Anders-Hoepgen gegen rechte Gefahr
06.12.2007 | 20:47 Uhr 2007-12-06T20:47:01+0100Die Stadt Dortmund hat in Hartmut Anders-Hoepgen einen Sonderbeauftragten für den Aktionsplan "Vielfalt, Toleranz und Demokratie" gefunden. Der Alt-Super-Intendent wird sich dem Thema Rechtsextremismus in Dortmund widmen.
Gestern stellte OB Gerhard Langemeyer den ehrenamtlichen Sonderbeauftragten vor, der nach einem Ratsbeschluss mit einem eigenen Büro im Rathaus vertreten sein wird. Bei dieser Gelegenheit mahnte der OB, dass das "Feld rechtsextremer Aktivitäten sehr ernst zu nehmen ist". Unterstützung erfährt Anders-Hoepgen durch Uwe Büscher aus dem OB-Amt, der den Aktionsfonds in Höhe von jährlich 100 000 Euro verwalten wird.
"Meine Berufs- und Lebensdynamik war eine andere", schickte der neue Sonderbeauftragte gestern bei seiner Vorstellung vorweg. "Lasst mich mal ein Jahr in Ruhe" habe er nach der Pensionierung als Vorstandsvorsitzender der Vereinigten Kirchenkreise all denjenigen gesagt, die ihn gerne umgehend in ehrenamtliche Aufgaben eingebunden hätten.
Doch als dann der OB angefragt habe, habe er nach einer Bedenkzeit und Rücksprache mit der Familie doch zugesagt. "Weil das Thema mir am Herzen liegt." Er sei stets bei Gegendemonstrationen aktiv gewesen, wenn die Neonazis in der Stadt aufmarschiert seien, sagt Anders-Hoepgen.
Und die persönliche Biographie als Waisenkind, dessen leiblicher Vater im Krieg gefallen und dessen Adoptivvater jahrelang in Kriegsgefangenschaft verbrachte, habe die Entscheidung begünstigt. Aufgrund seiner früheren Funktion habe er exzellente Beziehungen zu den relevanten Gruppen gepflegt.
"Das Wiederaufflammen macht mir außerordentlich Sorge", bekennt Anders-Hoepgen. Ihm sei klar, "dass Nazi-Aufmärsche nur die Spitze des Eisberges" seien. Die rechte Gefahr habe sich breit in die Gesellschaft hineingepflanzt. "Deshalb müssen wir auch in die Breite gehen. Wichtig ist ihm, dass er nicht so sehr gegen etwas arbeitet, sondern für etwas. Für Toleranz und Vielfalt. "Die Angst vor dem Fremden zu überwinden", so Anders-Hoepgen. Es müsse jetzt eine Bestandsaufnahme vorgenommen werden. Wenn man eine "Analyse der bestehenden Problemlage" vorgenommen habe, könne man einen Aktionsplan schmieden.
Kommentar: Lokalseite 2
19:44
Hoffentlich schafft es der neue Beauftrage V-Leute von den restlichen NPD-Mitgliedern zu unterscheiden. Das Bundesverfassungsgericht war damit überfordert.