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Harte Zeiten für Kneipen im Kreuzviertel

07.12.2009 | 23:01 Uhr
Harte Zeiten für Kneipen im Kreuzviertel

Dortmund. Kreuzviertel. Das war immer die Antwort auf die Frage, wo denn in Dortmund etwas los sei. War. Denn das beliebte Kneipen-Viertel zwischen Hohe Straße und Lindemannstraße erlebt momentan seine härteste Zeit. Eine Bar nach der anderen muss schließen.

Im Sommer hob zunächst das „UFO” in der Arneckestraße ab auf nimmer Wiedersehen. Dort, wo Studenten und andere Nachteulen auch unter der Woche um 1.30 Uhr noch ein Bier bekamen, hat sich noch kein neuer Betreiber gefunden. Wenig später schloss das „Comeinski” an der Ecke Lindemannstraße/Essener Straße nach nur knapp sechs Monaten. Aufwändig war das ehemalige „Haus Bußfeld” renovieren worden. Doch der große Gästeansturm blieb aus.

Jetzt steht das Cafe´ Ferdinand, Neuer Graben, Ecke Liebigstraße, vor dem Aus. „Zu 70 Prozent ist Schluss am Ende des Jahres”, sagt Wirt Frank Wiedemeyer, der vor knapp 18 Monaten das ehemalige „Carribean” übernommen hatte. Finanzkrise und das Rauchverbot hätten ihm in den letzten Monaten zu sehr zugesetzt.

Rauchverbot kommt hinzu

Da ist er nicht der einzige. „Jetzt, zur Weihnachtszeit, atmet die Gastronomie normalerweise durch und baut Reserven auf. Doch das Geschäft ist schwierig. Die Kunden schauen mehr auf ihr Geld. Das Rauchverbot hat auch viel kaputt gemacht”, heißt es in Brauerei-Kreisen.

Auch etablierte Kneipen wie das „Barrock” verzichten mittlerweile auf den Mittagstisch, um Personalkosten zu sparen. So haben auch das Comeinski und Cafe Ferdinand zunächst versucht, die Krise abzuwenden. Vergeblich. Gegen den Begriff Kneipensterben im Kreuzviertel wehrt sich Barrock-Betreiber Björn Lepke dennoch, da viele Bars und Restaurants weiterhin regen Zulauf hätten. Trotzdem erkennt auch er, dass sich die Lage insgesamt zuspitzt. Manches Problem sei jedoch hausgemacht. „Teilweise haben einige Leute das falsche Konzept am falschen Ort. Nur, das weiß man oft erst hinterher.”

Rettung mit massiver Werbeoffensive

Gerade noch rechtzeitig erkannt haben das die Betreiber des „Balke” an der Hohe Straße. Mit einer beispielslosen Werbeoffensive hat die Bar ihren Bekanntheitsgrad erhöht und das Publikum auch dauerhaft an sich gebunden. „Wir mussten einfach etwas tun und haben gedacht: alles oder nichts”, so Jan Möller.

Gregor Boldt

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Kommentare
29.07.2010
20:24
Harte Zeiten für Kneipen im Kreuzviertel
von DEWFan | #30

#28 happy: unterschreib! Dortmund ist gastrotechnisch alles andere als eine billige Stadt! Im Kreuzviertel ist es schon ein bisschen teurer ;-) und vorallem am alten Markt. Ein Weizenbier für 4 €.

In Haltern z.B. im Schnitt die Bierpreise 1/4 niedriger - auch wenn man die Städte nicht wirklich vergleichen kann.

Nur wenn man sich auf Eckkneipen beschränkt, kann man noch günstig süppeln gehn...

Wenn man dann noch das Tanzbein schwingen möchte am Wochenende, wird es noch teurer. Im Schnitt zahlt man min. 5 oder 6 € Eintritt, oft noch zuzüglich Verzehr. Oder gleich 8 € wenn irgend ein bestimmter DJ auflegt. Dafür gabs früher aber Live-Musik.

Auf Norderney hingegen sind alle Diskos (die paar, die es noch gibt) Eintritt frei, ausser in der Clubzeit oder Sylvester.

Nurmal so zum Vergleich.

26.07.2010
09:07
Harte Zeiten für Kneipen im Kreuzviertel
von happy | #29

Die Wirte machen es sich es etwas einfach , schlechte Umsätze mit dem Rauchergesetz zu verbinden. In anderen Ländern gibt es das Rauchverbot schon länger. Der Brite , Italiener und Co. haben kein Problem damit sich für ne Zigarette aus dem Lokal zu bewegen. Und die Kneipen überleben dort auch. Kann es sein das in den letzten Jahren die Preisspirale in der Gastronomie so nach oben gedreht worden ist,dass es sowieso einen Rückgang an Besuchern gab?. Das Rauchergesetz hat Fass nur zum überlaufen gebracht. Mehr aber nicht. Die Wirte und Brauereien sollten mal eine Preispolitik anstreben die den normalen Besucher es wieder ermöglicht mehr als einmal im Monat in ein Lokal zu gehen.

29.12.2009
15:45
Harte Zeiten für Kneipen im Kreuzviertel
von tom bayer | #28

Auch wenn der Thread hier bereits tot sein mag, möchte ich auch noch meinen Senf dazu geben: Ein schwerfälliges UFO, das vor Trägheit nicht mehr abzuheben vermochte. Das stylische Comeinskis mit seiner undurchsichtigen Italo-Fritten-Küche und offensichtlich unrunder Personalstruktur. Und noch das Ferdinand - ein sich selbst als Café bezeichnendes Etablissement, das kurioser Weise meistens erst um 17 Uhr öffnet, Bahnhofshallen-Atmosphäre versprüht und zur Krönung satt Kaffeehaus-Spezialitäten ,,German-Tapas aus der Fritteuse serviert.
Und Schuld an der ganzen Misere soll nur das Nichtraucherschutzgesetz haben?
Grundsätzlich kann man sich als Dortmunder doch nur über ein Viertel mit attraktiven Kneipen, Bars und Restaurants freuen, aber ganz so aus dem Boden stampfen lässt sich dann scheinbar doch wieder wenig nachhaltiges. Mir fehlen da einfach die schlüssigen und ansprechende Ideen! Wie in jedem anderem Beruf auch tun sich hier scheinbar besonders die Quereinsteiger scher - in inhaltlicher wie kaufmännischer Hinsicht. Dabei muss ja nicht alles nach dem eigenen Geschmack sein, aber mir fallen auf anhieb hier eine Handvoll weiterer Läden ein, die mit schwachem Konzept in Gestaltung und Küche in der Gastro-Szene mitschwimmen und deren Niedergang aus gleichen Gründen wohl ebenfalls nur noch eine Frage der Zeit sein wird. Beruhigend daran ist, dass das Fehlen dieser Lokalitäten niemanden so richtig Kratzen dürfte, mal abgesehen von den Vermietern und den Wirten selbst natürlich: erstere sollten evtl. einmal über die Höhe ihrer Pacht nachdenken und letztere etwas intensiver darüber, warum ausgerechnet sie und womit sie überhaupt das Publikum begeistern wollen!?

Apropos dahinter stecken: Was steckt eigentlich hinter dieser unsäglichen Wortschöpfung ,,German-Tapas, wie man sie heute im Barrock anstelle des wirklich ehemals guten Essens genießen kann? Wenn ich es einem Fremden erklären müsste, würde ich in diesem Falle wohl ,,German mit ,,langweilig und ,,Tapas mit ,,überteuert übersetzten müssen.

18.12.2009
14:01
Harte Zeiten für Kneipen im Kreuzviertel
von Ufologe | #27

Naja, ein Gals Bier hat im Kreuzviertel zu DM-Zeiten zueltst knapp 4 DM gekostet, aktuell sind es um die 2€, also in knapp 10 Jahren kaum teurer geworden, obwohl sich die Einkafspreise für die Wirte mehrfach erhöht haben, die Energiekosten deutlich gestiegen sind und die Pachten auch nicht preiswerter wurden. Ein Fass Bier (50l) kostet einen Wirt im Einkauf um die 90€, die selbe Menge als Endverbraucher im Supermarkt (Flaschenbier) kostet unter 70€.

Und zu den Nichtrauchern: Schau mal an Fußballtagen in die Kneipen rein: Der Raucherraum quillt über, der Nichtraucherbereich ist gähnend leer. Wo sind denn die ganzen Nichtraucher, die in die Kneipen gehen wollen, wenn sie nur rauchfrei sind?
Und das ist auch nicht nur in Deutschland so, auch z.B. in England und Irland gab es ein Kneipensterben nach Einführung des Rauchverbots. In Restaurants mag das noch klappen, in der Kneipe scheinbar nicht.
Wäre der Bedarf an Nichtraucherkneipen so groß, hätten sicherlich etliche Wirte auch schon vor der gesetzlichen regelung ein Rauchverbot ausgesprochen.

13.12.2009
15:09
Harte Zeiten für Kneipen im Kreuzviertel
von Krystian Waletzko | #26

Ich kann es nicht mehr lesen, für was der Nichtraucherschutz alles herhalten muss. Natürlich ist er auch wieder schuld, dass Kneipen und Restaurants schließen müssen und der Großteil der Deutschen Bevölkerung freudlos abends um die Häuser ziehen muss. Aber vielleicht sollten die Gastronomen ja einfach mal ihre Konzepte überdenken. Insbesondere das Konzept, welches sie sich bei der Einführung des Euro ausgedacht haben, nämlich für die überwiegende Zahl der Speisen ein 1:1 Umrechnung von DM auf Euro vorzunehmen. Oder mit welcher Begründung kosten seit der Euro-Einführung Vorspeisen beispielsweise 5,50 Euro die vorher 5,50 DM gekostet haben? Hat man es da evtl. mit Abzocke zu tun, die die Menschen in schwierigen Zeiten nicht mehr mitmachen?
Auf die Tatsache, dass es außer in dem kleinen Gallischen Dorf Deutschland sonst überall sehr gut klappt mit dem Nichtraucherschutz (sogar im typischen Restaurant-Land Italien udn sogar unter Berloscconi), will ich jetzt erst gar nicht eingehen. Nur so viel: Ein Hoch auf die Tabak-Lobby. Hervorragende Arbeit!
Ich bin weiter guter Hoffnung, dass demnächst wieder ein vernünftiger Nichtraucherschutz eingeführt wird und glaube, gute Kneipen und Restaurants mit einem vernünftigen Konzept sowie Preis-Leistungs-Verhältnis setzen sich halt durch.

11.12.2009
19:10
Harte Zeiten für Kneipen im Kreuzviertel
von Ufologe | #25

@ spassmacher: Und das Ufo ist eh ein Sonderfall: Hier liegt der Grund des Endes wohl eher in der Person des Wirtes, der keinen Bock mehr hatte und dafür gerne mal ein paar Monate in Südostasien verbringt.
Streche das mehr aus kein bock mehr, denn der Wirt hatte überhaupt wenig gastronomisches Talent und dazu kamen mangelhaftes kaufmänisches Denken...

Aber um den Landen ansich ist es schade. Allerdings trägt der Verpächter auch einen teil der Verantwortung, denn wer das UFO zu dem Kurs gepachtet hat, den Udo gezahlt hat, der hat n Nagel im Kopf...

09.12.2009
14:03
Harte Zeiten für Kneipen im Kreuzviertel
von HatmeinLebenzerstört | #24

Das ganze Lehrergezumpel, das sich im Kreuzviertel breit gemacht hat, glaubt, die nicht den realen Verhältnissen entsprechende Schulwelt seinem Wohnumfeld überstülpen zu müssen. Das nervt!! Und zwar reichlich. Laßt uns hier in Ruhe rauchen und, wenn nötig, mit unseren Dreckschleuderkarren die Bürgersteige zuparken. Und wenn euch das empört, dann zieht doch nach Dorstfeld!

09.12.2009
11:20
Harte Zeiten für Kneipen im Kreuzviertel
von APO | #23

@#21: Ganz genau. Das Tapaskonzept ist maßlos überschätzt.

Das BarRock z.B. hatte eine für eine Bar sehr gute saisonale Küche (welche Bar leistet sich schon drei festangestellte, ausgebildete Köche?).

Seit ein paar Monaten jetzt das Tapas Konzept. Einmal probiert, Fazit: Durchaus Leckeres zu sündhaft teuren Preisen (wenn man halbwegs was auf dem Teller haben will). Das brauche ich nicht.

Das Geld haben meine Freundin und ich, daran liegt es nicht. Aber dann bleiben wir entweder in der Nordstadt oder trennen am Besten Restaurant- und Barbesuch ganz voneinander.

Das mit dem Rauchen ist ein vorgeschobener Grund. Man kann nur immer wieder betonen: In England, Irland (wo a smoke and a pint eigentlich immer zusammengehörte) und auch weiten Teilen Süddeutschland klappt es auch.
Allerdings ist für mich eine Raucherkneipe auch kein Hinerungsgrund, wenn sonst alles stimmt.

So bleibt für mich im Kreuzviertel nur noch Uncle Toms als (schlechterer, obwohl vom selben Besitzer) La CuCaracha-Ersatz. Wobei die hätten Sonny (Mixer im CuCaracha) mitnehmen sollen...

09.12.2009
09:12
Harte Zeiten für Kneipen im Kreuzviertel
von DEWFan | #22

Meiner Meinung nach ist es auch völlig übertrieben, von Kneipensterben zu sprechen: Es gibt schlicht und einfach zuviele Bodegas und Tapas - das Konzept ist einfach ausgelutscht!

Dazu kommt ein Trend zur Erweiterung des Kreuzviertels Richtung Saarlandstraßenviertel.

Erinnern wir uns noch an den Ostwall: dort war das Problem der sich über Lärm beschwerenden Anwohner - und außerdem war der Ostwall in seinen späten Zeiten fest in Sauerländer Hand.
Auch diese Szene hat sich später Richtung Kleppingstr. und Kuckelke verlagert.

Richtiges Kneipensterben gabe es in den letzten 15 Jahren in der Nordstadt (Komma, Roots, Gypsy, Bird,...).

Und zu den Kommentaren, die meinen, dass dort nur Yuppies ihr Unwesen treiben: das Kreuzviertel ist sozusagen das Schwabing des Ruhrgebiets. Zahnlose Jogginghosenträger gibt es woanders ;-)

09.12.2009
07:56
Blockierter Kommentar.
von Matthias.Kiesel | #21

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