Anlieger droht mit einstweiliger Verfügung gegen die Sprengung
07.02.2008 | 22:47 Uhr 2008-02-07T22:47:16+0100Am Sonntag, 17. Februar, zwischen 12 und 13 Uhr soll der Büroturm des Volkswohlbundes am Südwall in die Knie gehen. Alle Vorbereitungen und Sicherheitsmaßnahmen sind getroffen. ...
... Doch ein Anlieger denkt über eine einstweilige Verfügung gegen die Sprengung nach. Dr. Helmut Sodollick pocht auf seine Sonntagsruhe. Als praktizierender Arzt habe er straffe Arbeitstage. "Der Sonntag ist der einzige Tag, an dem ich ausspannen kann." Vor 15 oder 16 Uhr gehe er sonntags nie vor die Türe. Nun solle er um 8 Uhr seine Wohnung verlassen. "Für diese nicht zwingend notwendige Sprengung mutet man den Anwohnern eine erhebliche Störung der Sonntagsruhe zu und entschädigt sie nach dem Motto: Friss oder stirb."
Dr. Sodollick beschwerte sich schriftlich beim Volkswohlbund über die Sprengung wie die Evakuierung, die eine Unterbringung der Anlieger im Stadtgymnasium von 8 bis ca. 14 Uhr vorsieht. "Meine Großmutter wäre 1946 nach ihrer Flucht aus Ostpreußen mit diesem Etablissement hoch zufrieden gewesen...", mutmaßt er, um nachzusetzen: "Diese Verfahrensweise entspricht dem äußeren Eindruck des Volkswohlbundgebäudes: stillos und frech."
Simone Szydlack vom Volkswohlbund betont, dass es keine andere Beschwerde aus der Nachbarschaft gebe: "Wir haben dem Mann höflich geantwortet."
Dr. Sodollick reicht der Antwortbrief nicht. So hatte er Messergebnisse vor und direkt nach der Sprengung des Gebäudes eingefordert, die er nicht erhalten habe. "Die reden von schwacher Asbest-haltigkeit!" Das klinge so unmöglich, wie ein bisschen schwanger zu sein.
Auch könnten die rund 500 Anlieger doch wohl erwarten, Gutscheine für einen Brunch in einem frei gewählten Restaurant zu erhalten. Angesichts einer geschätzten Ersparnis von 500 000 Euro durch die Sprengung gegenüber einem Abriss. Angesichts dieser Arroganz behalte er sich weiter vor, noch eine einstweilige Verfügung gegen die Sprengung zu erwirken.
00:47
Es ist schon interessant, worauf sich die einzelenen kontroversen Positionen zu der Sprengung beziehen: Den einen ist die Versicherung zu arrogant, den anderen der Herr Doktor; es sei unverständlich, wie sich jemand darüber aufregen könne, seinen freien Tag zu opfern etc. etc.
Einmal völlig davon abgesehen, daß es legitim ist, wenn jemand seinen freien Tag nicht opfern will, um jemandem zu ermöglichen, seinen Dreck möglichst elegant wegzukarren - zumindest solange es sich nicht um öffentliche Ingteressen handelt - liegt die Brisanz der Angelegenheit doch nun wirklich ganz woanders.
Leider klingt das in allen Beiträgen nur zweimal an: Einmal dort, wo der vielleicht arrogante, aber zumindest problembewußte Herr Doktor auf Meßwerte und Asbestbelastung hinweist, zum anderen da, wo in einer weiteren Zuschrift die Hoffnung geäußert wird, es sei hoffentlich kein Asbest mehr in dem Bau vorhanden gewesen. Leider schreibt der letzte Verfasser das sehr flapsig; es scheint ihn so recht nicht zu berühren.
Zu dem Komplex Asbest sei angemerkt: Eine Kontamination mit diesem Satanszeug ist nicht damit zu vergleichen, etwa einmal einen Lungenzug an einer Zigarette gemacht oder mal Leim geschnüffelt zu haben. Sie führt vielmehr - vereinfacht dargestellt - zu irreversiblen mechanischen Gewebereizungen in der Lunge, mit der Folge einer Vielzahl häßlicher Erkrankungen, deren gräßlichste sind: Asbeststaublunge (Asbestose), Lungenkrebs oder die Bildung bösartiger
Tumore im Rippen- und Bauchfell. Die besondere Pointe hierbei ist: Es gibt keine Grenzwerte, schon eine einzige Faser in der Lunge kann diese bösen Erkrankungen auslösen.
Angesichts solcher Folgen kann das von Herrn Dr. Sodollick zitierte Gerede über schwache Asbesthaltigkeit nur als das bezeichnet werden, was es ist: zynisch und verantwortungslos.
Aber das gaffende Volk ist ja durch ein beeindruckendes Spektakel entschädigt worden.
16:44
Oh Mann Herr Doktor lach
Wer langeweile hat, kommt auf die bescheuertesten Ideen, hätte je zum THW gehen können die standen doch überal rum, vielleicht hätte er ja dort zwar kein Brunch, aber zumindest ein Täschen Kaffee bekommen lach
Ich war heute dabei beim großen knall, gewaltig, und als die Staubwolken auf einen zu rasten, gingen meine Gadanken und der die neben mir standen an den 11.Sep. ist komisch aber man wurde irgendwie dran errinnert wie es wohl da gewesen sein muss, von wegen luft bekommen, naja hoffenlich war wirklich kein Asbest mehr in dem Bau, denn ich sah aus wie ein Schwein lach war mittendrin statt nur dabei ;-)
18:25
Der Volkswohl Bund hat übrigens nach eigenen Angaben die Anzahl der Mitarbeiter in Dortmund von 355 auf 570 erhöht. Soviel zum Thema Arbeitsplätze wegnehmen und so ne Sachen. So stehts in den Ruhrnachrichten, 6.2.08, auch online abrufbar.
22:39
Wer keine Probleme hat macht sich welche nicht wahr;-)
17:39
Mal ehrlich, das ist doch alles eine überflüssige Diskussion. Mein Gott, dann muss man mal eben einen Sonntag-Vormittag außerhalb der geliebten vier Wände verbringen, etwas früher aufstehen. Na und? Und der Herr Doktor wird sich ja wohl auch noch einen Brunch aus der eigenen Tasche leiten können. Er kann ja auch zu Hause bleiben, ist dann selbst Schuld, wenn die Wände über ihn einkrachen sollten.
Es gibt wichtigere Probleme!!! Und soll er doch froh sein, dass das hässliche Ding wegkommt.
14:37
Wenn der gute Herr Doktor ein bisschen Phantasie hätte, wäre er zur Zeitung gegangen und hätte erzählt: Mich nervt das zwar, aber weil ich an diesem Sonntag nicht zuhause bleiben kann, öffne ich meine Praxis und mache Sprechstunde für alle, die auch nicht zuhause bleiben können.
Damit hätter er eine gute Presse und ein paar Patienten mehr bekommen. Aber er muss ja vor Gericht gehen. Mein Arzt wird er jedenfalls nicht...
20:44
Ganz wichtig Herr Doktor
Auch könnten die rund 500 Anlieger doch wohl erwarten, Gutscheine für einen Brunch in einem frei gewählten Restaurant zu erhalten.
Dummheit frisst, Intelligenz säuft. - Volksmund
Durst hat er wohl kein ?
13:12
Die Deutschen sind Prozesshansel - das sind sie, das waren sie und das werden sie immer bleiben.
19:45
Also bei mir gegenüber wurde in der Lindemannstraße über Monate das evangelische Studentwohnheim abgerissen und nun monatelang ein Seniorenwohnheim gebaut. Ich habe hier niemanden gehört, der eine Entschädigung haben wollte. Ich glaube auch nicht, dass die ihr Material herzaubern können ... Vielleicht sollte sich der Herr Doktor ein Wochenendhäuschen auf dem Mars mieten, dann hätte er es schön ruhig....is halt nur so weit zum hinfliegen;)
17:09
@juttili
Ich für meinen Teil gehöre sehr wohl zu den Anwohnern, Auch ich werde evakuiert und muss aus meiner Wohnung, ertrage den Baulärm und Staub seit Monaten. Und bin davon genervt.
Aber ich steiger mich nicht über alle Maßen in die Sache hinein und nehme mich nicht wichtiger als ich bin. Was Herr Doktor dagegen definitiv tut und auch einige andere Anwohner offensichtlich.