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Buntes Familienfest gegen braunen Aufzug

07.08.2007 | 16:11 Uhr

Mit einem großen Familienfest will die Stadt Dortmund dem Spuk eines rechtsextremen Aufmarsches auf dem Friedensplatz am 1. September begegnen.

Sport, Spiel und Spaß für die ganze Familie soll es an jenem Samstag unter dem Motto "mondo mio Familientag" geben, an dem Neonazis erneut in der Westfalenmetropole einen braunen Aufmarsch durchziehen wollen. "Mondo mio, die Erlebniswelt", zieht seit ein paar Wochen Tausende von Kindern und Eltern in den Westfalenpark. Dort wird auch für das Miteinander der Kulturen und Religionen geworben - das soll auch am 1. September auf dem Friedensplatz der Fall sein. Mit den Worten "Wir waren früher da," kündigte Stadtrat Jörg Stüdemann das Familienfest inmitten der City an.

Noch stehen die Kooperationsgespräche mit dem Anmelder der Neonazi-Demo und der Polizei aus. So steht derzeit noch nicht fest, über welche Straßen und Wege der Stadt die Neonazis aufmarschieren dürfen. Doch hatten sie es auf den Friedensplatz abgesehen. Da jedoch die Stadt die Veranstaltung schon eher geplant hatte - die Anmeldung der Nazis stammt aus dem Juni 2007 - können die Rechtsextremen nun nicht auf den Friedensplatz.

Aus den verschiedensten Bereichen des öffentlichen lebens war vehement gegen das Ansinnen der Nazis protestiert worden, vor dem Rathaus ihre Kundgebungen durchzuführen. Die scheint nun vom Tisch zu sein. Jedoch ist die Demo vom 1. September nicht vom Tisch. Denn, so scheint es derzeit, wird es für Polizeipräsident Hans Schulze keine Möglichkeit geben, den rechten Aufzug komplett zu verbieten. Hatte der Behördenleiter immer wieder nach Verbotsgründen gesucht, so waren die spätestens vom Bundesverwaltungsgericht gekippt worden. Auch wenn vorher Verwaltungs- und Oberverwaltungsgerichte so entschieden hatten, wie Schulze argumentiert hatte.

So könnte das Familienfest ein breites Bündnis werden gegen die Rechten, ein Bündnis, so hatte es unter anderem das Bündnis gegen Rechts gefordert, an dem auch die Stadtspitze inklusive Oberbürgermeister Dr. Langemeyer, teilnehmen wird.

Die Kooperationsgespräche zwischen Veranstalter der rechten Demo und der Polizei sollen kommende Woche beginnen. Dann bleibt abzuwarten, wo letztlich der rechte Aufmarsch stattfinden wird. Im Rahmen des letzten Demonstrationsgeschehens am 1. Mai waren große Teile der Hellwegschiene in den östlichen Stadtbereichen Dortmunds fast hermetisch von der Außenwelt abgeschnitten gewesen.

Zudem hatte es Ausschreitungen und Krawalle von autonomen Gruppen auf den Schienen gegeben. Auf großes Unverständnis stieß auch, dass rechte Gruppierungen nach Rangeleien und Randale in Stadtwerkebussen zum Kundgebungsort gekarrt worden waren.

Von Andreas Winkelsträter

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