Standort ist ideal."
Um den Zwillings-Gedanken der Kulturhauptstadt 2010 mit einfließen zu lassen, suchte und fand sein Verein mit der Gelsenkirchener Partnerstadt Olsztyn (Allenstein) in Polen einen Gleichgesinnten. Dort wurde der Garten auf einem von der Natur eingenommenen Brachland nahe des dortigen Bahnhofs bereits Ende Mai eingeweiht - mit Dortmunder Gästen.
Offizielle Eröffnung in der Nordstadt wurde Samstag zelebriert - dank einer laut Embergs "auf den letzten Drücker organisierten Tagesgenehmigung". Denn Kulturdezernent Jörg Stüdemann sagte bereits vor sechs Monaten mündlich seine Unterstützung zu und hätte auch Geld versprochen.
"Ich musste aber feststellen, dass das bei Ämtern etwas dauern kann", so Enbergs. Noch ist also nichts unter Dach und Fach: "Stadtgrün unterstützt uns, aber die Stadt weiß wohl nicht genau, welches Amt für uns zuständig ist."
Einen Gärtner hat er trotzdem schon: Landschaftsdesigner Randolf Meyer-Grochowiak. Als ersten Schritt errichtete der bereits ein "Kompost-Zelt", in dem der Abfall des Projekts ab jetzt gären soll. "Aus Altem soll Neues entstehen", erklärt Enbergs die Idee hinter der Aktionskunst. Meyer-Grochowiak ist wie er Vereinsmitglied im "Labor", einer von "ca. 10", wie Enbergs sagt. "Aber wir haben zusätzlich ein großes Netzwerk aus Dortmunder Künstlern, die uns unterstützen." So half am Samstag etwa der Filmclub "Sweet sixteen" bei Organisation und Thekendienst.
Zusätzlich gab's auf der kulturell neu entdeckten Kapellenwiese aber vor allem Kunst in allen Formen und Größen - so zog Magdalen Hamels mit ihren Werken direkt aus der Berswordthalle auf die Wiese nebenan um. Dazu spielten Bands auf, deren Sound zum verträumten "Hippie-Konzept" passend zwischen Reggae (Peter Rimpau) und Folkjazz ("Kapelsky" aus Polen) waberte. (pete)
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