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Am Ende lagen die Nerven blank

20.02.2008 | 20:00 Uhr

Dass Busse und Bahnen in Dortmund letztmals stillstanden, ist lange her. 1992 war's - und dauerte geschlagene zehn Tage. Am Ende lagen die Nerven blank. "Autofahrer rast auf Streikende los", titelte die WR am 7. ...

... Mai, dem Tag der Einigung im Tarifstreit. Seit dem 28. April befanden sich die Beschäftigten im Öffentlichen Dienst zu diesem Zeitpunkt im Ausstand. Bereits am 2. Mai hieß die Überschrift in der Dortmunder WR: "Streik: Am Wochenende droht Chaos" - u.a. rund um Westfalenhallen und -stadion, wo 40 000 Besucher zur Rassehundeschau und 50 000 zum BVB-Heimspiel gegen Mönchengladbach erwartet wurden. An- und Abreise ohne ÖPNV.

"Die Nerven werden langsam dünner" lautete der WR-Titel am 5. Mai. Verärgerte Bürger warfen nicht entsorgte Müllsäcke mit der Aufschrift "Schöne Grüße an die ÖTV" in Nachbars Garten. Schulen blieben geschlossen, weil Hausmeister ihre Schlüsselgewalt ausübten.

Schließlich die Eskalation vor dem Tor der Westfälischen Kliniken für Psychiatrie in Aplerbeck. "Nach erregter Diskussion mit dem Streikposten", berichteten Augenzeugen der Polizei, sei ein älterer Mann in sein Auto gestiegen und habe "mit vollem Bewusstsein Gas gegeben". Mehrere Streikposten konnten rechtzeitig zur Seite springen - ein 42-jähriger Mann nicht. Er wurde verletzt. Der Crash-Fahrer gab sich uneinsichtig. Die Streikenden über den Haufen zu fahren, sei sein gutes Recht gewesen. Am selben Tag einigten sich die Tarifparteien. 5,4 % mehr Lohn gab's für die Beschäftigten. Ein Ergebnis, mit dem sie auch diesmal leben könnten. (eFeF)

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