Das aktuelle Wetter Dortmund 11°C
Wahlen

Flughafen darf in Dortmund kein Wahl-Thema sein

26.02.2010 | 09:50 Uhr
Flughafen darf in Dortmund kein Wahl-Thema sein

Dortmund. Der Streit um den Flughafenausbau soll vor den Wahlen am 9. Mai kein Thema werden: Airport-Chef Markus Bunk hat Order, alle Papiere in der Schublade zu belassen. Die strittige Frage der Betriebszeiten wollen Stadt und Stadtwerke erst später zur Entscheidung auf den Tisch bringen.

Wer geglaubt hatte, die Flughafen-Aufsichtsräte bekämen am heutigen Freitag bei ihrer konstituierenden Sitzung die jüngsten Prognosen zur Passagierentwicklung bis 2020 zu Gesicht: Irrtum.

Die Airport-Gesellschafter (Stadtwerke und Stadt) haben Flughafenchef Markus Bunk zu verstehen gegeben, man wünsche Ruhe an der Flughafenfront: kein Streit über die umstrittene Betriebszeiten- und Startbahnverlängerung vor der OB-Wahl am 9. Mai.

Längere Betriebszeiten ab Sommerflugplan 2012?

Unmittelbar nach der Wahl aber soll es nach Vorstellungen des Gesellschafters Stadtwerke im Rat zum Schwur kommen: ja oder nein. Das wird spannend: Die Münsteraner Bezirksregierung als Genehmigungsbehörde hat bereits signalisiert, erst nach einem Beschluss des Rates tätig zu werden.

Airportchef Bunk tritt zurzeit auf der Stelle, sind doch die zeitlichen Vorstellungen längst aus den Fugen geraten. Nachdem sich sowohl SPD als auch CDU 2009 zumindest für die Verlängerung der Betriebszeiten positioniert hatten, leierte man am Flughafen die Vorarbeiten an und beauftragte Gutachter, die u.a. aktuelle Prognosen zur Passagierentwicklung zu liefern haben.

Im 1.Quartal 2010 wollte man eine Entscheidung des Rates haben - die Wahlwiederholung hat einen Strich durch die Rechnung gemacht. Und zwar einen dicken: Das Ziel, Airlines möglichst zum Sommerflugplan 2012 mit längeren Flugzeiten zu beglücken, ist nicht mehr zu erreichen.

Flughafen mit Verlust-Bilanz

Längst ist kein Geheimnis mehr, dass der Flughafen 2009 nach vorläufigem Ergebnis ein Minus von 24,5 Mio. Euro schreibt (2008: 19,7 Mio.) inklusive 10 Mio. für Abschreibungen und 4 Mio. für Zinsen. Die Passagierzahlen sind von 24,5 Mio. auf gut 1,7 Mio. gesunken - Folgen der Wirtschaftskrise und Spätfolgen der drastischen Einschnitte von Easyjet ins Streckennetz.

Von dem vor Jahren erklärten Ziel, in Dortmund Marktführer und Platzhirsch zu werden, ist Easyjet Meilen entfernt. Mit 350 000 Passagieren flog der Billigflieger 2009 deutlich hinter Wizz Air mit 650 000 Fluggästen. Gefolgt von Air Berlin (300 000) und Germanwings (270 000), Billig-Airline aus dem Lufthansa-Kosmos. Deren Tochter Lufthansa-Consult schickt einen Gesandten in den Aufsichtsrat, der Strategien vorstellen soll, wie es dem Flughafen gelingen kann, eine Drehkreuz-Verbindung zu einem internationalen Airport zu bekommen (sogenannter „hub”). Passagiere hätten dann die Möglichkeit, von Dortmund aus Interkontinentalflüge zu buchen, ohne beim Umsteigen (etwa in München) ein- und auschecken zu müssen.

Gregor Beushausen

Facebook
 
Kommentare
28.02.2010
18:39
Flughafen darf in Dortmund kein Wahl-Thema sein
von NPD KV UNNA / HAMM | #55

Dieses Pleiteunternehmen, das den Steuerzahler Millionen gekostet hat und noch kosten wird soll also auch aus dem Wahlkampf gehalten werden.
Worüber dürfen wir uns denn im Wahlkampf auseinander setzen ?
Vielleicht über das Wetter ?

28.02.2010
16:11
Flughafen darf in Dortmund kein Wahl-Thema sein
von endlich_kerosinsteuer | #54

Airportchef Bunk tritt zurzeit auf der Stelle, sind doch die zeitlichen Vorstellungen längst aus den Fugen geraten

Alles, aber auch alles was aus dieser Ecke, der Flughafen-Ecke oder aus der Ecke ihrer Gesellschafter kommt, ist seit Jahren

AUS DEN FUGEN GERATEN:

Die Glaubwürdigkeit
Mit mir gibt es keinen Ausbau auf 2000m ein („Alt-Ob“)

Der Lärm-Pegel
Es kommen doch nur „Flüsterjets“ (die Flughafenführung)

Die Kosten
Seit Jahren schon verkündet man deren
Rückführung bis hin zu schwarzen Zahlen; Ergebnis 2009 das

ZWEITHÖCHSTE MINUS ALLER ZEITEN

… und das bei desolatester Haushaltslage. Ich finde das – gelinde gesagt - sehr unverständlich.

28.02.2010
14:00
Flughafen darf in Dortmund kein Wahl-Thema sein
von Ouroboros | #53

Der Flughafen ist allein schon deshalb Wahlkampfthema weil die spd ihn nicht zum Thema machen will. Aber das hat sie nicht im Griff.
Sierau muss sich zum Flughafen positionieren und Pohlmann auch. Von Krüger wissen wir das er vernünftig ist und den Flughafen ablehnt. Vielleicht hat er ja ne echte Chance, vor allen da Sierau keine mehr hat.

28.02.2010
10:51
Flughafen darf in Dortmund kein Wahl-Thema sein
von Das Herz schlägt links | #52

#39 Dortmund International: Da haben Sie wohl nicht ganz unrecht, dass die Linke sich dem Thema sicherlich zuwenden wird. Zum Teil hat sie es sogar schon getan und den Grundstein dafür gelegt: http://www.dielinke-dortmund.de/nc/presse/aktuell/detail/zurueck/aktuell-81/artikel/flughafen-nach-ob-langemeyer-jetzt-verwaltungsrat-erneut-mit-unlauteren-absichten/

Also Pit: Links wählen, dann klappts auch mit dem Rückbau zum Geschäftsflughafen.

27.02.2010
16:16
Flughafen darf in Dortmund kein Wahl-Thema sein
von faxi | #51

Meeeeiiine Güüüte!

Ist das teure laute Ding denn immer noch nicht zu ???

Dann erst, find ich, können se darüber stille schweigen, aber doch vorher nicht ...

27.02.2010
09:40
Flughafen darf in Dortmund kein Wahl-Thema sein
von Horch72 | #50

Wer seine Linienbusse in Belgien und Polen kauft (Van-Hool & Solaris) kann sich doch für die Ersparnis einen Flughafen leisten. Ich werde aber wieder alle deutschen Bushersteller anschreiben und Sie bitten kein Kreuz bei der SPD zu machen.

Hier lebe ich, hier kaufe ich ein !

26.02.2010
18:57
Flughafen darf in Dortmund kein Wahl-Thema sein
von endlich_kerosinsteuer | #49

sorry, war ne null zu viel. Aber bei diiiiesem Projekt kommts da auch nicht mehr drauf an.

26.02.2010
18:54
Flughafen darf in Dortmund kein Wahl-Thema sein
von endlich_kerosinsteuer | #48

100.000 Euro weniger für Sportler und Vereine.
Warum? - Dortmund hat kein Geld!

250.000.000 Euro anstandslos und treu doof für das Millionengrab Flughafen.
Warum?- Weiß keiner und traut sich auch keiner zu sagen in der

SCHILDBÜRGER-STADT DORTMUND

26.02.2010
18:41
Flughafen darf in Dortmund kein Wahl-Thema sein
von vaikl | #47

Lasst doch diesen International-Troll in Ruhe, der meint, seinem Herrchen und der eigenen Libido Gutes zu tun, in dem er eine Diskussion durch Gaga-Beiträge und Beleidigungen zum Erliegen bringen will.

Wichtiger ist eigentlich der letzte Absatz des Artikels. Wenn die Lufthansa als Praktiker des Marktes nun in einen Hub-Zubringer investieren möchte (Eurowings bekommt ja demnächst auch n paar Lufthansa-Möhrchen geschenkt), zeigt das doch nur, dass im teuren Geschäftsflieger-Bereich noch Hoffnung besteht, obwohl Dortmunder Politiker und FH-Betreiber diese Chance eigentlich schon längst durch Dummheit verspielt hatten.

Bleibt halt wieder nur die Frage, ab wieviel Prozent Wählerverlust sich die Ballermann-Prominenz durchringen kann, nicht erfüllbare Großmanns-Sucht durch realistische Ziele zu ersetzen.

26.02.2010
18:24
Flughafen darf in Dortmund kein Wahl-Thema sein
von Jens Fiedler | #46

@Dortmund International:

Du bist ja ein Vogel! So lange so Billigflieger wie Du hier posten ist es mit den einfältigen Kommentaren nicht weit her.

Lies doch mal einschlägige Fachlektüre. Die erklärt Dir, was auf dem Flugmarkt los ist und wie er sich entwickeln wird. Dass die Dortmund Spitzenpolitiker Kaninchen aus dem Hut zaubern können, glaubst Du doch selber nicht. Hier schafft man höchstens ein noch größeres Millionengrab.

Also: Abwickeln den Flughafen und den anderen kleinen, von Billigfliegern ausgesaugten Regionalflughäfen, wie Lübeck, Altenburg usw. folgen.

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/2648089/create

UMFRAGE

Sollen Stehplätze in Fußballstadien abgeschafft werden?

 
Aktuelle Fotos und Videos
Layla Zoe in Dortmund
Bildgalerie
Piano
Hitze am Phoenix-See
Bildgalerie
Wetter
Achtung, Dortmund — hier droht Bußgeld!
Bildgalerie
Bußgeld-Katalog
Aus dem Ressort
Wohnraum für Arme: Knapp und schlecht saniert
Soziales
Auf dem Wohnungsmarkt haben Menschen mit wenig Geld das Nachsehen. Zum einen gibt es immer weniger Sozialwohnungen. Zum anderen lassen privater Finanzinvestoren günstige Wohnungen verkommen.
Aus Amerika direkt nach Hörde
Germany's next Topmodel
Model Diana hätte Germanys next Topmodel werden können, Model-Mama Heidi Klum rechnete ihr große Chancen fürs Finale aus. Diana aber entschied sich gegen die Show und schied aus familiären Gründen freiwillig aus. Mit ihrer Familie ist die 17-Jährige nach ihrem Ausstieg von Hagen nach Hörde gezogen.
Foto