Dortmunder Interesse am Duisburger Hafen
24.03.2010 | 17:33 Uhr 2010-03-24T17:33:00+0100
Dortmund. Die Erträge aus der Energiesparte sollen Dortmunds Stadtwerken die Option bieten, nach dem letzten Coup mit Gelsenwasser bei Bedarf weitere Beteiligungen an Unternehmen zu kaufen. Eines der nächsten Ziele könnte der Duisburger Hafen (duisport) sein. Ein neuer Ehe-Anlauf.
Alle Vorstöße, den Dortmunder und den Duisburger Hafen zu einer Ehe zu zwingen, sind aus diversen Gründen gescheitert. In der Stadtwerke-Zentrale an der Deggingstraße, Eigentümerin des Dortmunder Hafens, wird seit geraumer Zeit über einen weiteren Versuch nachgedacht, beide Gesellschaften eng miteinander zu verflechten. Spätestens, wenn der Bund sich als einer von drei Gesellschaftern aus Duisburg verabschiedet, könnte Dortmund einsteigen.
Die Vorgabe kam aus der Düsseldorfer Landesregierung. Der Dortmunder und der Duisburger Hafen mögen prüfen, ob es Felder für eine Zusammenarbeit gebe und Raum für eine wechselseitige Beteiligung. Das war 2001. Die oft beschworene Zusammenarbeit ist nach langen Geburtswehen auf den Weg gebracht: Inzwischen sind beide Umschlagplätze mit einem Schienen-Shuttle verbunden, der Güter nach Dortmund und Duisburg transportiert. Es wurde ein Managementvertrag geschlossen, der es den Duisburgern erlaubt, einen Generalbevollmächtigten nach Dortmund zu schicken, gemeinsame Standortwerbung zu betreiben und auf gegenseitiges Know-How zurückzugreifen.
Keine direkte Beteiligung
Zu einer direkten Beteiligung indes ist es nie gekommen: Schon der vormalige Hafenchef Hubert Collas hatte Gutachten auffahren lassen, die von einem gegenseitigen Engagement abrieten. Auch weitere, etwas ernsthaftere Versuche, den größeren Hafen (Duisburg) mit dem kleineren (Dortmund) zusammenzuführen, scheiterten bereits an der Hürde, den Wert der Anlagen zu bemessen.
Immerhin hatte vor Jahren ein erster Vertragsentwurf für eine Über-Kreuz-Beteiligung auf dem Tisch gelegen: Demnach sollte Dortmund mit einem Anteil von 10 Prozent in Duisburg einsteigen, andersrum die Duisburger 24,8 Prozent an der Hafen AG bekommen. Gutachter hatten den Duisburgern damals einen höheren Substanzwert bescheinigt (Grundstücke, Flächen). Im Gegensatz zu Dortmund allerdings schüttet „duisport” seinen jährlichen Gewinn (6 bis 7 Mio. Euro) nicht an seine Gesellschafter aus.
Drei Gesellschafter
Das sind derer drei: Sowohl die Stadt Duisburg als auch das Land NRW und der Bund halten gut ein Drittel. Noch: Angeblich zeigt der Bund diesmal ernstes Interesse, sich von seinem Anteil zu trennen - dann könnte die Stunde der Stadtwerke schlagen, bei einer Ausschreibung oder bei einem Bieterverfahren einzusteigen. Ob erfolgreich, steht auf einem ganz anderen Blatt: Auch die beiden Logistikriesen Bahn AG und Rhenus haben mehrfach durchblicken lassen, bei duisport mitmischen zu wollen und die Transportverbindunden zu den Seehäfen Rotterdam und Antwerpen zu nutzen. Ein solches Interesse wird auch der Dortmunder Seite nachgesagt, die umgekehrt Gütertransporte in Richtung Norden (Bremen und Hamburg) öffnen könne.
09:49
Schwachsinn!!! So eine möchtegern Kooperation hilf weder dem größten Binnenhafen Europas (DU) noch einem kleinen Knalahafen (DO) weiter. Wenn wir von Nachbarstädten reden würden, wäre das etwas ganz anderes. Aber Dortmund und Duisburg trennen Welten. Die Westfalenmetropole täte gut damit einzusehen, das dieser Mini-Hafen in Duisburg nun wirklich niemanden interessiert!
23:42
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
20:29
Was wollen die denn mit DUport? Der wird doch mehr und mehr zugeschüttet....