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Hengstenberg geht zum 1. März – Monegel übernimmt

08.02.2010 | 19:15 Uhr
Hengstenberg geht zum 1. März – Monegel übernimmt

Dortmund. Die Würfel sind gefallen: Am Dienstag legt Frank Hengstenberg den Vorsitz der CDU-Ratsfraktion nieder. Zum 1. März wechselt er als kaufmännischer Geschäftsführer zur EDG, wo er Peter Niermann ablöst. Für seinen Abschied wählt Hengstenberg die große Bühne.

Beim traditionellen Treffen der CDU mit den Vorständen und Spitzen der Sozialverbände, heute Abend ab 18 Uhr im Reinoldi-Saal der Handwerkskammer, will er seinen Schritt begründen. Zu den rund 350 interessierten Zuhörern zählt dann auch NRW-Sozialminister Karl-Josef Laumann. Sicherer Nachfolger als Fraktionschef wird Ulrich Monegel. Der bisherige Vize ist einziger Kandidat für den Chefsessel.

Fell des Bären verteilt

„Das Fell des Bären ist verteilt.” Manfred Jostes, Geschäftsführer der CDU-Ratsfraktion, atmete kräftig durch. Nach mehrstündiger Vorstandssitzung stand fest: Ulrich Monegel wird Nachfolger von Fraktionschef Frank Hengstenberg, der am 1. März in die EDG-Geschäftsführung wechselt. Monegel (55) soll die Fraktion zunächst zweieinhalb Jahre lang führen.

Handys und Festnetzanschlüsse der CDU-Spitzen glühten gestern. Nachdem OB-Kandidat Joachim Pohlmann (wie berichtet) den noch amtierenden Fraktionschef unter Filz- und Mauschelei-Verdacht genommen hatte, überschlugen sich die Ereignisse. Erst forderte die Junge Union Hengstenbergs Rücktritt. Der habe „seine persönlichen Interessen über das Wohl der CDU gestellt – schlicht inakzeptabel”, befand JU-Kreisvorsitzender Felix Monegel. Deshalb müsse er gehen.

Prüsses warmer Empfang

Dann nahm die EDG Hengstenberg mit offenen Armen auf. Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung stellten gestern die Weichen für die Zukunft. Mit Peter Niermann geht der letzte Gründungsgeschäftsführer des Entsorgers Ende Februar von Bord. Am 1. März erscheint dann Hengstenberg auf der Kommandobrücke. Mit ihm habe man „einen mit den Akteuren und Verhältnissen vertrauten Nachfolger gewinnen können”, begrüßte EDG-Aufsichtsratsvorsitzender Ernst Prüsse (SPD) seinen langjährigen Kontrahenten im Rat freundlich. Gemeinsam mit Klaus Niesmann sei die EDG-Geschäftsführung „für die Herausforderung der Zukunft gut aufgestellt”, so Prüsse.

"Ansehen der Stadt beschädigt": Mario Krüger (Grüne).

Die Grünen kündigten ein Nachspiel im Rat an. Fraktionschef Mario Krüger fordert die Verwaltung auf, zur Sitzung am 18. Februar „die exakten finanziellen Belastungen der EDG durch den Wechsel von Frank Hengstenberg darzustellen”.

Rat soll Vorgang missbilligen

Der Rat solle missbilligen, dass die Neubesetzung der Stelle des kaufmännischen Leiters der EDG ohne öffentliche Ausschreibung vorgenommen werde. Mit diesem Verfahren komme weder der qualifizierteste Bewerber zum Zuge, noch das Landesgleichstellungsgesetz. Alles in allem „eine Beschädigung des Ansehens der Stadt Dortmund und seiner Gesellschaften”, meint Krüger.

Für den Grünen-Chef wird „diese Angelegenheit für die CDU nach außen und innen zu Recht zum Desaster”. Der Vorgang zeige: „Kaum winken die Fleischtöpfe der Pöstchen, sind Teile der CDU auf Spur. Die größten Kritiker der Elche sind dann auf einmal selber welche”, reimt Krüger. Pohlmann scheine dem Treiben „machtlos zugucken zu müssen”. Sein offener Brief zeige, „wie wenig Einfluss und Einblick der Oberbürgermeisterkandidat der CDU anscheinend in den eigenen Reihen hat“, so Krüger.

Jostes kennt keinen Deal

Auf Anfrage dieser Zeitung bestritt CDU-Fraktionsgeschäftsführer Jostes interne Absprachen bzw. Zusagen in Verbindung mit dem Hengstenberg-Wechsel zur EDG. Pohlmann hatte mögliche Deals in seinem offenen Brief angedeutet. „Uns ist nichts dergleichen bekannt”, sagte Jostes – und schob nach: „Alles andere wäre natürlich fatal...”

Klaus Brandt

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