Dortmunds „U” hat eine eigene Anschrift
29.01.2010 | 05:00 Uhr 2010-01-29T05:00:00+0100
Dortmund. Schnell sollte es nun gehen mit den Straßennamen am „U”. Vor allem das „U” selbst brauchte schließlich eine eigene Adresse. Seit Donnerstag steht fest: Dortmunds Wahrzeichen steht an der Leonie-Reygers-Terrasse.
Von dort aus gesehen hinter dem „U” befindet sich der Emil-Moog-Platz. Rechts vom Platz geht die Benno-Elkan-Allee ab. Links davon geht künftig der Kippenberger Weg ab – benannt nach Martin Kippenberger. Nach ihm sollte eigentlich die Straße benannt sein, die vom Moog-Platz abgehend in Richtung Königswall führt.
Der nun einstimmige Beschluss der Bezirksvertretung Innenstadt-West, die Straße in Richtung Unionsstraße zu benennen und aus ihr einen Weg zu machen, ging auf den Einwand der CDU zurück. Man wolle den Namen Kippenberger „nicht an exponierter Stelle” haben, fasst Bezirksbürgermeister Friedrich Roesner (Grüne) zusammen. Schließlich ist Kippenberger der umstrittene Schöpfer eines gekreuzigten Frosches. Dieser habe „die religiösen Gefühle vieler Menschen verletzt”, heißt es in einem Brief von Propst Andreas Coersmeier an Roesner.
Straße ohne Namen und Vorschlag
Auch zu der nunmehr namen- und vorschlagslosen Straße, die vom Moog-Platz aus zum Königswall hin führen sollte, gab es unterschiedliche Auffassungen. Die SPD hatte eine Benennung in Otto-Bahrenburg-Straße vorgeschlagen. Doch vorerst bleibt dieses, wie auch das Stück zwischen Moog-Platz und Leonie-Reygers-Terrasse unbenannt. CDU und Grüne haben den Vorschlag eingebracht, die Fläche als „Shared Space”, zu deutsch Mischverkehrsfläche, zu nutzen. Ein Verkehrsraum, in dem Fußgänger-, Rad- und Autoverkehr nicht klar voneinander getrennt sind. Dieser Vorschlag soll geprüft werden.
Der kleine vorgelagerte Park trägt fortan den Namen „Park der Partnerstädte”, der Platz von Buffalo liegt nun schräg gegenüber am Ende des Boulevards Kampstraße. Insbesondere zur Nichtbenennung der zwei Straßenstücke gab es Querelen. Der Fraktionsvorsitzende der SPD, Ralf Himmelmann, sieht es so: Man lasse „lieber mal die ein oder andere Straße unbenannt, statt Vorschläge des politischen Gegners zu würdigen.” Die SPD hatte vorgeschlagen, Kinderspielplätze auf dem künftigen Boulevard Kampstraße nach Partnerstädten zu benennen.
0mitdiskutieren