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Der Blick von Außen macht viele nervös

30.09.2007 | 14:53 Uhr

Nach PISA, VERA & Co. stehen nicht nur die Schüler, sondern auch die Schulen auf dem Prüfstand. In Dortmund knöpfen sich die Qualitätsprüfer des Schulministeriums eine nach der anderen Schule vor. Manche kommen gut weg, andere müssen noch ihre Hausauf

Rund 180 Schulen in Dortmund werden in den nächsten Wochen und Monaten unter die Lupe genommen. Meistens in Zweierteams rücken die Inspektoren für drei Tage aus Arnsberg an. Vorgespräch. Begehung. Ein 20-minütiger Überraschungsbesuch im Unterricht. Da werden so manche Lehrer und Schulleiter nervös, wenn der Stand der Dinge im Interview abgefragt wird. Auch Schüler und Eltern kommen zu Wort. Die Ergebnisse werden auf vierstufigen Skalen und in Randnotizen festgehalten.

"Hier wird nicht geprüft, um den Rohrstock 'rauszuholen"

Fünf Grundschulen hatten schon Besuch, eine handvoll Real- und Gesamtschulen wurde inspiziert. "Bei uns hat so mancher rote Ohren gekriegt", sagt eine Lehrerin, die lieber anonym bleiben möchte. Andere Schulen sagen sogar Feiern ab, um keinen falschen Eindruck entstehen zu lassen. So sollte es nicht sein, sagt Bernd Bandulewitz. Der Schulamtsdirektor weiß, worauf bei den Kontrollen geschaut wird: Es geht um die räumliche Ausstattung, um Mediennutzung. Es geht darum, wie Schulleiter ihr Kollegium und Eltern einbinden. Und vor allem: Wie der Unterricht abläuft.

Der Lehrer hält Monologe - die Schüler nicken? - von wegen: Mit Frontalunterricht kann man heute keinen Preis mehr gewinnen. Offene Unterrichtsformen, Gruppenarbeit, Erziehung zur Selbstständigkeit und individuelle Förderung - darum geht's. Doch nur weil diese Begriffe in vielen Schulprogrammen auftauchen, heißt das nicht, dass sie auch gelebt werden.

Deshalb, sagt Bandulewitz, "ist der Blick von Außen so wichtig". Deshalb sei es wichtig, dass die Ergebnisse der Prüfung nicht in der Schublade, sondern in der Schulkonferenz landen. Schulleiter, Kollegium und Eltern werden vor dem offiziellen Prüfungsergebnis in Kenntnis gesetzt.

Dann ist die Schulaufsicht am Zug. Im Teamwork sollen Missstände abgestellt werden. Unterm Strich sollen über alle Schulen hinweg in ganz NRW einheitliche Standards gesetzt werden. Und auch wenn die bevorstehende Prüfung für helle Aufregung in einer Schule sorgt, mahnt Bandulewitz zur Ruhe. Es gehe weder um eine Rangliste der Schulen noch darum, die Ergebnisse öffentlich zu machen. Es gehe darum, die Qualität zu verbessern.

Von Peter Ring

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