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Akustikkonzert

Evanescence stolz auf ihre „unglaublichsten Fans der Welt“ - Konzert im FZW

06.06.2012 | 16:15 Uhr
Evanescence stolz auf ihre „unglaublichsten Fans der Welt“ - Konzert im FZW
Amy Lee kommt mit ihrer amerikanischen Rockband Evanescence am 14. Juni ins FZW nach Dortmund. Foto: Felipe Dana/AP/dapd

Dortmund/Frankfurt.   „Wir haben die unglaublichsten Fans auf der ganzen Welt“, meint Evanescence-Sängerin Amy Lee. Mit ihrer Band ist sie auf ausgedehnter Tour. Nach dem Auftritt bei Rock am Ring bzw. Rock im Park spielen die Indie-Rocker aus den USA am 14. Juni ein Akustikkonzert im FZW (verlegt von der Westfalenhalle).

Evanescence sind nach längerer Abstinenz wieder auf Tour, seit etwa einem Jahr nun schon - und sie genießen es in vollen Zügen. „Es ist herrlich“, sagt Sängerin Amy Lee. „Es ist großartig, trotz langer Pause noch so viele Fans zu haben, das fühlt sich einfach gut an. Wir haben die unglaublichsten Fans auf der ganzen Welt.“

Zu hören gibt es neben älteren Erfolgstiteln wie „Broken“ natürlich Songs aus dem im Herbst (bei EMI) erschienenen dritten Album, das den Bandnamen trägt. Es war das erste Mal, dass die Frontfrau gezielt den Input jedes einzelnen der vier Bandmitglieder suchte. „Das ist schon ein Unterschied: fünf Leute, die Ideen beisteuern und das Rad zum Drehen bringen“, sagt Amy Lee. Und auch live sei das spürbar. So habe eben zum Beispiel der Drummer seinen eigenen Stil eingebracht, und der werde auf der Bühne zum Leben erweckt. Das treffe natürlich bei allen Bandmitgliedern zu.

In den fünf Jahren, die zwischen der Veröffentlichung des zweiten und des jüngsten Albums lagen, lernte Amy Lee - ansonsten bei Evanescence stets am Piano - das Harfespielen. Warum gerade dieses Instrument? „Ich habe es schon immer bewundert“, sagt sie und stellt fest, dass es zwischen Piano und Harfe gewisse Ähnlichkeiten gebe. „Ein Piano ist wie eine große, flachliegende Harfe.“ Ihr Mann habe ihr zu Weihnachten eine Harfe geschenkt und sie dann auch dazu ermuntert, das Spiel auf ihr zu lernen. „Ich hab’s probiert und mich sofort darin verliebt. Und das Beste daran war: Ich lernte wieder. Es fühlte sich gut an, etwas in mir aufzunehmen. Es war cool, einen Lehrer zu haben, und jeden Dienstag Unterricht. Das hat mir geholfen und mich zu neuen Songs inspiriert. Ich will immer dazulernen.“

Und Harfenklänge passen ja auch tatsächlich bestens zur opulenten, orchestralen Metalmusik der Band aus dem US-Staat Arkansas.

Klassik inspirierte Amy Lee

„Klassische Musik hat mich in jungen Jahren inspiriert“, sagt Amy Lee, allein schon über ihre jahrelangen Pianostunden, die sie ab dem Alter von neun Jahren nahm. Und dann sei sie auch von „Amadeus“ begeistert gewesen, einem Filmdrama aus dem Jahr 1984 über das Leben von Wolfgang Amadeus Mozart. „Ich bin ein großer Mozart-Fan“, sagt die 30-Jährige. „Ja, meine klassische Ausbildung spielt in unsere Musik hinein.“

Gerade erst haben sie in Wiesbaden ein reines Akustikkonzert gespielt, begrenzt auf nur 300 Zuhörer. „Das haben wir noch nie vorher mit der gesamten Band gemacht, höchstens mal mit einer Gitarre und ein paar Cellos. Wir haben ein paar Tage daran gearbeitet.“ Ein Akustikkonzert sei eine Herausforderung, schließlich fielen mögliche Misstöne oder Fehler dabei viel mehr auf. Jedes Bandmitglied müsse einfach mehr mitdenken und sich konzentrieren. Die Anspannung wäre allerdings nicht nötig gewesen, das Konzert im intimen Rahmen verlief prächtig, die Fans waren begeistert.

Akustikalbum nicht ausgeschlossen

Was bei solch einem Akustikauftritt noch viel besser zur Geltung kommt als elektrisch verstärkt, ist Amys eindrucksvolle Stimme. Die sie täglich zum Teil mehrmals einsingt und aufwärmt, auch vor Proben, wie sie den Fans während des Konzerts verrät. Anfangs habe sie das nicht getan, und irgendwann sei ihre Stimme nach zwei oder drei Songs einfach weggeblieben. „Ich habe sie kaputtgemacht!“, habe sie gedacht und sei entsetzt gewesen. Seither wisse sie, wie wichtig das Warm up sei.

Ob denn nun vielleicht auch ein Akustikalbum in Aussicht steht? „Wir haben darüber gesprochen. Aber es gibt noch keine eindeutigen Pläne“, sagt Amy Lee. Und wie sieht es überhaupt mit einem neuen Album aus? Werden bis dahin wieder mehrere Jahre vergehen? „Ich weiß es nicht“, erklärt die Sängerin. Sie sei für alles offen. Wichtig sei aber, dass sie sich inspiriert fühle. Sie wolle nichts erzwingen und sich weder von ihrem Label noch von finanziellen Überlegungen unter Druck setzen lassen. „Wir müssen kreativ bleiben, auch wenn das bedeutet zu warten.“

Single „Lost In Paradise“ erscheint

Als nächstes erscheint jetzt erst einmal die Single „Lost In Paradise“. Darin hat sie ihr Hin- und Hergerissensein während der langen Pause verarbeitet: „Ich fühlte mich frei, ich lebte in diesem großen Haus - und wusste, dass ich es (die Band) vermisste. Ich war nicht vollständig ohne Musik. Ich musste zurückkommen, denn sie ist ein riesengroßer Teil meines Lebens.“

Am Wochenende spielten Evanescence bei Rock am Ring und Rock im Park, im Juni stehen noch drei Auftritte in Deutschland an: 12.6. Hamburg (Stadtpark), 14.6. Dortmund (FZW, verlegt aus der Westfalenhalle), 15.6. Berlin (Zita Rock Festival).

dapd



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08.06.2012
02:07
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