Friedlich mit einer Tonne gegen „braunen Müll”
06.09.2009 | 19:07 Uhr 2009-09-06T19:07:00+0200Mit zahlreichen Veranstaltungen wurde gegen Rechts mobil gemacht. Während es in Innen- und Nordstadt teilweise chaotisch zuging, herrschte auf dem Vinckeplatz und am Südbad Picknick-Atmosphäre.
Mit engagierten Reden, Aktionen und Musik setzten hunderte Dortmunder ein friedliches Zeichen gegen die Nazi-Demo im Stadtgebiet.
„Wir sind hier, weil wir für gegen Rechts sind", fasst es Liedermacher Peter Rollke auf seine flapsige Art zusammen. Seine Friedens- und Arbeiterlieder bilden den Auftakt zum Nachbarschaftsfest im Kreuzviertel. „Unser Viertel - Unser Platz” heißt das Motto, zu dem die IG Bau, Agrar & Umwelt sowie die Naturfreunde geladen haben. Kaffee, Croissants und Gitarrenmusik verleihen dem Treffen eher den Charakter eines Gemeinschaftsfrüh- stücks, denn einer Demo.
Am Südbad verschaffen derweil Vertreter des DGB ihrem Unmut Luft. Unverständnis herrscht bei den Rednern vor allem über die gerichtliche Genehmigung der Nazi-Versammlung in letzter Minute. Pfarrer Friedrich Stiller vom Arbeitskreis gegen Rechtsex- tremismus verweist auch auf die Kosten dieses „größten Polizeieinsatzes” für die Stadt: „Wir können uns das nicht leisten”. Eine Meinung, die von den etwa 300 Zuschauern mit Applaus unterstrichen wird. Die zahlreichen Teilnehmer des Fahrrad-Corsos treten, mit Ziel Steinwache, in die Pedale, unter ihnen auch ein Herr mit angehängter Mülltonne: „Die ist für die Nazi-Propaganda”, erklärt er sein seltsames Gespann. Kinderlachen beherrscht derweil den gut gefüllten Vinckeplatz. Die „Radiomänner” des Kinder- und Jugendtheaters begeistern vor allem die kleinen Zuschauer mit rasanten, neuen Sportarten, wie dem Kunst-Staubsaugen. Viele Familien besetzen „ihren” Vinckeplatz, es herrscht Picknick-Atmos- phäre unter den Platanen. „Schön” findet eine junge Mutter das Fest, ihre blonde, als Schmetterling geschminkte Tochter klammert sich an ihre Beine, „nur leider ein trauriger Anlass”, fügt sie an.
Während linke und rechte Demonstranten in der Innenstadt Krawall machen, wird woanders friedlich und sachlich gegen Rechts demons- triert. So wie in Dorstfeld. An verschiedenen Orten wurden am Samstagnachmittag Aktionen unter dem Motto „Dorstfeld bewegt sich - ein H(Ort) der Vielfalt, Toleranz und Demokratie” durchgeführt.
Weitere Aktionen geplant
Mit einer braunen Tonne gegen „braunen Müll” und einer Straßenzeitung voller Unmutsbekenntnisse machten auf dem Wilhelmplatz die drei Fraktionen CDU, SPD und Die Grünen gemeinsame Sache gegen Nazis. „Das wird Schule machen. Weitere Aktionen gegen die Nazis sind geplant”, betonte Mitorganisator und Geschäftsführer der Bezirksvertretung Karl-Walter Hollmann. Circa 500 Menschen schauten vorbei und erkundigten sich. „Alles verlief absolut friedlich und harmonisch”, so Hollmann. Nicht nur die 200 Teilnehmer des Fahrrad-Corsos der ADFC-Jugend und des Jugendrings machten hier im Rahmen der „Demo gegen Rechts - 60 Jahre Grundgesetz” Halt, sondern auch der Verein „Dortmunder Boxsport 20/50”. „Ich bin froh, dass sich hier so viele Menschen zusammen gefunden haben, die keine Nazis mehr in Dorstfeld dulden", erklärte Bezirksbürgermeister Ulrich Krüger.
Fröhliche Klänge auf dem Wilhelmsplatz
Die Kundgebung der „Aktion 65 plus”, „Wir haben es erlebt! Nie wieder!", wurde eingerahmt von den fröhlich-rhythmischen Klängen der Trommlergruppe Mapato. Die 150 Teilnehmer lauschten ihnen, dem Sprecher der VVN-BdA Ulrich Sander mit einer Kritik am Bundesverfassungsgericht und dem Zeitzeugenbericht von Hermann Sittner, den Gedichten, gelesen von der Schauspielerin Ines Burkhardt, den Texten von Renate Schmidt-Peters gegen Faschismus und Krieg sowie dem Beitrag eines Fußballfans gegen Neonazis.
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15:04
Nach vorläufigen Angaben des Bundesinnenministeriums hat es 2008 fast 14.000 rechtsextreme Straftaten gegeben, darunter 735 Gewalttaten. Bei diesen Angriffen verletzten rechtsextreme Angreifer 773 Menschen. Damit liegen die Werte deutlich über denen des Rekordjahres 2006.
soviel zum Thema friedliche Rechte
Quelle: http://www.tagesschau.de
16:04
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12:12
Woran man sie erkennt
Thorshammer (Mjölnir)
Die Nationalsozialisten okkupierten zahlreiche germanische und heidnische Zeichen und Symbole und deuteten sie für ihre propagandistischen Zwecke um. Viele der genannten Symbole kommen auch heute noch in anderen, etwa esoterisch-heidnischen Zusammenhängen vor, ohne dort neonazistische Bedeutung zu haben.
Der Hammer des Donnergottes Thor galt bei den Germanen als Symbol der Stärke, Tatkraft und für hohes Alter. Durch Rechtsextreme heutzutage verschob sich die Bedeutung des Symbols zu kämpferisch und völkischer Verbundenheit.
Die Wikinger nutzten den Thorshammer in Form eines Anhängers als Gegenstück zum christlichen Kreuz.
Auch heute wird das Symbol von der neonazistischen Szene am liebsten als Kettenanhänger getragen, weil es germanischen Ursprungs und nicht verboten ist. Bis nach dem ersten Weltkrieg war der Thorshammer das populärste Symbol der völkischen Bewegung. Einen unmittelbaren Bezug zur NS-Zeit gibt es aber nicht.
12:06
Woran man sie erkennt
Thor Steinar
Thor Steinar ist eine Modemarke aus dem brandenburgischen Königs Wusterhausen, die in der Neonazisszene äußerst beliebt ist. Dieser Trend kommt nicht von ungefähr. Im Gegensatz zu Marken wie Lonsdale oder Fred Perry, die aus normalen Sportgeschäften stammen und von Rechtsextremen vereinnahmt wurden, gab es Thor Steinar anfangs fast ausschließlich bei einschlägigen Naziläden und Versänden zu kaufen.
2002 wurde die Marke von Axel Kopelke aus Königs Wusterhausen registriert. Seit 2003 tritt für Thor Steinar die Firma Mediatex (inzwischen Protex) von Uwe Meusel auf. Inzwischen hat sich die Marke zur beliebtesten Mode in der Neonazi-Szene entwickelt. 2006 machte Thor Steinar einen Jahresumsatz von rund zwei Millionen Euro.
Mit germanischen Runen, völkischer Symbolik, sowie zweideutigen T-Shirt-Aufdrucken, wie Ski Heil oder Hausbesuche (mit einem Maschinengewehr darunter) machte sich die Marke schnell in der rechtsextremen Szene beliebt. Inzwischen versucht Thor Steinar mit dem rechten Schick auch in normale Sportläden zu drängen. Teilweise mit Erfolg. Thor Steinar versucht seit Jahren offensiv völkische Symbolik und rechten Lifestyle salonfähig zu machen, sagt Silvio Kurz, Sprecher der Initiative Stop Thor Steinar.
Dem Verfassungsschutz ist die Szene-Kleidung für Rechtsextremisten bestens bekannt. Thor Steinar ist für Rechtsextreme ein identitätsstiftendes Erkennungszeichen, bestätigt der Verfassungsschutz Brandenburg. Sie bezeichnen die Firma in ihren Internet-Diskussionsforen als zur Bewegung gehörig, die Bekleidung werde nicht ohne Grund getragen. Vor drei Jahren war das Runen-Logo der Marke aufgrund der Ähnlichkeit mit Symbolen aus dem Nationalsozialismus zeitweise in Berlin, Brandenburg, Sachsen und Tschechien verboten worden. Hunderte Textilien der Firma wurden beschlagnahmt. Daraufhin änderte Mediatex das Motiv. Derzeit ist das Tragen von Thor Steinar im Deutschen Bundestag, im Landtag Mecklenburg-Vorpommern und in den Stadien von Werder Bremen, Hertha BSC, Dynamno Dresden, Borussia Dortmund, St.Pauli und anderen explizit verboten. Gegen die Thor Steinar-Geschäfte in Berlin, Leipzig, Magdeburg und Dresden gibt es immer wieder Demonstrationen und Proteste.
12:01
Ganz Dortmund stört sich an den Nazis, wie man gesehen hat.
Die Frage ist auch eher, wer will eigentlich das Geschwafel der Nazis hören ?
NIEMAND !
netz-gegen-nazis.de
12:01
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01:38
Das war alles so schön bunt hier. Und nun ist alles vorbei, die Stände abgeräumt und was bleibt? Tristess und die harte Realität mit all ihren Problemen - alles andere als bunt.
Und - die Nazis bleiben. Wen wunderts? Aber - wen stört es wirklich?