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Investiert Rotlichtgröße am Straßenstrich?

19.06.2009 | 19:19 Uhr
Investiert Rotlichtgröße am Straßenstrich?

Steigt eine Berliner Rotlichtgröße im Umfeld des Dortmunder Straßenstrichs als Investor ein? In der Stadtverwaltung gibt es unterschiedliche Einschätzungen. Als möglicher Bauherr wird ein bundesweit bekannter Name aus der Schattenwelt der Hauptstadt genannt.

Der so genannte „Pate von Berlin” plane einen Imbiss an der Juliusstraße, heißt es. Der Mann, der momentan wie ein Flaschengeist über dem Sperrbezirk schwebt, gilt als ungekrönter Unterweltkönig von Berlin – mutmaßlicher Drogenbaron, mutmaßlicher Schutzgelderpresser, mutmaßlicher Drahtzieher organisierter Kriminalität. Anerkannte Autorität der Rotlicht-Szene. Ihm soll ein Grundstück an der Juliusstraße gehören, für das konkrete Pläne im Gespräch sind.

„Dass dort ein Imbiss betrieben werden soll, ist nicht neu”, bestätigt Udo Mager, Chef der städtischen Wirtschaftsförderung, auf Anfrage der WR. Konfrontiert mit dem bürgerlichen Namen des gebürtigen Libanesen, der sich am Dortmunder Straßenstrich engagieren wolle, sagte Mager: „Das ist der Mensch, über den wir sprechen.” Die Bezeichnung „Pate” wolle er nicht benutzen, „weil derartige Begrifflichkeiten einen kriminellen Background unterstellen”, so Mager.

Auch im Bauordnungsamt „ist der Name gefallen”, wie Amtsleiter Ludger Wilde bestätigt. Ihm liege auch der Antrag für einen Betrieb an der Juliusstraße vor. Der datiere aus November 2008, sei aber „wegen Unvollständigkeit zurückgewiesen” worden, so Wilde. Bis heute seien die Unterlagen nicht ergänzt worden.

Während Geschäftsleute im unmittelbaren Umfeld des Straßenstrichs den möglichen Neuzugang offen beim Namen nennen, bewertet Ordnungsamtsleiter Ortwin Schäfer die Personalie anders. Es gebe lediglich eine Übereinstimmung beim bürgerlichen Namen. Laut Ausländerakte sei der Investor „definitiv nicht dieselbe Person” wie der so genannte „Pate”. Schäfer räumt „weit verzweigte und schwer durchschaubare Familienstrukturen in diesem Bereich” ein.

Weil immer mehr Sex-Geschäfte außerhalb des Straßenstrichs laufen, bangen Gewerbetreibende an der Bornstraße um ihre Kunden. Sie fühlen sich von der Stadt im Stich gelassen.

Direkt vor dem Tor der Alfa Romeo Niederlassung Rhein Ruhr geht es nicht um italienische Autos, sondern um Sex.

Der Begriff „Showroom” bekommt bei der Alfa Romeo Niederlassung Rhein Ruhr eine neue Dimension. Im Schaufenster an der Mindener Straße funkelt das Cabrio, vor der Glasscheibe blinken Lack und Leder in der Sonne. Wer Autos näher begutachten will, muss an Dirnen vorbei – und wird angesprochen. „Man wird da regelrecht überfallen”, sagt ein Kunde, der deshalb „nicht mehr wiederkommen will. Und, bitte, auch nicht namentlich genannt werden, das könnte man falsch verstehen.”

Vor dem Werkstor stehen Prostituierte. Gegenüber sitzen Männer und Frauen, die von Alkohol und Drogen gezeichnet sind. „Das ist ihr Stammplatz.”

200 Meter weiter, Bornstraße/Ecke Juliusstraße. Das andere Ende des Straßenstrichs. Sitz der Holzhandlung Kummer. Der Name beschreibt die Befindlichkeit im Hause. „Nein, Glück dürften wir nicht heißen”, stöhnt Geschäftsführer Max Kummer. Seit 1856 handelt die Familie mit Holz. Vor der Hofeinfahrt wird Holz vor der Hütte taxiert. „Zum Leidwesen der Kunden. Viele sind ortsunkundig. Die suchen unsere Zufahrt, da klopfen die Damen schon ans Fenster und bieten sich an”, so Kummer. Er fühlt sich übergangen. „Bei der Ansiedlung des Straßenstrichs wurden die Anlieger nicht befragt. Jetzt werden sie im Stich gelassen.” Ordnungskräfte seien kaum zu sehen. Die Polizei auch immer seltener.

KOMMENTAR
Eine gedachte Linie

Gut gemeint muss nicht gut enden. Das zeigt sich jetzt auch am Straßenstrich.

Den Sperrbezirk einst – aus einem Wohngebiet an den Rand einer Gewerbefläche – auszulagern, war der richtige Ansatz. Damals. Als noch nicht halb Osteuropa in der EU war. Als noch noch nicht ganze Wohnhäuser in der Nordstadt leer standen. Heute treibt das Elend immer mehr auf die Straße. Bulgarinnen bevölkern das Viertel. Wöchentlich karren Menschenhändler neue heran. Der Sperrbezirk ist nur noch Makulatur. Der Strich – eine gedachte Linie. Die Wirklichkeit passt nicht in Verrichtungsboxen. Offener Geschlechtsverkehr an der Bornstraße, Kriminalität, Alkohol, Drogenhandel, Drogenkonsum in jeder zweiten Gasse – das sind die Parameter der Realität. Vor diesem Hintergrund kann es nicht um ein paar Parkplätze mehr oder weniger gehen. Hier stellt sich die generelle Frage: Eignet sich der Standort überhaupt? Reicht die Kapazität? Eine politische Antwort muss her.

Mitten in dem illegalen Treiben steckt Andy Junek, Betriebsleiter im Fitnessstudio „Eisenhauer”. Beim Blick aus dem Fenster bekommen Trainingsgäste oft große Augen: Prostitution auf der Bornstraße, Geschlechtsverkehr im Gebüsch am Gehwegrand. „Selbst Raubüberfälle haben wir schon erlebt. Und immer wieder werden unsere Kundinnen belästigt”, so Junek. „Haste Bock?” „Was kostest du?” „Wie sieht's aus mit uns beiden?” Regelmäßig kämen Beschwerden. „Eine unakzeptable Situation”, so Junek.

Die Stadtspitze ist darüber im Bilde. „Ich weiß, dass es das da gibt. Das sind Verstöße gegen die Sperrgebietsverordnung – und als solche müssen sie bekämpft werden”, sagt Dezernent Wilhelm Steitz. „Die Freier parken an der Bornstraße und warten, bis sie angesprochen werden. Und die Prostituierten lassen keinen Kunden aus.”

Die illegalen Geschäfte seien „mit rechtsstaatlichen Mitteln kaum nachweisbar und fast nie zu ahnden”. Prostitution liege vor, „wenn die Frauen an der Straße stehen und die Kunden fahren”. Sobald ein Auto parke und sich eine Person darauf zu bewege, fehle die rechtliche Handhabe. Deshalb denkt Steitz an bauliche Gegenmaßnahmen. „Die Parktaschen an der Bornstraße sollten entfernt werden.”

Klaus Brandt

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Kommentare
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Kommentare
09.12.2009
23:32
Investiert Rotlichtgröße am Straßenstrich?
von KarlRanseier | #30

.... HALLO meine Damen und Herren von der Stadtverwaltung.... wo ist euer Problem verbietet das und fertig... zeigt mal lojalität euren Investoren gegenüber.... sonst sind die Ruck-Zuck wieder weg....... und dann bitte nicht jammern........

09.12.2009
23:30
Investiert Rotlichtgröße am Straßenstrich?
von KarlRanseier | #29

.... die haben dort doch garnichts mehr zu suchen, ist doch mitlerweile alles umgebaut, gegenüber riesiges Einkaufszentrum, Boss-Möbel-Markt... haben die von der Stadtverwaltung ein kontrakt mit den Damen und was wird da in Dortmund gespielt... absolut unverschämtes Verhalten... zeigt das da einige Herren keine Ei... in der Hose haben oder was..?

09.12.2009
23:27
Investiert Rotlichtgröße am Straßenstrich?
von KarlRanseier | #28

Hahaha, als Ex-Dortmunder kann ich über diesen Blödsinn nur lachen, jagt die Rotlicht-Damen doch vom Acker was soll der Blödsinn....

23.06.2009
09:26
Blockierter Kommentar.
von Thomas.Lau | #27

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

23.06.2009
08:59
Investiert Rotlichtgröße am Straßenstrich?
von alledoof 2.0 | #26

Ihr in Dortmund habt es gut.
Wir in Gelsenkirchen haben unseren Strich auf der Adenauer-Allee verloren :-/

22.06.2009
16:07
Investiert Rotlichtgröße am Straßenstrich?
von RETROSEX | #25

...und bitte, Her Sierau, falls sie kommen brigen Sie doch bitte ihren Ziehsohn HORST, die Jungfrau mit. Der hat doch nur seine Partei im Kopf; ich will dem Jungen mal was anderes zeigen, was Mänlein in seinem zarten Alter außer Politik noch so machen könnten..............

22.06.2009
00:39
Investiert Rotlichtgröße am Straßenstrich?
von WahreWorte | #24

.........das liegt an seiner Gesichtslähmung, wie auch bei Jack N. Der spuckt immer, wenn er ein P ausspricht

22.06.2009
00:25
Investiert Rotlichtgröße am Straßenstrich?
von mokdo | #23

Herr Mager will den Begriff Pate nicht nutzen weil das sonst den Anschein eines kriminellen Backrounds hätte. Nur ist der Pate von Berlin schon mehrfach verurteilt worden und hat mehere Jahre in der JVA Berlin gesessen. Ist das kein krimineller Backround?

21.06.2009
10:30
Blockierter Kommentar.
von miriam.lessmann | #22

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

21.06.2009
10:23
Investiert Rotlichtgröße am Straßenstrich?
von Schwarzer Gürtel im Blasen | #21

.....dann zeigen wir Dir mal, wo der Frosch die Locken hat

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