Arbeit gegen Rassismus vernetzen
04.03.2008 | 19:38 Uhr 2008-03-04T19:38:18+0100Mit der neu belebten Jugendkampagne "Respekt" wollen Jugendamt und Jugendring einen maßgeblichen Beitrag zur Umsetzung des Aktionsplans für Vielfalt, Toleranz und Demokratie setzen.
Der Kinder- und Jugendausschuss soll heute das neue Konzept absegnen, mit der das Respektbüro des Jugendamtes zum zentralen Kampagnen- und Beratungsbüro ausgebaut werden soll. Außerdem sollen in den Stadtbezirken bürgerschaftliche Zusammenschlüsse für eine schnelle Erkennung von Problemen und angemessene Lösungen gegen Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus sorgen.
Stefan Wossmann, Leiter des Respekt-Büros, freut sich auf die Neuausrichtung: Bislang habe die interkulturelle Kompetenzförderung, Gewaltprävention und Demokratieförderung im Mittelpunkt der Arbeit gestanden: "Wir waren damit ohnehin nah dran am Thema Rechtsextremismus und haben auch schon in dem Bereich gearbeitet. Der Unterschied zu anderen Aktivitäten auf politischer Ebene sei die Handlungsorientierung: "Wir machen pädagogische Arbeit und zeigen auf, was der Einzelne gegen Diskriminierung und Rassismus im Alltag machen kann", erläutert Wossmann. Die Förderung der Zivilcourage stand dabei bisher vor allem im Fokus.
Ins Arbeitsfeld falle auch die Strategie der Neonazis, an den Schulen Fuß zu fassen: "Das Helene-Lange-Gymnasium ist ein gutes Beispiel für Zivilcourage", betont Wossmann. "Dies zu unterstützen, kann ich mir gut vorstellen."
Zielgruppen: Jugend und Multiplikatoren
Gleiches gilt für die Koordinierung der "Schulen ohne Rassismus". Diese liege brach - dort könne das Respekt-Büro ebenfalls ansetzen. Deren Zielgruppen seien ja die Jugendlichen und Multiplikatoren wie Lehrer oder Jugendleiter. Handlungs- und lösungsorientiert könnte das Büro beratend und unterstützend tätig werden. "Dabei gucken wir nicht starr nach Rechtsaußen", versichert Wossmann. "Wir wollen Toleranz fördern, Diskriminierung und undemokratisches Verhalten aufzeigen und die Alternativen offensiver anbieten."
Dies ist vor allem auch für die Stadtbezirke angedacht: Gemeinsam mit dem Jugendring und den Fachkräften des Jugendamtes vor Ort soll es kleinräumige Angebote und Hilfestellungen geben."Dabei wollen wir keinen neuen Kreis aufbauen, sondern vorhandene Strukturen nutzen, aktivieren und stärken", verdeutlicht der Sozialarbeiter.
"Die Leute vor Ort haben ganz viel Know-how. Das wollen wir nutzen", erklärt Wossmann. "Ich sehe mich eher als Moderator der Prozesse." Eine Konkurrenz zu Aktivitäten wie der des Runden Tisches in Brackel im vergangenen Jahr stelle die präventiv ausgerichtete Arbeit des Respektbüros nicht da: "Wir arbeiten ja nicht politisch, sondern pädagogisch."
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