Familie flieht vor Nazi-Terror und sucht eine neue Bleibe
10.10.2009 | 08:38 Uhr 2009-10-10T08:38:00+0200
Dortmund. Gespenstisch: Polizisten schützen eine kirchliche Mahnwache vor einer Gruppe von Neonazis. Fernsehteams laufen umher, Radio- und Zeitungsleute. Bürger stehen schweigend herum. Als wäre wer gestorben. Dabei wohnt hier nur eine Frau, die sich mit Mut gegen Nazis stemmt. Doch wie lange noch?
Aus der Wohnung im zweiten Stock schaut ein blasses Frauengesicht auf die Straße. Barbara Engelhardt weiß: Wegen ihr sind alle hier. Weil sie sich getraut hat, Gesicht zu zeigen gegen Rechtsradikale, wird sie mit Terror bestraft. Und irgendwas in ihr ist wirklich gestorben.
Systematisch drangsaliert
Seit Dienstag weiß die Stadt, was diese Dorstfelder Familie im letzten halben Jahr erlebt hat. Barbara Engelhardt (47), Joachim Striepens (43) und Sohn Yasa (18) sind von Rechtsextremen systematisch drangsaliert worden – weil sie Antifaschisten sind, und diese Einstellung auch leben. Sie haben Nazi-Aufkleber entfernt und Radikale zur Rede gestellt. Die Quittung: Drohungen und Angriffe. Immer häufiger, immer schlimmer. Erst wurden Haus und Auto beschmiert. Dann durchschlug – nachts um 2 – ein Pflasterstein das Küchenfenster. Als die Scheiben ihres Autos zertrümmert wurden, ging Barbara Engelhardt an die Öffentlichkeit.
„Erfreulich, dass es Menschen gibt, die sich Nazis entgegenstellen”, sagt Ullrich Sierau. Die Pressekonferenz mit einem Medienaufgebot, wie es Dorstfeld noch nicht gesehen hat, ist eröffnet. SPD, CDU, Grüne, FDP, Linke – alle haben jemanden geschickt.
Runder Tisch „sehr naiv”
Alle sagen: So etwas darf nicht passieren. Ist es aber. Und niemand der Anwesenden hat es verhindert. Obwohl zwei wussten, wie es um die Familie steht. Denn Bezirksbürgermeister Hans-Ulrich Krüger (SPD) und Bernd F. Tücking (CDU) sitzen am „Runden Tisch für Toleranz, Vielfalt und Demokratie”, an den sich Barbara Engelhardt hilfesuchend gewendet hat.
Sie hat von dem unsäglichen Treiben erzählt, von den Anschlägen auf ihr Hab und Gut. Von einem leerstehenden Haus in Dorstfeld, das seit Monaten mit Hakenkreuzen beschmiert ist. „Geben Sie mir Eimer und Farbe und ich mach es weg”, hat sie angeboten. Der Runde Tisch hat nicht reagiert. „Sehr naiv” sei dieses Gremium gegenüber den Rechten.
Als Tücking vor laufenden Kameras nach einer Stadtpolizei ruft, als Krüger zum „Brandmarken und Ausgrenzen der Rechten” bläst, da fühlt sich Barbara Engelhardt ausgegrenzt. Sie schweigt. Eine andere Stimme spricht für sie. „Dass diese Frau auch noch eine solche Heuchelei über sich ergehen lassen muss”, empört sich eine Dorstfelderin. Barbara Engelhardt ist inzwischen gebrandmarkt. Ihr Foto und das ihres Sohnes hängen seit vorgestern an jeder zweiten Ecke in Dorstfeld. Ein Hass-Flugblatt, das zur Menschenhatz animiert. Wie bei einer Kopfgeldjagd.
Sierau sucht „richtige Antwort”
Als die 47-Jährige davon erfahren hat, ist sie zusammengebrochen. Seither weiß die ganze Familie: „Wir sind hier nicht mehr sicher. Wir müssen weg.” Die Polizei hat das bestätigt. Drei Herren vom Staatsschutz haben gesagt: „Es gibt keinen Schutz.”
Sierau merkt: „Wir haben nicht auf alles die richtige Antwort". Womöglich müsse der Städtetag ran an das Thema. Barbara Engelhardt lebt dann vielleicht schon in einer anderen Stadt. „Das alles kommt viel zu spät.”
00:06
engelhardt, engelhardt aus ist der traum in kamen steht dein weihnachtsbaum! viel spass im schönem kreis unna!
21:21
Warum werden bei der Westen die Kommentare von rechtsradikalen wie Dr.Thor nicht gelöscht..? Hat der Editor etwa Sympathien für diese Nazis..?
09:13
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22:11
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15:02
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10:01
Ein aktuelles Beispiel für die Friedfertigkeit der Nazi-Chaoten im Vergleich mit den Autos anzündenden Linken anhand eines Berichtes des MDR über eine Nazi-Demo in Leipzig am 17.10.2009:
Polizei löst Neonazi-Aufmarsch auf
Die Leipziger Polizei hat einen Neonazi-Aufmarsch noch vor dessen Beginn aufgelöst. Zur Begründung teilte ein Sprecher mit, es habe Angriffe
von Neonazis auf Beamte gegeben. Es soll Steinwürfe aus der Ansammlung der mehr als 1.200 Rechtsextremisten heraus gegeben haben.
[..] Bereits in der Nacht zum Sonnabend war es zu Ausschreitungen im Stadtteil Connewitz gekommen. Nach Polizeiangaben wurden Beamte aus einer Gruppe von bis zu 250 Personen mit Flaschen und Steinen beworfen. Die Gruppe errichtete Barrikaden und zündete Müllcontainer sowie drei parkende Autos an. Ein Auto sei vollständig ausgebrannt. Einen Zusammenhang mit der Demonstration von Neonazis wollte die Polizei nicht ausschließen.
Na wer will sich da nicht von solchen Demokraten helfen lassen ? ^^
13:55
Sabine019, das Gegenteil ist der Fall, da werfen Unbekannte Autoscheiben ein und die Nazis freuen sich über die ausufernde Berichterstattung. Mehr Werbung geht doch nicht.
04:35
Versucht sich eure Fraktion jetzt in Komik?Läßt sich das mit den ganzen braunen Gedanken vereinbaren?
Wenn ihr richtig denken könntet wär euch mal aufgefallen das ihr euch mit den ganzen Aktionen ein Eigentor geschossen habt.Besser hätte kein Linker die Menschen gegen rechts aufbringen können.Endlich sehen auch mal die die sich sonst kein bischen mit dem Thema beschäftigen was sich Dortmund da jahrelang rangezüchtet hat.
Und wenn ich mir überlege das ja auch die Antifa Zeitung liest...allein auf die Strasse geht von euch jetzt wahrscheinlich keiner mehr,oder?
02:42
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01:12
Natürlich steht in dem Steckbrief nichtjagt sie und macht sie fertig.Aber das ist genau das was jeder Rechte in diesem Brief liest.Seit wann stehen die offen zu ihrer Einstellung und ihren Plänen?Dann bräuchten sie nicht ihre ganzen Geheimcodes.Ich würde mir wünschen das die Dorstfelder mal ALLE die Augen aufmachen und versuchen ihren Stadtteil wieder sauber zu bekommen.Wenn sies nicht selber machen...es wird ihnen niemand anderer abnehmen.Leider.