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Live Medizin

Faszinierende Bilder aus dem Herzen

09.09.2010 | 22:31 Uhr
Faszinierende Bilder aus dem Herzen

Faszinierende Live-Bilder aus dem Inneren des Herzens zogen Mittwochabend einhundert Gäste unserer Veranstaltung „Live Medizin“ im Reinoldinum in den Bann.

Prof. Thomas Griga, Chefarzt der Inneren Medizin am Knappschaftskrankenhaus, sollte Recht behalten: Die Freiwilligen, die sich vor Publikum beschallen ließen, zeigen diverse Herzkrankheiten: Nicht richtig schließende Herzklappen, Vorhofflimmern, Stolpern und auch größere Herzrhythmusstörungen.

Der versierte Mediziner, der auch schon über die Leber bei „Live Medizin“ referiert hatte, brachte diesmal viel Wissenswertes über den Motor des Lebens in leicht verständlicher Form herüber. Alleine die gewaltige Menge Blut, die jeden Tag gefördert werden, verblüffte die Zuhörer: 9000 Liter! Aber wehe, wenn die Pumpe nicht mehr richtig arbeiten will. Dann sollten die Symptome nicht übersehen werden, sondern Rat und Hilfe beim Arzt gesucht werden. Immerhin gelten Herzkrankheiten, nach wie vor, als Todesursache Nummer eins.

Atemnot als Warnsignal

„Eine Gewichtszunahme um 2 bis 3 Kilo pro Woche sollte zu denken geben“, so Prof. Griga. Das lasse auf eingelagertes Wasser schließen. Schwere Beine und Atemnot sind weitere akute Anzeichen für eine Herzschwäche. Dann sollte man sich Gedanken machen.“

Neben erblicher Veranlagung sind die Risiken meist selbst verschuldet. Die Patienten kennen diese Liste der „Sünden“: Übergewicht und Rauchen, Alkohol und Salz, Bewegungsmangel und Stress fördern viele Krankheiten.

Griga präzisierte: Nicht mehr als sechs Gramm Salz pro Tag, also eine kleine Messerspitze. Und nicht mehr als das eine - gesunde - Glas Wein oder 400ml Bier.

Nicht jeder „Stolperer des Herzens ist gleich ein Alarmsignal“, beruhigte der Mediziner. Auch ein kurzzeitiges Herzrasen könne auftreten, ohne dass man sich gleich Sorgen machen müsse. Tief einatmen, Luft anhalten, kaltes Wasser trinken, wird als Hausmittel empfohlen.

Belastungs- und 24-Stunden-EKG

Werden die „Herzklabaster“ heftiger, muss der Befund medizinisch abgeklärt werden. Belastungs- oder 24-Stunden-EKG sind gängige Methoden. Die moderne Bildgebung erleichtert die „Fehlersuche“. Es war schon verblüffend, welch brillanten Bilder aus dem Herzen der Kardiologe Dr. Markus Donges bei den Freiwilligen auf dem improvisierten Behandlungszimmer auf der Bühne in Kino-Größe auf die Leinwand projizieren konnte. Da tanzten die Herzklappen und farblich unterlegt sahen die Zuhörer, wie sie bei manchem nicht 100-prozentig schlossen. In einem Fall wurde aufgrund deutlicher Rhythmusstörungen dringend ein Gang zum Facharzt empfohlen. Mit Fragen zu Medikamenten wie Lasix, ACE und Macumar wandten sich die Gäste noch lange direkt an Chefarzt Griga.

Gerald NILL

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